Früchte von Arbutus unedoNahaufnahmeAufgetrennte Frucht
Die Erdbeerbäume (Arbutus), auch Madrone, westlicher Hagapfel, Landbeere, Meerkirsche oder Sandbeere genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie umfasst in etwa zehn Arten und findet sich hauptsächlich in Mittelamerika und dem Mittelmeerraum.
Beschreibung
Erdbeerbäume sind immergrüneBäume oder Sträucher mit glatter, abblätternder, meist rötlich brauner bis grau gescheckter Rinde. Die einfachen, ganzrandigen oder gesägten, oberseitig glänzenden, ledrigen und gestielten Laubblätter sind wechselständig angeordnet.
Die Arten der Gattung Arbutus sind von der Westküste Nordamerikas über Mittelamerika bis Nicaragua sowie im Mittelmeerraum und den Kanarischen Inseln in Gebieten mit Jahreszeitenklima verbreitet. In Mittelamerika werden Höhenlagen bis 3100 Meter erreicht. Keine Art ist in Mitteleuropa zuverlässig winterhart, allerdings gibt es in wintermilden Regionen (z.B. im botanischen Garten in Köln) seit Jahrzehnten ausgepflanzte Exemplare.
Nutzung
Die essbaren fleischigen Früchte (spanischmadroños) schmecken süßsauer und mehlig. Sie werden teils zu Likör und zu Konfitüre sowie Fruchtgelee verarbeitet. Aus der Frucht des Westlichen Erdbeerbaums wird in Portugal der SchnapsMedronho gewonnen. Sie enthalten im Mittel 250mg Vitamin C pro 100g Fruchtfleisch und sind reich an Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Eine weitere typische Nutzung des Erdbeerbaumes ist die Gewinnung eines bitteren Honigs aus dem Nektar der Blüten – italienisch: Miele Amaro. Es ist eine der außergewöhnlichsten Honigsorten überhaupt, weil er in seiner dunklen Erscheinungsform bitter schmeckt. Er ist, von der gewonnenen Menge, ein seltener und damit wertvoller Honig. Da die Blüte des Baumes erst im Spätherbst zwischen Oktober und Januar erfolgt und die Aktivität der Bienen, die sich schon auf die Winterzeit vorbereiten, stark reduziert ist, können nur geringe Mengen Honig gewonnen werden. Eine wesentliche Herkunft ist Sardinien, insbesondere in der wilden Barbagia, wo es ganze, alte Erdbeerbaumwälder gibt.
Westlicher Erdbeerbaum (Arbutus unedoL.) Es gibt mehrere Zuchtsorten, so: Arbutus unedo 'Atlantic', Arbutus unedo 'Compacta', Arbutus unedo 'Elfin King', Arbutus unedo 'Mercurius', Arbutus unedo 'Quercifolia', Arbutus unedo 'Roselily' oder Arbutus unedo 'Rubra'.
Östlicher Erdbeerbaum (Arbutus andrachneL.); das altgriechische Wort „Andrachne“ bedeutet „wilde Erdbeere“, die Art wird auch als Griechischer Erdbeerbaum bezeichnet.
Arbutus × androsterilisSalas, Acebes & del Arco= (Arbutus canariensis × Arbutus unedo) Wie der Artname es aufdrückt sind die Pollen dieser Hybridart steril.
Rey-Erdbeerbaum (Arbutus × reyorumDemoly) = (Arbutus andrachne × Arbutus canariensis × Arbutus unedo); benannt nach den französischen Gärtnern und Pflanzenzüchtern aus Jonquières Jean and Jean-Marie Rey. Die Sorte Arbutus x reyorum 'Marina' wurde erstmals in den USA durch die Saratoga Horticultural Research Foundation im Jahr 1984 wieder eingeführt. Die Ursprünge der Pflanze gehen auf einen Baum in einem Garten in San Francisco in den frühen 1900er Jahren zurück.
Thuret-Erdbeerbaum (Arbutus × thuretianaDemoly) = (Arbutus andrachne × Arbutus canariensis); benannt nach dem französischen Botaniker Gustave Thuret (1817–1875)
Amerikanischer Erdbeerbaum (Arbutus menziesiiPursh); benannt nach dem britischen Mediziner und Biologen Archibald Menzies (1764–1842), wird auch als „Menzies' Erdbeerbaum“ bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind Pazifik-Madrone bzw. Pazifischer Erdbeerbaum.
Mexikanischer Erdbeerbaum (Arbutus occidentalisMcVaugh & Rosatti): Er kommt im nördlichen und westlichen Mexiko vor. Man unterscheidet 2 Varietäten: Arbutus occidentalis var. occidentalis und Arbutus occidentalis var. villosa.
Schachbrett-Erdbeerbaum (Arbutus tessellataP.D.Sørensen): Er kommt in Mexiko vor; das lateinische Wort „tesselatus“ bedeutet mosaikartig, bzw. mit viereckigen Steinchen besetzt und bezieht sich auf das schachbrettartige Muster der Baumrinde
Texanischer Erdbeerbaum (Arbutus xalapensisKunth) (Syn. Arbutus texanaBuckley; benannt nach Xapala, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Veracruz, wird auch als Xapala-Sandbeere bezeichnet. Man unterscheidet zwei Unterarten: Arbutus xalapensis subsp. xalapensis und Arbutus xalapensis subsp. texana (Buckley) A.E.Murray
Arbutus peninsularisRose & Goldman): Er kommt in Texas, New Mexico, in Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua vor; benannt nach der HalbinselNiederkalifornien. Diese Art gilt allerdings nicht als gesichert und ist möglicherweise identisch mit Arbutus xalapensis
GBIF-Datenbank:Arbutus.In:gbif.org.Abgerufen am 16.Januar 2025(englisch).
Einzelnachweise
12Waldemar Ternes, Alfred Täufel, Lieselotte Tunger, Martin Zobel (Hrsg.):Lebensmittel-Lexikon. 4., umfassend überarbeitete Auflage. Behr, Hamburg 2005, ISBN 3-89947-165-2.
1234Peter Schütt, Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm (Hrsg.):Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baum- und Straucharten. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8, S.48 (Nachdruck von 1992).
123
Peter F. Stevens: Ericaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.):The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 6: Flowering Plants, Dicotyledons: Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2004, ISBN 3-540-06512-1, S.169 (englisch)., eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche.
12
Paul D. Sørensen: Arbutus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.):Flora of North America North of Mexico. Volume 8: Magnoliophyta: Paeoniaceae to Ericaceae. Oxford University Press, New York / Oxford u.a. 2009, ISBN 978-0-19-534026-6, S.398 (englisch, online).
↑
Paul D. Sørensen: Arbutus. In: J. L. Luteyn (Hrsg.): Ericaceae, Part II, the superior-ovaried genera. In: Flora Neotropica, Monograph. Band 66, 1995, S. 194–221, Auszug online.
↑Der große Larousse gastronomique: Erdbeerbaumfrucht, S. 243
↑Werner Greuter, Hervé-Maurice Burdet, Gilbert Long (Hrsg.):Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 3: Dicotyledones (Convolvulaceae – Labiatae). Conservatoire et Jardin Botanique, Genève 1986, ISBN 2-8277-0153-7, S.201 (englisch, online).
↑
M. Salas Pascual, J. R. Acebes Ginóves, M. J. del Arco Aguilar: Arbutus ×androsterilis, a new interspecific hybrid between A. canariensis and A. unedo from the Canary Islands. In: Taxon. Band 42, Nr. 4, 1993, S. 789–792, JSTOR:1223264.
12Arbutusim Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 10. Oktober 2017.