Die Endogonales sind eine kleine Ordnung von Pilzen. Früher zählten sie zu den Zygomyzeten (auf Deutsch Jochpilze genannt).
Merkmale
Die Arten von Endogonales wachsen mit siphonartigen Hyphen im Boden. Viele Arten bilden kleine, trüffelartige, knöllchenförmige, unterirdische Fruchtkörper, die Zygosporen enthalten. Die Fruchtkörper können bis zu haselnussgroß sein. Es handelt sich hierbei um seltene Fälle von Fruchtkörperbildung innerhalb der AbteilungMucoromycota, zu der die Endogonales gestellt werden. Die Fruchtkörper bestehen aus Zygosporen mit ihren Suspensor-Fäden (s.h. Bild: Der Entwicklungsgang von Endogone pisiformis). Die Zygosporen befinden sich innerhalb einer Gleba.
Zur Bildung von Zygosporen sammeln sich zunächst mehrere Zellkerne und Zellplasma in zwei Hyphenenden an, die verschieden stark anschwellen. Die Kerne in den Enden sind durch Septen von anderen Kernen getrennt. Letztendlich degenieren alle bis auf einen. Das männliche, kleinere Gametangium verschmilzt mit dem größeren weiblichen Gametangium. Es entwickelt sich eine Vesikel, in die die beiden Kerne wandern. Durch Wachstum, Nährstoffansammlung und Verstärkung der Wand entwickelt sich dieses Vesikel zu einer Zygospore, in der die beiden Kerne verschmelzen. An ihrer Basis trägt die Zygospore die beiden entleerten Gametangien (Suspensoren).
Die Endogonales leben unterirdisch und bilden Ektomykorrhiza, oder sie leben saprobiontisch. Auch endophytisch lebende Arten sind bekannt. Es bestehen endomykorrhizische Beziehungen zwischen Arten der Endogonales und bestimmten Lebermoosen, Hornmoosen, Bärlappgewächsen und Farnen. Die Fruchtkörper der Arten werden von Tieren gefressen und die Sporen dadurch verbreitet.
Die Gattung Endogone zählt zu den evolutionär ältesten, mit Pflanzen in Verbindung stehenden Pilzen. Ähnlich wie Vertreter der Glomeromycotina können auch EndogoneMollicutes-verwandte Endobakterien in ihren Myzelien und Sporen beherbergen. Obwohl die Biologie dieser Bakterien noch weitgehend unerforscht ist, könnten diese Bakterien eine Rolle in der Evolution symbiotischer Interaktionen zwischen Pflanzen und Pilzen gespielt haben.
Systematik
Die Endogonales wurden früher als Teil der Jochpilze geführt. 2007 wurden sie in die Unterabteilung Mucoromycotina gestellt.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Mykorrhizapilze aufgrund ihrer morphologischen Ähnlichkeit mit Endogone spp. der Ordnung Murocales, Familie Endogonaceae und Gattung Endogone zugeordnet. Diese Klassifizierung wurde jedoch später überdacht, da Endogone sexuelle Zygosporen bildet, während arbuskuläre Mykorrhizapilze asexuelle Sporen ausbilden. In dieser frühen Phase wurden mehrere neue Arten der Gattung Endogone beschrieben, darunter Endogone australis, Endogone pulvinata , Endogone moelleri und Endogone fuegiana. Die Familie Endogonaceae wurde 1922 von Thaxter formal beschrieben. Erst 1953 wurden Endogonaceae in die Ordnung Endogonales umgegliedert, die damals aus drei Gattungen bestand: Endogone, Glaziella und Sclerocystis. Glaziella zählt nun zu den Pezizales und Sclerocystis zu den Glomeraceae.
Im Juni 2026 waren 47 Arten innerhalb von zwei Familien (Densosporaceae und Endogonaceae) bekannt. Außerdem stehen noch zwei weitere Familien unter Diskussion: Jimgerdemanniaceae und Vinositunicaceae. Die zuvor bei den Densosporaceae geführte Art Sphaerocreas pubescens wurde zu der Gattung Glomus innerhalb der Glomeraceae gestellt. Bei Jimwhitea handelt es sich um ein Fossil aus der Trias.
Es folgt eine Liste mit einigen Beispielgattungen:
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↑Alessandro Desirò, William R. Rimington, Alison Jacob, Natalie Vande Pol, Matthew E. Smith, James M. Trappe, Martin I. Bidartondo, Gregory Bonito:Multigene phylogeny of Endogonales, an early diverging lineage of fungi associated with plants. In: IMA Fungus. Band8, Nr.2, Dezember 2017, ISSN2210-6359, S.245–257, doi:10.5598/imafungus.2017.08.02.03, PMID 29242774, PMC5729711(freier Volltext) – (englisch).
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↑Tancredo Souza:Evolutionary History and Taxonomy of Arbuscular Mycorrhizal Fungi: From Origins to Modern Classifications. In: Handbook of Arbuscular Mycorrhizal Fungi. Springer Nature Switzerland, Cham 2025, ISBN 978-3-032-04733-5, S.13–50, doi:10.1007/978-3-032-04734-2_2 (englisch).
↑Terry J. Torres-Cruz, Terri L. Billingsley Tobias, Maryam Almatruk, Cedar N. Hesse, Cheryl R. Kuske, Alessandro Desirò, Gian Maria Niccolò Benucci, Gregory Bonito, Jason E. Stajich, Christopher Dunlap, A. Elizabeth Arnold, Andrea Porras-Alfaro:Bifiguratus adelaidae, gen. et sp. nov., a new member of Mucoromycotina in endophytic and soil-dwelling habitats. In: Mycologia. Band109, Nr.3, 4.Mai 2017, ISSN0027-5514, S.363–378, doi:10.1080/00275514.2017.1364958 (englisch).
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