Engelbert Recktenwald

Engelbert Recktenwald FSSP (* 10. Februar 1960 im Saarland) ist ein deutscher römisch-katholischer Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus.

Leben

Der aus dem saarländischen Losheim (seit 1994 Losheim am See) stammende Recktenwald trat 1979 in die Priesterbruderschaft St. Pius X. ein und empfing 1985 durch Erzbischof Marcel Lefebvre die Priesterweihe. Im Juli 1988 verließ Recktenwald die Priesterbruderschaft St. Pius X., als deren Gründer Marcel Lefebvre 1988 vier Priester der Bruderschaft unerlaubt zu Bischöfen weihte und damit ausdrücklich gegen den Willen von Papst Johannes Paul II. handelte. Recktenwald wirkte damals im Priorat der Piusburschenschaft in Stuttgart-Feuerbach und konnte nach seinem Austritt zunächst im Privathaus von Robert Spaemann in Stuttgart wohnen, mit dem er sich anfreundete. Im Ergebnis gründete Recktenwald noch im selben Jahr 1988 zusammen mit Josef Bisig und weiteren ehemaligen Mitgliedern der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Priesterbruderschaft St. Petrus und zog in das Quartier der neuen Vereinigung in Wigratzbad.

Neun Jahre lehrte er am Priesterseminar Wigratzbad. Zeitweise war er Pressesprecher der Priesterbruderschaft St. Petrus und deren deutscher Distriktsoberer. Er studierte Philosophie in München, wo er bei Robert Spaemann den Magister Artium erwarb. Ab 1997 leitete er das Haus der Petrusbruderschaft in Köln. Danach war er bis 2017 in Recklinghausen und Gelsenkirchen stationiert. Seither ist er in Hannover tätig.

Recktenwald gilt innerhalb seines Spektrums als Experte für die Philosophie Immanuel Kants, dessen Denken und vor allem dessen moderne Rezeption in der Theologie er aus einer katholisch-dogmatischen Perspektive hinterfragt und kritisiert. Seit 2001 betreibt Recktenwald sein privates Blog kath-info.de („Das Portal zur katholischen Geisteswelt“), auf dem er theologische, philosophische, kirchen- und kulturpolitische Zeitfragen aus der traditionalistischen Glaubensperspektive der Petrusbruderschaft in kurzen Beiträgen aufgreift oder anreißt, oft durch kurze Zitate aus Veröffentlichungen sowie Buchempfehlungen oder Verweise auf weitere von ihm oder anderen Mitgliedern und Anhängern der Bruderschaft betriebene Publikumskanäle.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Engelbert Recktenwald: Von römischen Tagen und florentinischen Nächten. In: Petrusbruderschaft. Abgerufen am 25. November 2020.
  2. ↑ Josef Meinrad Bisig: Zur Entstehungsgeschichte der Petrusbruderschaft. In: Petrusbruderschaft. Abgerufen am 25. November 2020.
  3. ↑ Josef Bisig: Wie die Mutter vom Sieg siegt. In: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus. Band 18, Nr. 189, Oktober 2008, ZDB-ID 1106951-X, S. 13 (PDF als Archiv).
  4. ↑ Bernward Gerstle: Prof. Robert Spaemann wird achtzig Jahre alt. In: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, Mai 2007, S. 2.
  5. ↑ Engelbert Recktenwald: Das Gut des Glaubens. In: Der Fels, Dezember 1999, S. 340–342 (hier: Autorenprofil. S. 340).
  6. ↑ Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, Februar 2017, S. 14.
  7. ↑ petrusbruderschaft.de, abgerufen am 29. Januar 2019 und am 2. August 2026; Priesterbruderschaft St. Petrus, Rundbrief für Hannover, Nr. 179 (Juli 2026); S. 4.
  8. ↑ Sebastian Ostritsch: Selbstbestimmung? Engelbert Recktenwald verteidigt Kant gegen seine theologischen Liebhaber. In: Communio. 20. September 2024, abgerufen am 3. August 2026.
Personendaten
NAME Recktenwald, Engelbert
KURZBESCHREIBUNG deutscher römisch-katholischer Priester
GEBURTSDATUM 10. Februar 1960
GEBURTSORT Saarland