| Erica thomensis | ||||||||||||
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Erica thomensis | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Erica thomensis | ||||||||||||
| (Henriq.) Dorr & E.G.H.Oliv. |
Erica thomensis (Synonym: Philippia thomensis Henriq.) ist eine vom Aussterben bedrohte Art aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie ist auf der Insel São Tomé im Golf von Guinea endemisch.

Erica thomensis ist ein reich verzweigter Strauch, der eine Wuchshöhe von 3 bis 4 m erreicht. Die Rinde ist dunkelbraun. Die oberen Zweige tragen allein Blätter. Die Zweige sind mehr oder weniger drüsig behaart. Die 5 mm langen linealischen, dicklichen, drüsig bewimperten Blätter sind zu viert quirlförmig angeordnet. Der Blattstiel ist etwa 1 mm lang und drüsig bewimpert. Die Blüten sind gestielt, an den Enden der Zweige zu viert bis zwölf in doldigen Büscheln angeordnet. Die 4 mm langen Blütenstandsstiele sind drüsig behaart. Der Blütenkelch ist meist vier-, selten fünfzählig. Die Kelchzipfel sind oval und drüsig bewimpert. Die Blütenkrone hat drei gleich lange, ovale Kronblätter, die etwas kürzer als der Kelch sind. Das vierte Kronblatt ist doppelt bis dreimal länger, linealisch, von den übrigen deutlich verschieden und nahezu wie ein Tragblatt am Kelch anliegend.
Die Kronröhre ist annähernd kugelig, meist vier-, selten fünflappig; die Lappen sind stumpf gezähnt. Die Staubblätter sind mehr oder weniger herausragend. Die Staubfäden sind fadenförmig und kahl. Die Fruchtknoten sind annähernd kahl oder spärlich behaart. Der 1 mm lange Griffel ist kräftig und etwa so lang wie der Fruchtknoten. Die Blütennarbe ist kopfig und endständig, mehr oder weniger herausragend. Die Kapsel ist gefurcht, behaart und an der Spitze leicht eingedrückt.
Erica thomensis ist aus dem Heidekraut-Vegetationsgürtel auf São Tomé bekannt, wo sie in Höhenlagen zwischen 1900 und 2020 m vorkommt. Diese Vegetationszone bedeckt nur sehr kleine Flächen auf den Gipfeln des Pico Pequeno und des Pico de São Tomé.
Erica thomensis ist von 17 Sammlungen bekannt, die zwischen 1885 und 2019 auf dem Pico de São Tomé und dem Pico Pequeno, zusammengetragen wurden. Zwei Sammlungen weisen keinen genauen Fundort auf und wurden bei dieser Bewertung nicht berücksichtigt. Die verbleibenden 15 Sammlungen entsprechen vier Vorkommen, die sich alle innerhalb des Parque Natural Obô de São Tomé befinden und eine Subpopulation bilden. Aufgrund von Feldbeobachtungen an den Orten, an denen die Art gesammelt wurde, wurde keines der Vorkommen als erloschen betrachtet. Ein Vorkommen befindet sich auf dem Gipfel des Pico Pequeno. Die drei anderen Vorkommen liegen rund um den Gipfel des Pico de São Tomé. Ausgehend von einer Zellengröße von 2 × 2 km wird das Verbreitungsgebiet dieser Art auf 8 km² geschätzt. Das effektiv besiedelte Gebiet umfasst 0,183 km². Alle vier Vorkommen sind durch den invasiven Roten Chinarindenbaum (Cinchona pubescens) bedroht, der in der Vergangenheit kultiviert wurde und sich nun auf Kosten der natürlichen Vegetation stark ausbreitet. Erica thomensis ist auf offene Flächen im Wald angewiesen, in die jedoch Cinchona vordringt. Der Ökotourismus wird als zukünftige Bedrohung betrachtet, die zu einem Rückgang der Ausdehnung und der Qualität des Lebensraums von Erica thomensis am Pico de São Tomé führen könnte. Daher wird Erica thomensis von der IUCN Red List in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) gelistet.