Emil Presuhn

Beispiel einer von Emil Presuhn publizierten Wand, Zeichnung Geremia Discanno

Emil Presuhn (* 28. Februar 1844 in Oldenburg; † 23./24. August 1881) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Amateurarchäologe, der in den Jahren 1872 bis 1880 in Italien bei Ausgrabungen vor allem in Pompeji anwesend war.

Leben und Wirken

Emil Presuhn besuchte die Bürgerschule und das Gymnasium in Oldenburg. 1862 begann er das Studium der Theologie an der Universität Tübingen, 1863 wechselte er an die Universität Jena. Hier wechselte er auch von der Theologie zur Philologie und Pädagogik. Nach dem Examen wurde er Direktor einer höheren Privatschule in Ruhla. 1868 wurde er Direktor der neu gegründeten staatlichen Realschule in Ruhla, 1870 auch noch der dortigen Gewerbeschule. 1871 legte er diese beiden Ämter nieder. Er zog nach Cannstatt und anschließend nach Heidelberg. 1872 wurde er Direktor einer neu gegründeten Deutschen Schule in Neapel. 1875 gab er dieses Amt auf, um sich ganz seinen Pompeji-Studien widmen zu können. 1878 siedelte seine Familie nach Coburg über, er selbst blieb bis Juli 1880 in Neapel und kehrte dann nach Coburg zurück.

Während seiner Zeit in Neapel interessierte er sich für die Ausgrabungen in Pompeji. Er beauftragte die Künstler Geremia Discanno (1839–1907) und die Engländerin Miss Amy Butts zahlreiche Wandmalereien, aber auch andere Funde, zu dokumentieren. Diese wurden 1878 (zweite erweiterte Auflage 1882) in einem Buch veröffentlicht. Die Zeichnungen sind noch heute von Bedeutung, da ein Großteil der dargestellten Objekte, vor allem die Wandmalereien, nicht mehr erhalten ist. Die Farben und die teilweise nachlässige Behandlung von Details sind jedoch problematisch. Aus seinem Nachlass gelangten 196 Aquarelle, 8 Zeichnungen und 7 Fotos in das Winckelmann-Museum in Stendal.

Schriften

Literatur

Commons: Emil Presuhn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Gestorben. In: Saale-Zeitung. Nr. 201, Beilage, 30. August 1881, S. 4, rechte Spalte, ganz unten (Digitalisat).
  2. ↑ Großherzogliches Gymnasium Oldenburg. Programm zum Osterexamen 1862, S. 37.
  3. ↑ Birgitta Coers: Die Farbe des Vergangenen: Pompeji in der Kunst der Moderne. Marburg 2005, ISBN 978-3-643-13188-1, S. 74–77.
  4. ↑ Sammlung im Winckelmann-Museum.
Personendaten
NAME Presuhn, Emil
KURZBESCHREIBUNG deutscher Lehrer und Amateurarchäologe
GEBURTSDATUM 28. Februar 1844
GEBURTSORT Oldenburg (Oldb)
STERBEDATUM 22. August 1881 oder 23. August 1881