Erika Sulzer-Kleinemeier

Erika Sulzer-Kleinemeier (* 30. August 1935 in Rostock; † 27. September 2026 in Gleisweiler) war eine deutsche Fotografin und Journalistin.

Leben

Erika Sulzer-Kleinemeier studierte ab 1955 Fotografik und Malerei bei HAP Grieshaber und Robert Ruthardt an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Seit den 1960er Jahren arbeitete sie als freie Fotografin und veröffentlichte ihre Arbeiten in zahlreichen Zeitschriften und Magazinen. Sie wohnte mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Düsseldorf, Frankfurt und London. 1976 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Sulzer-Kleinemeier lebte und arbeitete seitdem bis zu ihrem Tod in Gleisweiler in der Pfalz. Zu ihrer Tätigkeit als Bildjournalistin fungierte sie als Vorsitzende der Stiftung Simonshof.

Fotografie

In ihrer inzwischen über 40-jährigen Tätigkeit als Bildjournalistin zeichnete sich Sulzer-Kleinemeier als genaue Beobachterin ihrer Umgebung und der deutschen Nachkriegsentwicklung aus. Ihr intimer Blick auf die Mächtigen des Landes, ebenso wie auf die unbekannten Menschen auf der Straße, bewegten die Betrachter in zahlreichen Ausstellungen, ebenso wie in Buchveröffentlichungen und unzähligen Publikationen in Zeitschriften, wie u. a. national Der Spiegel, Stern, Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Rheinischer Merkur, die tageszeitung, oder international in der Washington Post, dem Daily Telegraph und dem Telegraph Magazine. Das Spektrum ihrer Fotografien reicht von den Protesten der 1968er über Sozial-Reportagen, Dokumentationen von Protesten gegen die Pershing-II Raketen in Mutlangen bis hin zu Spuren des jüdischen Lebens und großformatigen Panorama-Landschaften in der Pfalz.

Stiftung Simonshof

2001 gründete Erika Sulzer-Kleinemeier gemeinsam mit ihrem Mann, dem Architekten und Autor Peter Sulzer, die Stiftung Simonshof, welche sich die Förderung von Kunst, Kultur, Bildung und der deutsch-französischen Zusammenarbeit zum Auftrag gemacht hat und in Einheit mit einem Museum für Gestaltung ihren Sitz im südpfälzischen Gleisweiler hat. Die Stiftung wurde in Erinnerung an den Sohn des Paares, den Designer Friedrich Sulzer (1962–2000), gegründet und ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts und bietet Ausstellungen, Seminare und Workshops an.

Auszeichnungen

2017 erhielt Erika Sulzer-Kleinemeier „für ihre besonderen Verdienste um die Gesellschaft“ die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz: „Als Fotojournalistin für zahlreiche namhafte Medien habe sie die deutsche Nachkriegsentwicklung mehr als 2 Millionen Mal festgehalten und mit ihrem Schaffen Meilensteine politischer und gesellschaftlicher Strömungen dokumentiert.“

Bibliografie (Auswahl)

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ "Zeugin der Zeit" in: wochentaz vom 10.–16. Oktober 2026, S. 10 und Todesanzeige in der gleichen Ausgabe, Seite 36.
  2. 1 2 3 Was war und ist. In: Städtische Galerie Offenburg. Archiviert vom Original am 30. November 2024; abgerufen am 13. Oktober 2026.
  3. ↑ Zur Person: Erika Sulzer-Kleinemeier - Kaiserslautern. In: Die Rheinpfalz. 29. Juli 2015, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  4. ↑ Mitteilung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd des Landes Rheinland-Pfalz vom 30. August 2017 https://sgdsued.rlp.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2024. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  5. ↑ Vgl. Weblinks: Porträt über ESK im rheinland-pfälzischen Online-Migrationsmuseum „Lebenswege“
  6. ↑ Jochen Becker: "Abwaschbare Kopfkissen. Erika Sulzer-Kleinemeiers „Augenblicke des Zeitgeschehens“ im Kunstverein Wolfsburg dokumentieren auch ein Stück deutscher „Gastarbeiter“-Geschichte", in: Die Tageszeitung, 29. Oktober 1999, S. 16 https://taz.de/
  7. ↑ Gastarbeiter aus der Türkei und Jugoslawien beim Bau des Stollens unter der Hauptwache. Historisches Museum Frankfurt, archiviert vom Original am 6. November 2025; abgerufen am 13. Oktober 2026.
  8. ↑ Erika Sulzer-Kleinemeier. Ursula Blickle Stiftung, archiviert vom Original am 7. Oktober 2007; abgerufen am 13. Oktober 2026.
  9. ↑ Einladung zur Vernissage auf: https://museum-offenburg.de
  10. ↑ Nachricht des Bezirksverband Pfalz vom 30. September 2015: "„… im Bündel des ewigen Lebens“ Fotos jüdischer Friedhöfe von Erika Sulzer-Kleinemeier in Kaiserslautern zu sehen" https://www.bv-pfalz.de
  11. ↑ Eine Kamera für den Frieden. Stadt Kaiserslautern, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  12. ↑ https://www.faz.net/
  13. ↑ https://lokale-friedensarbeit.de
  14. ↑ „Architekt mit Visionen“, in: Die Rheinpfalz, 31. Oktober 2016 https://www.rheinpfalz.de/
  15. ↑ Einblick - Stadt der Fotografinnen. In: Deutsche Digitale Bibliothek. 2024, abgerufen am 15. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Sulzer-Kleinemeier, Erika
KURZBESCHREIBUNG deutsche Fotografin und Journalistin
GEBURTSDATUM 30. August 1935
GEBURTSORT Rostock
STERBEDATUM 27. September 2026
STERBEORT Gleisweiler