Emmanuel Dolivet (* 17. Mai 1854 in Rennes; † 18. November 1910 in Paris) war ein französischer Bildhauer. Er war Schüler von Pierre-Jules Cavelier, der an der École nationale supérieure des beaux-arts lehrte. Dolivet nahm zwischen 1877 und 1909 häufig mit seinen Werken am Salon de Paris teil. Seit 1881 heißt diese Kunstausstellung Salon des Artistes Français und wird jährlich von der Société des Artistes Français veranstaltet. Meist zeigte Dolivet „Bildnisbüsten“ oder „Genrestatuen“ und erhielt dafür mehrfach Auszeichnungen.
Auguste Rodin schuf für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1889 die Marmorskulptur eines sich umarmenden Paares, die als „Der Kuss“ bekannt wurde. Auftraggeber war der französische Staat. Da Rodin Marmor nicht bearbeiten konnte, delegierte er für seine großformatigen Skulpturen die Steinmetzarbeiten an einen seiner Assistenten. Dieser fertigte in unterschiedlichen Maßstäben eine oder mehrere Gipsversionen des 1881 von Rodin modellierten Terrakotta-modells an. Rodin begleitete die Arbeit des Assistenten, korrigierte diese gelegentlich, berücksichtigte aber auch dessen Ideen. Erst dann wurde die Skulptur „in Marmor übertragen“, wie Rodin es nannte. Von „Der Kuss“ existieren drei große Marmorversionen, erschaffen von Jean Turcan (1889, Musée Rodin, Paris), von Rigaud (1901-04, Tate gallery, London) und von Emmanuel Dolivet (1904, Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen).
Mehrere Bronzestatuen von Dolivet wurden während der Besatzung Frankreichs durch deutsche Truppen eingeschmolzen. Das gewonnene Material diente der deutschen Waffenproduktion. Beispiele hierfür sind die Statuen von Jean Leperdit und von Edgar Le Bastard, einem Bürgermeister von Rennes.
Sein Grab befindet sich auf dem Cimetière de Montrouge.
| Personendaten | |
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| NAME | Dolivet, Emmanuel |
| ALTERNATIVNAMEN | Dolivet, Emmanuel-Jean |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 17. Mai 1854 |
| GEBURTSORT | Rennes |
| STERBEDATUM | 18. November 1910 |
| STERBEORT | Paris |