Nachdem sie das Abitur in ihrer Heimatstadt Bruchsal abgelegt hatte, studierte sie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Englisch, Latein und Geschichte. Rasch nach dem Abschluss des Studiums heiratete sie den Straßburger Arzt Antoine Guntz, mit dem sie drei Kinder hat, und wirkte seit den 1970er Jahren als Journalistin im Rundfunk, wo sie den Elsässern die deutschsprachige kulturelle Tradition näherbrachte. Von 1984 bis 1996 hatte sie eine wöchentliche Lyriksendung bei France 3 Alsace, in der sie zeitgenössische französische, deutsche und elsässische Dichtung vorstellte. 1996 erschien ihr erster eigener Lyrikband In Klarschrift. Weitere Lyrikbände folgten, so zuletzt 2009 Späte Widmung.
Ihr jüngster Prosaband, MAdamEva, mit Co-Autor Wendelinus Wurth und mit Zeichnungen von Claudia Klein und Franz Handschuh, ist eine etwas anders verlaufende „Schöpfungsgeschichte der besonderen Art. Wobei Schöpfungsgeschichte nicht der richtige Ausdruck für das ist, was Guntz so phantasievoll poetisch wie stilistisch präzis in Worte gefasst hat.“
Auch als Journalistin ist Emma Guntz tätig; sie schreibt Feuilleton-Beiträge, z. B. für die deutschsprachige Ausgabe der Dernières Nouvelles d’Alsace, sowie Glossen und Kurzgeschichten.
Im Jahr 2000 erhielt sie den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg und war im Jahr 2001 als erste Frau Turmschreiberin im pfälzischen Deidesheim. Ergebnis des Aufenthaltes waren die Deidesheimer Gedichte in einem weiteren Lyrikband Ein Jahr Leben (2002).
Seit 1989 war Emma Guntz Mitorganisatorin der literarischen Biennale MITTELEUROPA in Strasbourg-Schiltigheim, die im März 2008 zum zehnten und letzten Mal stattfand. Von 1986 bis 2001 war sie Präsidentin des Vereins zur Resozialisierung von Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen.
Kurzgeschichten und Gedichte u.a. in Anne Birk, Birgit Heiderich & Regine Kress-Fricke (Hrsg.): Lesebuch Schreibende Frauen. 46 Autorinnen stellen sich vor. Braun, Karlsruhe 1988, ISBN 3-7650-8061-6
mit André Weckmann (Hrsg.): Elsass. Ein literarischer Reisebegleiter. Mit Fotografien von Pieter Jos van Limbergen. Insel-Verlag, Frankfurt/Leipzig 2001, ISBN 3-458-34446-2
(Hrsg.): Unterwegs – Ein Weihnachtsbuch/En chemin – Une anthologie de Noël. Drey-Verlag, Gutach 2011, ISBN 978-3933765-59-8
(Hrsg.): Der Apfel / c'est si bon / biss nin", eine Anthologie, Drey-Verlag/SALDE, 2013
Maryse Staiber: Laudatio auf Emma Guntz zum Hebel-Preis 2000. In: Badische Heimat, Heft 3/2000, S. 571–573 BLB Karlsruhe
André Weckmann: Laudatio auf Emma Guntz zum Johann-Peter-Hebel-Preis 2000. In: Badische Heimat, Heft 3/2000, S. 574–575 BLB Karlsruhe
Michael Sieber: Grußwort von Herrn Staatssekretär Michael Sieber, MdL, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg anläßlich der Verleihung des Johann-Peter-Hebel-Preises 2000 an Frau Emma Guntz, Straßburg, am 10. Mai 2000 in Hausen im Wiesental. In: Badische Heimat, Heft 3/2000, S. 576–577 BLB Karlsruhe
Emma Guntz: Versuch einer Antwort. Dankesworte zum Hebelpreis. In: Badische Heimat, Heft 3/2000, S. 578–579 BLB Karlsruhe
Ausführliche Bibliographie und Rezensionen hier auf der Website von Hans Hekler
Einzelnachweise
↑Interview mit Emma Guntz, geführt von Gabriele Weingartner in der Rheinpfalz vom 4. August 2009, auch online hier zu finden; Rezension von Gabriele Weingartner in der Rheinpfalz vom 5. September 2009, auch online hier zu finden.
↑ Rezension von Gabriele Weingartner in Literaturblatt für Baden-Württemberg Heft 2, 2016, auch online hier zu finden.