
Der Engel von Portugal (portugiesisch Anjo de Portugal), auch als Schutzengel Portugals (Anjo da Guarda de Portugal), Heiliger Schutzengel Portugals (Santo Anjo da Guarda de Portugal), Schutzengel (Anjo Custódio) oder Engel des Friedens (Anjo da Paz) bezeichnet, wird als Schutzengel Portugals verehrt. Er ist der einzige „Nationalengel“, der als solcher anerkannt ist. Portugal begeht das Fest des Engels von Portugal am 10. Juni. Der Engel von Portugal wurde auch mit dem Erzengel Michael identifiziert.
Im Jahre 1139 soll der Schutzengel Portugals dem König Alfons I. bei der Schlacht von Ourique erschienen sein. Die bekannte portugiesische Überlieferung erzählt außerdem von einer Sonnenfinsternis in Santarém 1147 bei der Schlacht gegen die Mauren, aus der der geflügelte Erzengel Michael hervorkam. Seit jeher besteht eine enge Beziehung zwischen Michael und dem Königreich Portugal. Nachdem Alfons in einer nach dem Erzengel benannten Kirche getauft worden sein soll, wurde jeder spätere Königspalast diesem geweiht. 1117 erkannte der Papst den dynastischen Orden vom Flügel des heiligen Michael an.
An der Ostwand der Kapelle des Klosters Batalha, mit dessen Bau 1386 begonnen wurde, befand sich ein Altar, der dem Schutzengel Portugals geweiht war.
Im Jahr 1504 führte Papst Julius II. auf Wunsch von König Manuel I. von Portugal das Fest des Schutzengels des Königreichs (Anjo Custódio do Reino) ein.
Die Verehrung des Schutzengels Portugals nahm nach dem 17. Jahrhundert erheblich ab und wurde 1952 offiziell wiederhergestellt, als Pius XII. den Gedenktag in den portugiesischen liturgischen Kalender aufnahm.
Lúcia dos Santos und ihre Cousins Francisco und Jacinta Marto, die drei Kinder, die angaben, 1917 die heute als Unsere Liebe Frau von Fátima bezeichneten Marienerscheinungen gesehen zu haben, berichteten außerdem, dieser Engel habe sie bereits 1916 dreimal besucht. Er habe sich als „Engel des Friedens“ bezeichnet. Nach Angaben der Kinder lehrte er sie die ersten beiden Gebete von Fátima sowie Buße und spendete ihnen anschließend die Heilige Kommunion.