Heinrich Färber (* 22. September 1864 in Neu Sandez, Galizien; † 15. Dezember 1941 in Łódź) war ein österreichischer Nationalökonom und Begründer der Ergokratie, einer alternativen Wirtschaftstheorie.
Der gelernte Goldschmied kam 1897 nach Wien und eröffnete ein Goldschmiedegewerbe, das er bis 1914 betrieb. Ab 1917 schuf er eine neue Lehre, die Ergokratische Wirtschaftslehre. 1941 wurde er von Wien in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert, wo er verstarb.
Die Ergokratie (griechisch ergon = Werk, Arbeit, Leistung) ist die Lehre von der gerechten Verteilung. Hauptübel der bestehenden Wirtschaftsordnung ist demnach ein ganzes Bündel von Merkmalen, wie Inflation, Zinssystem, das ungeregelte Geldanlegen, die grenzenlosen Kreditierungen, das monetaristische, ungerechte und ineffiziente Steuersystem, das Geldhorten im großen Stil, die künstlich erzeugten Staatsdefizite und die mutwillig herbeigeführten Staatsschulden.
Seine Form der Kapitalismuskritik fand Anklang bei Anhängern sowohl linker als auch rechter Parteien.
In Österreich trat bei der Nationalratswahl 1949 eine Partei namens Vierte Partei (Ergokraten) an, sie erreichte 7.134 Stimmen und verfehlte damit klar den Einzug ins Parlament.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Färber, Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Nationalökonom |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1864 |
| GEBURTSORT | Neu Sandez, Galizien |
| STERBEDATUM | 15. Dezember 1941 |
| STERBEORT | Litzmannstadt |