Emmanuel Boundzéki Dongala (geboren 14. Juli 1941 in Alindao, Französisch-Äquatorialafrika) ist ein kongolesischer französischsprachiger Schriftsteller, Theaterautor und Chemiker.

Emmanuel Boundzéki Dongala ist Sohn eines kongolesischen Vaters und einer zentralafrikanischen Mutter. Er wuchs in Kongo-Brazzaville auf und studierte Chemie in Frankreich und den USA. Er machte einen B.A. am Oberlin College, einen M.S. an der Rutgers University, wurde an der Université Louis Pasteur in Straßburg promoviert und ein zweites Mal an der Université des Sciences et Techniques Montpellier.
Literatur prägte ihn bereits in der Kindheit, vor allem durch Geschichten, die abends am Feuer erzählt wurden. Dongala beginnt bereits in den 70ern, parallel zu seiner wissenschaftlichen Karriere, mit dem Schreiben. Seine Sammlung von Kurzgeschichten, Jazz et Vin de Palme (1982), die veröffentlicht wurde, als der Kongo noch ein marxistisch-leninistischer Staat war, wurde verboten, weil sie die Machthaber satirisch darstellte. Das Verbot wurde erst 1990 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem darauf folgenden Zusammenbruch des kongolesischen Einparteienstaates aufgehoben.
Nach seinem Studium kehrte Dongala in den Kongo zurück und lehrte bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges in Kongo-Brazzaville als Chemieprofessor an der staatlichen Université Marien Ngouabi (UMNG) in Brazzaville. 1998 flüchtete er in die USA und erhielt dank der Unterstützung des Literaten Philip Roth eine Stelle als Professor für Chemie und für frankophone afrikanische Literatur am Bard College at Simon’s Rock in Great Barrington. Dongala identifiziert sich als Kriegsgeflüchteter, jedoch nicht als Person, die aus politischen Gründen im Exil lebt. In einem Interview mit der New York Times sagt er:
„Ich habe nicht gelitten, weil ich Schriftsteller oder Intellektueller war, ich habe wie alle anderen [während des Bürgerkriegs] gelitten, weil die Raketen, die wir ‚Stalins Organe‘ nennen, immer wieder auf unser Haus abgefeuert wurden, weil Anarchie herrschte und Kinder mit Maschinengewehren sich nahmen, was sie wollten. Es war nichts Ideologisches.“
In Anerkennung seines literarischen Werks wurde Emmanuel Dongala vom französischen Kulturministerium zum „Chevalier des Arts et des Lettres“ ernannt. Ironischerweise lehnte die französische Regierung trotz dieser hohen Auszeichnung Dongalas Antrag auf ein Visum ab, als er für seine Familie Asyl beantragte.
Dongalas Roman Johnny Chien Méchant, der das Schicksal von Kindersoldaten thematisiert, wurde 2008 von Jean-Stéphane Sauvaire unter dem Titel Johnny Mad Dog verfilmt.
Dongala schrieb Romane und Theaterstücke. Er erhielt unter anderem 1988 den Literaturpreis Grand Prix littéraire de l’Afrique noire und 1999 ein Guggenheim-Stipendium. Emmanuel Dongala ist außerdem Gründer und ehemaliger Präsident des kongolesischen PEN und der Nationalen Vereinigung kongolesischer Schriftsteller.
Grand Prix d'Afrique Noire (für Le Feu des origines)
Grand Prix de la Fondation de France (für Le Feu des origines)
Fonlon-Nichols Prize 2003 (für seine literarische Exzellenz)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dongala, Emmanuel |
| ALTERNATIVNAMEN | Dongala, Emmanuel Boundzéki; Dongala, Emmanuel B. |
| KURZBESCHREIBUNG | kongolesischer französischsprachiger Schriftsteller und Chemiker |
| GEBURTSDATUM | 14. Juli 1941 |
| GEBURTSORT | Alindao |