Erich Ryneck

Erich Hans Paul Ryneck (* 18. November 1899 in Rixdorf; † 7. April 1976 in Berlin-Steglitz) war ein deutscher Kommunalpolitiker (SPD). Er war von 1946 bis 1948 Bezirksbürgermeister von Pankow im sowjetischen Sektor von Berlin.

Leben

Ryneck war ein Sohn der SPD-Politikerin Elfriede Ryneck, die in der Weimarer Republik Abgeordnete im Reichstag sowie Preußischen Landtag war, und des Verlagsmitarbeiters Emil Ryneck. Er selbst studierte nach dem Abitur an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und schloss als Ingenieur ab. In den 1920er-Jahren arbeitete er im Landesarbeitsamt der preußischen Provinz Brandenburg. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er 1933 gemaßregelt und aus seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst entlassen.

Ryneck war mit Erna Bresemann (* 20. Juni 1900) verheiratet, mit der er gemeinsam drei Kinder hatte: Peter (* April 1933), Jutta (* 27. März 1934), die spätere Juristin und Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, und Brigitte (* 15. Februar 1940). In der Zeit des Berufsverbots kümmerte er sich um die Kinder und den Haushalt, während seine Frau als Kellnerin arbeitete, um den Lebensunterhalt der Familie zu finanzieren. Später wurde er in der Rüstungsindustrie dienstverpflichtet.

Nach Kriegsende 1945 wurde Ryneck Leiter des Heiz- und Maschinenamtes beim Bauamt Pankow. Ab April 1946 war er geschäftsführender Vorsitzender des Kreisvorstandes Pankow der SPD, die aufgrund des Viermächte-Statuts in Berlin auch nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED fortbestand. Am 20. Oktober 1946 fanden in ganz Berlin die ersten demokratischen Wahlen zu den Bezirksvertretungen seit 1933 statt. Als Ergebnis wurde der von der SPD nominierte Erich Ryneck von Dezember 1946 bis Dezember 1948 Bezirksbürgermeister des Bezirks Pankow. Nach dem Krieg besuchte der Sohn Peter die Schulfarm Insel Scharfenberg. Da Ryneck ein Gegner der Vereinigung von SPD und KPD zur SED gewesen war, befürchtete er in Ost-Berlin Repressionen und übersiedelte deshalb in den Amerikanischen Sektor nach Berlin-Lichterfelde.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Geburtsregister StA Rixdorf, Nr. 3165/1899
  2. ↑ Sterberegister StA Steglitz von Berlin, Nr. 1365/1976
  3. 1 2 Bernhard Meyer: Sozialdemokraten in der Entscheidung. Biographien und Chronologie. Edition Luisenstadt, Berlin 1994.
  4. 1 2 Karin Deckenbach: Jutta Limbach
  5. ↑ Geschichte Rathaus 6. 1945 Die schweren Nachkriegsjahre (1945–1949). Bezirksamt Pankow, abgerufen am 15. Oktober 2014.
Personendaten
NAME Ryneck, Erich
ALTERNATIVNAMEN Ryneck, Erich Hans Paul (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker (SPD)
GEBURTSDATUM 18. November 1899
GEBURTSORT Rixdorf
STERBEDATUM 7. April 1976
STERBEORT Berlin-Steglitz