Engelbert Fries (* 23. April 1861 in Leidersbach; † 28. April 1946 in Schweinfurt) war ein deutscher Fabrikant, Kommerzienrat (1914), Geheimer Kommerzienrat (1927). Er war Mitbegründer der Firma Fries & Höpflinger AG und deren langjähriger kaufmännischer Leiter.
Fries kam im Herbst 1884 im Alter von 23 Jahren durch seinen Bruder Theodor nach Schweinfurt. Er war zunächst zwei Jahre und zwei Monate als Gefängniswärtergehilfe in der Justizvollzugsanstalt in der Hadergasse beschäftigt.
Ab Februar 1887 arbeitete Fries bei Fischer & Osterloh (später FAG) in Schweinfurt im Verkauf als Handlungsreisender für Nähmaschinen. Neben dem Handel mit Fahrrädern und Nähmaschinen versuchte sich Fischer auch mit der Herstellung von perfekt runden Kugeln für die Tretkurbel der Fahrräder. Nach dem Ausscheiden des Teilhabers Osterloh sicherten die Schwiegereltern von Engelbert Fries den Fortbestand der Firma Fischer mit einem Darlehen von 3500 Mark. Hier lernte er den Techniker Wilhelm Höpflinger kennen, den Fischer 1888 zur Optimierung der Kugelfabrikation eingestellt hatte.
Nach Streitigkeiten mit Friedrich Fischer gründeten Engelbert Fries und Wilhelm Höpfinger mit 5000 Mark Startkapital von Fries‘ Schwiegereltern die Firma Fries & Höpflinger AG, die Kugeln und Kugellager herstellte und diese weltweit vertrieb. Höpflinger hatte die technische, Fries die kaufmännische Leitung des Unternehmens inne. Bis zur Übernahme durch SKF im September 1929 war er als Generaldirektor in der Führung des Unternehmens tätig, danach ging er mit 68 Jahren in den Ruhestand. Fries gilt als Mitbegründer der damaligen Weltmarktführerschaft der Schweinfurter Wälzlagerindustrie.
Engelbert Fries gehörte der konservativen Bayerischen Volkspartei an und unterstützte die Bayerische Akademie der Wissenschaften. König Ludwig III. verlieh ihm das König Ludwig-Kreuz, der Deutsche Ritterorden verlieh ihm das Marianer Halskreuz, der Türkische Rote Halbmond das Verdienstzeichen in weiß-rot und das Preußische Königshaus verlieh ihm das Ehrenkreuz des Kriegshilfediensts.
Über seine Zeit in Schweinfurt hat Engelbert Fries ausführliche Aufzeichnungen hinterlassen.
In seinem Geburtsort Leidersbach wurde er im Januar 1928 zum Ehrenbürger ernannt. Die Geheimrat-Fries-Straße in Leidersbach sowie in Schweinfurt die Engelbert-Fries-Straße erinnern an ihn.
Engelbert Fries wurde als viertes von sechs Kindern des Landwirts Kaspar Fries (1820–1872) und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Stegmann (1826–1879) in Leidersbach bei Aschaffenburg geboren. Nach seiner Schulzeit in Leidersbach erwarb er sich in verschiedenen Positionen in Süddeutschland Kenntnisse für seine spätere Tätigkeit in Schweinfurt.
In Schweinfurt heiratete er 1887 Sophie Meyer (1865–1935), die Tochter des evangelischen Schreinermeisters Georg Samuel Meyer (1835–1919) und seiner Ehefrau Anna Maria, geb. Katzenberger (1838–1919). Fries war bekennender Katholik, jedoch seine drei Kinder Marie (1887–1970), Hermann (1890–1937) und Anna (1893–1914) waren evangelisch getauft.
| Personendaten | |
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| NAME | Fries, Engelbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kugellagerfabrikant |
| GEBURTSDATUM | 23. April 1861 |
| GEBURTSORT | Leidersbach |
| STERBEDATUM | 28. April 1946 |
| STERBEORT | Schweinfurt |