Ernst Volk

Ernst Volk (* 13. November 1927 in Biskirchen; † 16. Oktober 2015 in Berlin) war ein deutscher lutherischer Pfarrer und Theologe.

Leben

Ernst Volk wuchs in Biskirchen an der Lahn auf, wo er 1942 in der reformiert geprägten Kirchengemeinde konfirmiert wurde. Er besuchte das Gymnasium Philippinum Weilburg, was durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde. Dort erlebte er 1944/45 traumatisierende Geschehnisse und die Unentrinnbarkeit von Lebenssituationen, die er im Unterschied zu vielen Kameraden überlebte. Nach kurzer Gefangenschaft konnte er ausgehungert nach Biskirchen zurückkehren. Nach 1945 besuchte er wieder das Gymnasium in Weilburg, das er 1946 mit dem Abitur abschloss. Er entschloss sich zu einem Studium der Evangelischen Theologie in Marburg, wo er vom reformierten zum lutherischen Bekenntnis übertrat, als auch in Wuppertal. Dem 1. Theologischen Examen folgte 1952 sein Vikariat in Oberhausen und in Wetzlar-Niedergirmes. Danach ließ er sich auf die lutherischen Bekenntnisschriften ordinieren und beschäftigte sich fortan mit den Schriften und der Theologie Martin Luthers, für dessen reformatorisches Erbe er sich einsetzte. Anschließend arbeitete er als Pfarrverweser in Hückelhoven bei Aachen. Von 1956 bis 1992 war er Pfarrer in Mülheim an der Mosel. Er förderte besonders die Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises mit Kirchengemeinden in der Uckermark.

Von 1972 bis 1995 war er Vorsitzender des Lutherischen Konvents im Rheinland, danach deren Ehrenvorsitzender. 1960 wurde Volk von der Kreissynode Trier als Skriba in den Kreissynodalvorstand gewählt. 1964 wählte sie ihn dreimal in Folge in das Amt des Superintendenten, das er bis zu seiner Pensionierung 1992 innehatte.

Als Autor von Beiträgen im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ wurde er überregional bekannt. Für Aufsehen sorgte er, als er sich 1996 gegen die Teilnahme von Protestanten an katholischen Wallfahrten – etwa nach Lourdes oder zum Heiligen Rock nach Trier – aussprach. Wer dies tue, erkenne damit römische Lehrentscheidungen an.

Privates

Ernst Volk heiratete 1954 seine Frau Gertraude Hirse, die 2012 verstarb. Die kirchliche Trauung fand in Rothenburg an der Neiße statt, wo sein Schwiegervater als Pfarrer tätig war. Das Paar hatte drei Kinder und wohnte in Mülheim an der Mosel. Nach dem Tod seiner Frau zog er 2013 in die Nähe seiner Kinder nach Berlin in ein Pflegeheim.

Veröffentlichungen (Auswahl)

als Mitautor

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Trauer um Ernst Volk (Memento vom 4. November 2015 im Internet Archive), ekir.de
  2. 1 2 Nachruf für Ernst Volk vom 23. Oktober 2015 (Memento vom 31. Oktober 2015 auf WebCite)
  3. ↑ Lutherischer Konvent im Rheinland in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  4. ↑ Konservativer Lutheraner Ernst Volk gestorben, idea.de, 21. Oktober 2015.
  5. ↑ Traueranzeige Gertraude Else Volk, geb. Hirse (Memento vom 31. Oktober 2015 im Internet Archive), Traueranzeige vom 14. Mai 2012
  6. ↑ Thomas Berke: Lebenslauf und Würdigung des Wirkens von Pfarrer und Superintendent i. R. Ernst Volk, ekir.de, Trauergottesdienst am 23. Oktober 2015 in der Ev. Kirche Mülheim an der Mosel.
Personendaten
NAME Volk, Ernst
KURZBESCHREIBUNG deutscher lutherischer Pfarrer
GEBURTSDATUM 13. November 1927
GEBURTSORT Biskirchen
STERBEDATUM 16. Oktober 2015
STERBEORT Mülheim an der Mosel