Wegen des ausgeprägt aromatischen Geruches werden die Ester kurzkettiger Carbonsäuren – wie Buttersäureethylester – auch Fruchtester genannt (siehe auch Fruchtaroma). Verwendung findet Buttersäureethylester als Aroma in der Parfümherstellung und in Getränken, z.B. in Likören und in Orangensaft.
Vorkommen
Ananas und aufgeschnittene Frucht
Buttersäureethylester kommt nicht nur in der Ananas vor, sondern trägt auch zum typischen Aroma von Erdbeeren, Äpfeln, Bananen, Pfirsichen und Orangen bei. Auch in alkoholischen Getränken und Käse kann er nachgewiesen werden. Er ist zusammen mit Decanal der wichtigste Beitrag zum Geschmack von Orangensaft und wird diesem daher häufig als Aromastoff zugesetzt. Buttersäureethylester zählt zu den wichtigen Komponenten von frischem Ananasgeruch, insbesondere bei der Sorte Smooth Cayenne. Es gibt aber auch Ananassorten, deren Aroma von anderen Estern dominiert wird.
Die erste ausführliche Beschreibung des Buttersäureethylesters von 1843 nennt folgende Eigenschaften: „er ist flüssig, farblos, sehr beweglich, sehr leicht entzündbar und besitzt einen angenehmen Geruch, welcher eine Aehnlichkeit hat mit dem der Ananas. Er ist wenig löslich in Wasser, in allen Verhältnissen aber auflöslich in Alkohol und Methanol. […] Alkalien, selbst bei Kochhitze, zersetzen ihn nur langsam.“
↑D’Ans Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Band II: Organische Verbindungen. 4. Auflage Springer, Berlin 1983, ISBN 3-540-12263-X.
↑Mette Larsen, Leif Poll:Odour thresholds of some important aroma compounds in strawberries. In: Zeitschrift für Lebensmittel-Untersuchung und Forschung. Band195, Nr.2, August 1992, S.120–123, doi:10.1007/BF01201770: „The most important compounds were ethyl butanoate…“
↑Stefan Lunkenbein:Reifekorrelierte Enzyme des Sekundärstoffwechsels von Erdbeeren (Fragaria x ananassa). Dissertation, Technische Universität München. April 2006, S.7 (tum.de[PDF; 2,0MB; abgerufen am 8.September 2017]): „Komponenten mit den höchsten Aroma-Werten“
↑Cindy Lang:Sensoren zum Monitoring des Nachernteverhaltens von klimakterischen Früchten. Dissertation Technische Universität Berlin. 2011, S.10 (tu-berlin.de[PDF; 2,8MB; abgerufen am 8.September 2017]): „Zu den wichtigsten Estern zählen Buttersäureethylester“
↑R. Tressl, F. Drawert, W. Heimann, R. Emberger: Notizen: Gaschromatographische Bestandsaufnahme von Bananen-Aromastoffen. In: Zeitschrift für Naturforschung B. 24, 1969, S.781–783(online).
↑Carbonylreaktionen I, 8.1.2 Buttersäureethylester.(PDF)In:Grundpraktikum Organische Chemie für Studierende der Fachrichtungen Chemie und Lebensmittelchemie.Universität Hamburg, Fachbereich Chemie,21.März 2011,abgerufen am 8.September 2017.
↑Théophile-Jules Pelouze, Amédée Gélis:Ueber die Buttersäure. In: Otto Linné Erdmann, Richard Felix Marchand (Hrsg.): Journal für Praktische Chemie. Band29, Nr.1. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1843, Seiten 462–463: Der Butteräther, S.453–465, doi:10.1002/prac.18430290171 (bsb-muenchen.de– Statt „Ester“ wurde damals der nach heutiger Nomenklatur unangemessene Begriff „Äther“ benutzt.).
↑Théophile-Jules Pelouze, Amédée Gélis:Ueber die Buttersäure. In: Friedrich Wöhler, Justus Liebig (Hrsg.): (Justus Liebigs) Annalen der Chemie und Pharmacie. Band47, Nr.3. C. F. Winter, Heidelberg 1843, Seiten 250–251: Buttersäure-Aether, S.241–253, doi:10.1002/jlac.18430470302 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).