Erika Taube

Erika Taube, 2010

Erika Taube (geb. Vieweg; * 22. November 1933 in Nossen; † 3. Juli 2020 in Markkleeberg) war eine deutsche Ethnologin und Folkloristin, die mit ihrer Forschung zu den Tuwinern des mongolischen Altai bekannt geworden ist.

Leben

Erika Taube studierte von 1952 bis 1957 Sinologie, Tibetologie und Japanologie an der Universität Leipzig und 1957/1958 in Peking. Danach war sie wissenschaftliche Assistentin, später wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ostasiatischen Institut der Universität Leipzig. Nach dem Studium arbeitete sie sich in die Mongolistik und in die Folkloristik ein. 1964 folgte die Promotion mit einer Dissertation über mongolische Märchenstoffe. Seit 1966 forschte sie in der Mongolei, besonders bei den Tuwinern des mongolischen Altai. Ab 1992 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften (Lehre der mongolischen und tuwinischen Sprache und Kultur) der Universität Leipzig. 1996 wurde ihr der Friedrich-Weller-Preis verliehen. Erika Taube war mit dem Tibetologen und Mongolisten Manfred Taube verheiratet. Sie verstarb in Markkleeberg bei Leipzig am 3. Juli 2020. Bekannte Schüler von Erika Taube sind der Orientalist und Publizist Jakob Taube (Markkleeberg) und die Ethnologin und Schriftstellerin Anett C. Oelschlägel (Halle/Saale).

Erika Taube mit einer Altaituwinerin, 1982

Werk

Erika Taube beschäftigte sich mit den vor ihren Studien nahezu unbekannten Tuwinern im mongolischen Altai. Seit den sechziger Jahren arbeitete sie sich in die Sprache, Geschichte und Kultur dieser schriftlosen Ethnie ein. Ihre Forschung konzentrierte sich besonders auf die mündliche Tradition der Tuwiner. Neben den kleinen Formen der tuwinischen Volksdichtung, wie Sprichwörter, Rätsel und Lieder, sammelte sie vor Ort Märchen, Epen und Sagen, die sie aufzeichnete, transkribierte, übersetzte und in mehreren Büchern veröffentlichte. Dazu kamen wissenschaftliche Untersuchungen zur Ethnographie und Folkloristik dieser Ethnie. Unterstützend wirkte in einigen ihrer Projekte an ihrer Seite der altaituwinische Schriftsteller Galsan Tschinag. Erika Taubes folkloristisches Material dient bis heute Turkologen und Folkloreforschern als reichhaltige Quelle für weitere Forschungen.

Preise und Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Herausgaben und Monographien

Aufsätze zur Ethnographie

Aufsätze zur Ethnographie der Tuwiner

Aufsätze zur Folkloreforschung

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige. In: Leipziger Volkszeitung vom 18. Juli 2020.
  2. ↑ Anett C. Oelschlägel: Nachruf für Frau Dr. phil. Erika Taube. In: Märchenspiegel 3/2020 vom 21. September 2020, S. 49ff.
  3. ↑ Kurz CV und Bibliographie von Erika Taube.
  4. ↑ Nachruf für Frau Dr. phil. Erika Taube. In: Märchenspiegel 3/2020 vom 21. September 2020, S. 49ff.
  5. ↑ Friedrich-Weller-Preis saw-leipzig.de. Abgerufen am 27. April 2020.
  6. ↑ Nachruf für Frau Dr. phil. Erika Taube. In: Märchenspiegel 3/2020 vom 21. September 2020, S. 49ff.
  7. ↑ Anett C. Oelschlägel, Ingo Nentwig, Jakob Taube (Hrsg.): Roter Altai gib Dein Echo. Festschrift für Erika Taube. Universitätsverlag 2005.
  8. ↑ Kurz CV und Bibliographie von Erika Taube.
  9. ↑ Manfred Taube, Jakob Taube (Hrsg.): Erika Taube – Briefe aus der Mongolei (1966–1987) Leipzig 2020, ISBN 978-3-96023-357-2(univerlag-leipzig.de)
  10. ↑ Der Freitag.
  11. ↑ Kurz CV und Bibliographie von Erika Taube.
  12. ↑ Nachruf für Frau Dr. phil. Erika Taube. In: Märchenspiegel 3/2020 vom 21. September 2020, S. 49ff.
  13. ↑ Friedrich-Weller-Preis saw-leipzig.de. Abgerufen am 27. April 2020.
Personendaten
NAME Taube, Erika
ALTERNATIVNAMEN Vieweg, Erika
KURZBESCHREIBUNG deutsche Ethnologin, Turkologin und Folkloristin
GEBURTSDATUM 22. November 1933
GEBURTSORT Nossen
STERBEDATUM 3. Juli 2020
STERBEORT Markkleeberg