Empheremyia

Empheremyia
Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Tachininae
Tribus: Tachinini
Gattung: Empheremyia
Wissenschaftlicher Name
Empheremyia
Bischof, 1904

Empheremyia ist eine Zweiflüglergattung aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Das Taxon wurde 1904 von dem österreichischen Entomologen Josef Bischof eingeführt. Typusart ist Empheremyia atra Bischof, 1904. Der aus dem Altgriechischen stammende Gattungsname setzt sich zusammen aus emphere für „hineintragen“ und myia für „Fliege“.

Taxonomie

Die Gattung Empheremyia gehört zur Tribus Tachinini innerhalb der Unterfamilie Tachininae. Bischof ergänzte bei Einführung der Gattung Epheremyia diese mit der Art Micropalpus leopoldiensis Brauer, 1897.

Merkmale

Es handelt sich (zumindest bei E. atra) um etwa 8–9 mm lange beborstete Fliegen. Bischof (1904) beschrieb die Gattung wie folgt. Für die Männchen gilt: Der Unterrand des Kopfes ist gerade, lang. Der Mundrand ist vorgezogen. Die Augen sind nackt, durch die breite Stirn getrennt. Die Fühler befinden sich über der Augenmitte. Das erste Fühlerglied ist kurz, das zweite verlängert, das dritte wenig länger als das zweite, am Ende abgerundet. Die Arista (Fühlerborste) ist lang, bis gegen die Mitte verdickt. Das zweite Glied der Arista ist deutlich, das dritte pubeszent. Die Stirn ist vortretend. Die Stirnborsten sind bis zur Mitte des zweiten Fühlerglieds herabsteigend, die beiden letzten (gegen den Scheitel zu) stark, nach hinten gebogen. Beiderseits befinden sich zwei starke, nach vorn gekrümmte Orbitalborsten. Beiderseits befinden sich zwei Scheitelborsten, von denen die innere nach hinten gebogen ist, während die äußere nach hinten und außen gerichtet ist. Die Ocellarborsten sind vorhanden. Sie sind nach vorne gebogen. Die Wangen sind normal, fein behaart, ohne längere Borsten am unteren Augenrand. Die Wangen sind breit, fein behaart, unten mit einer Reihe langer Borsten. Die Vibrissenecken sind über dem stark vorgezogenen Mundrand nicht konvergent. Die Vibrissen sind stark gekreuzt. Die Mundborsten sind nicht aufsteigend. Der Rüssel (Proboscis) ist normal, mit kleinen Labella. Die Taster sind rudimentär. Der Thorax ist so lang wie breit. Für die Beborstung gilt folgende Anordnung: Hinter der Quernaht 3 innere und 3 äußere Dorsozentralborsten, 3 Intraalar- und 3 Supraalarborsten. Vor der Quernaht drei innere und vier äußere Dorsozentralborsten, 1 Intraalarborste, 1 Präsuturalborste, die tiefer steht als die letzte Posthumeralborste, 2 Posthumeralborsten, 6 Humeralborsten. Sternopleuralborsten 2,1, eine Hypopleuralborstenreihe, zwei Notopleuralborsten. Das Scutellum (Schildchen) ist halbrund. Die apikalen Scutellarborsten sind klein, nach hinten geneigt, gekreuzt. Beiderseits noch drei lange, starke Marginalmakrochaeten, von denen die mittleren (zweiten) die kürzesten sind. Die ersten (von den Apikalborsten an gerechnet) reichen bis zum Ende des zweiten Hinterleibsrings. Der Hinterleib ist oval, stark gewölbt. Der erste Ring- sagittal, ohne Makrochaeten (kräftige Borsten), der zweite Ring nur mit zwei Marginalmakrochaeten, der dritte total marginal, der vierte diskal und marginal beborstet. Die Flügel sind ohne Randdorn. Die erste Längsader ist außerhalb der kleinen Querader mündend. Die erste Hinterrandzelle ist am Vorderrand des Flügels mündend, offen. Die Beugung ist V-förmig, mit Aderanhang und Faltenzinke. Die dritte Längsader ist nur an der Basis bedornt. Die Calyptrae (Schüppchen) sind groß. Die Beine sind stark, robust. Die Klauen und Pulvillen sind verlängert. Die Hintertibien sind ungleichborstig. Die Genitalien sind klein und vorgestreckt.

Verbreitung

Die Gattung Empheremyia kommt im Südosten von Brasilien vor mit Funden aus dem Bundesstaat Rio Grande do Sul.

Lebensweise

Die Vertreter der Gattung Empheremyia sind Endoparasitoide. Wirte sind offenbar noch nicht bekannt.

Innere Systematik

Die Gattung Empheremyia umfasst folgende Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Josef Bischof: Beitrag zur Kenntniss der Muscaria schizometopa. (PDF; 1,54 MB) In: Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. 1904, S. 79–101, abgerufen am 19. Oktober 2026 (auf Seiten 87f.).
  2. 1 2 3 4 5 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 19. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ Friedrich Moritz Brauer: Beiträge zur Kenntniss der Muscaria schizometopa und Beschreibung von zwei Hypoderma-Arten. (PDF; 3,48 MB) In: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse 106. 1897, S. 329–382, abgerufen am 19. Oktober 2026 (auf Seite 369).