Emo Welzl (* 4. August 1958 in Linz) ist ein österreichischer Informatiker, der für seine Forschungen im Bereich der algorithmischen Geometrie bekannt ist. Er ist Professor am Institut für Theoretische Informatik der ETH Zürich.
Emo Welzl studierte ab 1977 an der Universität Graz und schloss dies 1981 mit dem Diplom in angewandter Mathematik ab. Anschließend folgte bis 1983 eine Promotion bei Hermann Maurer mit der Dissertation Formale Beschreibung von Bildern. Als Post-Doktorand war er 1984 an der Universität Leiden und 1985 war er Gastprofessor an der University of Colorado in Denver. 1988 habilitierte er sich an der Universität Graz in Informatik.
Von 1987 bis 1996 war er Professor für Mathematik (Berechenbarkeitstheorie) an der FU Berlin und leitete von 1991 bis 1996 das Graduiertenprogramm Algorithmische Diskrete Mathematik der Berliner Universitäten. 1994 war er Gastwissenschaftler für vier Monate am International Computer Science Institute (ICSI) in Berkeley.
1996 wurde er Professor an der ETH Zürich und leitete eine Arbeitsgruppe am Institut für Theoretischen Informatik bis zu seiner Emeritierung. Er betreute über 45 Doktorandinnen und Doktoranden darunter auch József Solymosi und Robin A. Moser. Von 2000 bis 2005 war er Leiter des Berlin-Züricher Graduiertenprogramms Combinatorics, Geometry and Computation (CGC) am Standort Zürich. Er war von 2016 bis 2018 Leiter der Abteilung Informatik und davor bereits etwa 16 Jahre im Departementsausschuss aktiv. Im Januar 2024 ist er emeritiert worden.
Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Grundlagen der Informatik, vor allem Algorithmen und Datenstrukturen, insbesondere algorithmische Geometrie und Anwendungen, kombinatorische Modelle zur Optimierung, randomisierte Methoden und diskrete Geometrie sowie Erfüllbarkeitsprobleme.
Zusammen mit David Haussler zeigte er, dass Methoden aus der computergestützten Lerntheorie, darunter ε-Netze und Vapnik-Chervonenkis-Dimension, bei geometrischen Problemen wie der Entwicklung platzsparender Datenstrukturen für die Bereichssuche nützlich sein können. Er entwickelte randomisierte Algorithmen für das Problem des kleinsten Kreises in linearer Zeit sowie für die niedrig-dimensionale lineare Optimierung und erarbeitete den kombinatorischen, abstrakten Rahmen, der beide Probleme verallgemeinert.
Darüber hinaus hat Welzl in weiteren, zahlreichen Herausgebergremien für Zeitschriften und Konferenzen mitgearbeitet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Welzl, Emo |
| ALTERNATIVNAMEN | Welzl, Emmerich |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Informatiker |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1958 |
| GEBURTSORT | Linz |