Else Gores

Gedenktafel im Forst Eller
Straßenschild Else-Gores-Straße mit durchgestrichenem Straßenschild Franz-Jürgens-Straße
Stolperstein für Else Gor[r]es wurde vor 2016 an der Oberbilker Allee 284 verlegt

Else Gores (* 11. Dezember 1914 in Düsseldorf; † 12. April 1945 ebenda) war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Else Gores wurde als Elisabeth Böhnke in Düsseldorf geboren. Seit Juli 1940 lebte Else mit ihrem Mann Josef Jakob Gores (* 1914) und Sohn Josef August Gores (* 1940) in einer Wohnung im Haus Oberbilker Allee 284. Anfang 1945 lebte die 30-jährige Arbeiterin alleine in Oberbilk, ihr Mann war an der Front, ihr vierjähriger Sohn bei der Großmutter.

Im April 1945 war Düsseldorf von den US-Amerikanern fast eingekesselt und viele versprengte Soldaten hielten sich in der Stadt und in den Vororten auf. Sie wurden aufgefordert sich zu melden, ansonsten drohe ihnen das Standgericht. Heeresstreifen wurden eingesetzt, um Fahnenflüchtige aufzugreifen und Meldungen über den Aufenthalt von Deserteuren oder auch deren Helfern nachzugehen. Fahnenflüchtigen und Helfenden drohte die Todesstrafe. Else Gores beherbergte angeblich einen fahnenflüchtigen Wehrmachtssoldaten, einen alten Freund Franz Krahn, und wurde denunziert.

Die Heeresstreife, unter der Führung des Hauptmann August Kaiser, fanden bei ihr den versteckten Deserteur, nahmen ihn fest und brachte sie in das Hauptquartier Benderstraße 80 in Gerresheim. Franz Krahn wurde verurteilt und hingerichtet. Auch Else Gores wurde festgenommen und am 11. April 1945, sechs Tage vor dem Kriegsende in Düsseldorf, im Eller Forst ermordet. Sie hatte den ursprünglichen Todesschuss schwer verletzt überlebt und war am 12. April 1945 in der Nähe der Gaststätte „Waldschänke“ gefunden worden. Dorthin wurde sie gebracht, um sie zu versorgen. Bevor sie in ein Krankenhaus transportiert werden konnte, wurde sie wieder von einer Kommandotruppe verschleppt. Seitdem gilt sie als spurlos verschwunden. Sie wurde 31 Jahre alt.

Ehrungen

Else Gores war nicht organisiert und gehörte auch keiner Widerstandsgruppe an – sondern half schlicht einem Menschen in Not.

Ein Gedenkstein im Eller Forst erinnert an dieses Verbrechen: „Am 12. April 1945, wenige Tage vor dem Einmarsch der amerikanischer Truppen, wurden hier zwei Soldaten wegen Fahnenflucht von einer Heeresstreife erschossen. Die Mitbürgerin Else Gores wurde dabei wegen angeblicher Beihilfe brutal ermordet.“

Ein Antrag von SPD, Grünen und PDS/DKP in der Bezirksvertretung 8 (Eller, Lierenfeld, Vennhausen, Unterbach), eine jährliche Gedenkfeier an Else Gores am 8. Mai im Eller Forst abzuhalten, scheiterte 2005 an einer Enthaltung aus der SPD und der geschlossenen Ablehnung des Antrages durch die CDU-Fraktion. Die CDU begründete ihre Ablehnung mit der bereits stattfindenden Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag.

2024 wurde Else Gores im Rahmen des Projekts Frauenorte in die Liste der FrauenOrte NRW aufgenommen und die Gedenktafel am 12. April 2025 eingeweiht.

2025 wurde Franz-Jürgens-Straße in der weißen Siedlung Golzheim in Else-Gores-Straße umbenannt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Eller: CDU/FDP gegen Gedenken (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive; PDF). In: Informationen der DKP Düsseldorf, Mai 2005, S. 10.
  2. ↑ Vortrag „Kriegsende in Düsseldorf am 17.April 1945“. Verfasser: Herr Voscht. Geschichts-Werkstatt e. V., 12. Juli 2003, abgerufen am 20. Dezember 2023.
  3. ↑ CDU: Presseinfo CDU-Fraktion BV 8 – Sitzung der Bezirksvertretung 8 vom 7. April 2005 (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive). 16. Januar 2007
  4. ↑ FrauenOrte NRW: Else Gores. In: frauenorte-nrw.de. 1914, abgerufen am 20. September 2025.
Personendaten
NAME Gores, Else
ALTERNATIVNAMEN Böhnke, Elisabeth (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
GEBURTSDATUM 11. Dezember 1914
GEBURTSORT Düsseldorf
STERBEDATUM 12. April 1945
STERBEORT Düsseldorf