| Envoi | ||||
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| Livealbum von Bill Dixon | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
3 | |||
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53:05 | ||||
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Besetzung |
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Bill Dixon, Sharon Vogel, Stephen Haynes, Taylor Ho Bynum | ||||
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Aufnahmeort(e) |
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Envoi ist ein Musikalbum von Bill Dixon. Die am 22. Mai 2010 auf dem Festival International de Musique Actuelle de Victoriaville entstandenen Aufnahmen erschienen 2011 auf Les Disques Victo.
Für seinen Auftritt beim Festival in Victoriaville versammelte Bill Dixon ein Ensemble, das aus einer vierköpfigen Blechbläsergruppe (Graham Haynes, Rob Mazurek, Stephen Haynes, Taylor Ho Bynum) bestand; hinzu kamen der Kontrabassklarinettist Michel Côté, die Cellistin Glynis Lomon, der Kontrabassist Ken Filiano und der Perkussionist und Vibraphonist Warren Smith.
Die Kompositionen stammen von Bill Dixon.
Das Live-Album Envoi des Trompeters Bill Dixon sei mit seinem erfrischend konzeptionellen Ansatz genau das Richtige für Hörer, deren Geschmack eher in Richtung des Berauschenden geht, meint Colin Fleming in JazzTimes. Wer beim Hören von Aufnahmen wie Ornette Colemans schwedischen Blue-Note-Aufnahmen [At the ‚Golden Circle‘ Stockholm] gerne zustimmend mit dem Kopf nicke, finde hier sein neues Revier, verteilt auf zwei gigantische Sätze: einen mit einer Länge von 24½ Minuten, den anderen mit fast 28 Minuten, ergänzt durch einen knappen, gesprochenen Epilog, „der dem Hörer hilft, wieder zur Ruhe zu kommen“.

Envoi bewege sich auf für Dixon vertrautem Terrain, berge aber dennoch durchweg Überraschungen und Verfeinerungen; selbst in diesem letzten Stück [vor seinem Tod] habe er seine Erkundung der Nuancen von Orchestrierung, Klangfarbe und Melodie fortgesetzt, meint Ed Hazell (Point of Departure). So würde es beispielsweise gleich zu Beginn eine Passage für die Cellistin Glynis Lomon geben, den Bassisten Ken Filiano, den Kontrabassklarinettisten Michel Coté und die Trompeten. Der Pizzicato-Bass sorge für ein perkussives Element, während das Cello im Coll’arco und die Kontrabassklarinette die Melodie tragen würden und die Trompeten die Klanghüllen durch Crescendi und Decrescendi ausdehnen und wieder zusammenziehen. Solche Klangwelten habe Dixon immer wieder geschaffen, doch die Musik würde nach wie vor frisch und voller Staunen über die unendlichen Möglichkeiten der Musik klingen. Dixon mache sich klangliche Extreme zunutze, indem er sehr hohe Trompeten sehr tiefen Bässen und der Kontrabassklarinette gegenüberstelle, ohne dass etwas den Raum dazwischen einnehme. Es sei Musik von immenser Klarheit und Kraft. Vielleicht noch mehr als auf seinem ersten Orchesteralbum Intents and Purposes vermittle sich der Eindruck, dass Dixon ein Orchesterkomponist großer Strukturen ist, die klare Grenzen für die Improvisation setzen, aber innerhalb dieser Grenzen Bewegungsfreiheit zulassen.
Die durch einen glücklichen Zufall fast zeitgleich erschienene Neuauflage von Intents and Purposes aus dem Jahr 1967 – der ersten vollständigen LP des Trompeters und Komponisten Bill Dixon als Bandleader – und Envoi, seiner letzten aufgezeichneten Darbietung vom Victoriaville-Festival 2010 würden „wie der Anfangs- und Endpunkt einer geraden Linie“ wirken, so Hazell. Dixon sei durch und durch konsequent gewesen und sein ganzes Leben lang einer der kompromisslosesten Visionen der amerikanischen Musik treu geblieben. Als Meister der Langformkomposition für Improvisatoren seien seine strengen Stücke Vorbilder von schlichter Klarheit und raffinierter Melodie, belebt durch ein tiefes Gespür für die Ausdruckskraft von Textur und Klangfarbe. Ihre oft düstere Schönheit lasse niemals – wirklich niemals – falschen Trost oder billige Sentimentalität zu. Es sei Dixons große Leistung als Künstler gewesen, dass er nie aufhörte, sich selbst und seine Zuhörer herauszufordern, sich der absoluten Wahrheit zu stellen.
Bill Dixon sei ein unermüdlicher Innovator, Pädagoge und „Trompeten-Linguist“ gewesen, schrieb Lars Gotrich in seinem Nachruf 2010. Glücklicherweise sei Dixon in der zweiten Hälfte des [zurückliegenden] Jahrzehnts noch sehr aktiv gewesen und habe dabei besonderes Interesse an jüngeren Klangforschern wie dem Kornettisten Taylor Ho Bynum gezeigt. In den Liner Notes zu „Tapestries for Small Orchestra“ habe Bynum geschrieben, dass Dixon, anstatt dem Vorwärtsdrang seiner Zeitgenossen zu folgen, „die Uhr [anhalten] und seinen Blick nach innen [richten] [konnte], auf das unendliche Potenzial des gegenwärtigen Augenblicks statt auf den kommenden“. „Irgendwo im himmlischen Klangraum werden Dixons Momente für immer nachhallen.“