Elly Schaumann

Elly Nadolny (geborene Elli Editha Erika Schaumann; * 28. April 1907 in Riesenburg, Westpreußen), bis 1938 Elly Schaumann, war eine deutsche Historikerin. Seit Ende der 1930er Jahre veröffentlichte sie als Elly Nadolny-Schaumann bzw. Elly Nadolny.

Leben und Wirken

Elly Schaumann studierte Geschichte an der Technischen Hochschule in Danzig. 1935 promovierte sie dort zum Dr. phil. und wurde wissenschaftliche Assistentin bei Erich Keyser. Elly Schaumann lebte in Danzig-Langfuhr, Jäschkentaler Weg 6c, an der gleichen Adresse wie der Obergerichtsvollzieher Franz Schaumann bis 1939. Um 1936/37 reiste sie zu Archivrecherchen nach Paris. Sie heiratete Erwin Nadolny und zog 1940 mit ihm nach Tilsit, wo er Museumsdirektor wurde.

Nach 1944 emigrierten sie nach Westdeutschland und lebten spätestens seit etwa 1959 in Düsseldorf.

Sie war langjährige freie Mitarbeiterin der Ostkunde-Abteilung der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover und erstellte dort Kataloge über die Bestände.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Elly Nadolny-Schaumann publizierte zunächst mehrere Arbeiten zur Geschichte Danzigs und Westpreußens. Ihre Dissertation über die Danziger Presse ist die umfangreichste und detaillierteste Arbeit zu diesem Thema bis heute. Nach 1950 publizierte sie Biographien ostdeutscher Frauen und mehrere ausführliche Bibliographien über ostdeutsche Literatur.

als Elly Schaumann

als Elly Nadolny-Schaumann

als Elly Nadolny

Einzelnachweise

  1. ↑ nach Heiratsregister Nr. 409/1938 des Standesamts Danzig-Langfuhr
  2. ↑ Die Danziger Presse im 19. Jahrhundert bis zur Gründung der “Danziger Zeitung”. Dissertation, 1935, Lebenslauf
  3. ↑ Peter Oliver Loew: Danzig und seine Vergangenheit 1793–1997: die Geschichtskultur einer Stadt zwischen Deutschland und Polen, Fibre 2002, S. 267, Google Books.
  4. ↑ Mitteilungen des Westpreußischen Geschichtsvereins, 1935, S. 96 unten.
  5. ↑ „Keysers zeitweilige Assistentin Elly Schaumann“, in: Peter Oliver Loew: Danzig und seine Vergangenheit 1793-1997: die Geschichtskultur einer Stadt zwischen Deutschland und Polen, Fibre, (2003), S. 255 Auszüge; auch „Nadolny-Schaumann, Elly, s. Schaumann Elly“ S. 606.
  6. ↑ Adressbuch Danzig, 1939, S. 410 Digitalisat, letztmaliger Eintrag, ab 1940/41 nur noch Franz Schaumann unter dieser Adresse.
  7. ↑ Michał Szulc: Emanzipation in Stadt und Staat. Die Judenpolitik in Danzig (1807–1847). Wallstein, Göttingen 2016. S. 34 PDF (Memento des Originals vom 23. Februar 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; sie stellte dort eine Übersicht über die Korrespondenz des Außenministeriums in Paris mit den französischen Besatzungsvertretern in Danzig (von 1807 bis 1813) her, die jetzt im Staatsarchiv Danzig liegt (APGd 300/Bb).
  8. ↑ Tilsit-Arbeitsbrief, II. Teil, 1990. S. 68, berichtet über dessen Tätigkeit seit 1939, im Danziger Adressbuch sind beide nicht mehr angegeben; die alternative Angabe, er habe ab 1939 das Stadtmuseum Insterburg geleitet, in Hans-Jürgen Schuch: Werner Neugebauer und das Städtische Museum Elbing 1865 bis 1945. In: Westpreussen–Jahrbuch. Band 54. C. J. Fahle, 2004, S. 66–87, 69 (google.de [abgerufen am 20. Dezember 2020]). beruht möglicherweise auf einer Verwechslung.
  9. ↑ Mitteilungen des Westpreußischen Geschichtsvereins, Heft 4, Oktober 1939, S. 107, nennt sie erstmals Nadolny-Schaumann, S. 106 noch Schaumann.
  10. ↑ Wolfgang Kessler, Ost- und südostdeutsche Heimatbücher und Ortsmonographien nach 1945, K. G. Saur 1979, S. 7, Google Books.
  11. ↑ Christian Pletzing: Vom Völkerfrühling zum nationalen Konflikt, deutscher und polnischer Nationalismus in Ost- und Westpreussen 1830–1871. Otto Harrassowitz Verlag, 2003. ISBN=978-3-447-04657-2. S. 18.
  12. ↑ Peter Oliver Loew: Das literarische Danzig 1793 bis 1945. Bausteine für eine lokale Kulturgeschichte. Peter Lang, 2009. S. 34 mit Anm. 51, und öfter.
  13. ↑ Eduard Zarncke, Will Vesper: Die Neue Literatur. Band 40. E. Avenarius., 1939, S. 415 (google.de [abgerufen am 20. Dezember 2020]).
  14. ↑ .
  15. ↑ Johanna Schopenhauer / von Elly Nadolny, hds.hebis.de.