Eumeswil

Autor Ernst Jünger (rechts) und Verleger Ernst Klett (links) in den 1980er Jahren

Eumeswil ist ein 1977 erschienener utopischer Roman von Ernst Jünger. Er spielt in einer nicht genau bestimmten Zukunft in dem fiktiven Stadtstaat Eumeswil an der nordafrikanischen Küste. Der Ich-Erzähler Martin „Manuel“ Venator ist Historiker und stammt aus einer alten Gelehrtenfamilie. Er hält deren unreflektiertes politisches Engagement für überholt und tritt als „Nachtsteward“ in den Dienst des Condors, des Tyrannen von Eumeswil. Mit diesem begibt er sich schließlich auf eine Expedition in die Wälder, von der er nicht zurückkehrt. Martin Venator beschreibt sich als „Anarch“, der politische Entwicklungen zwar aus der Nähe beobachtet, sich innerlich aber aus ihnen heraushält und sie nicht zu „seiner Sache“ macht. Die Begründung und Veranschaulichung dieses Lebenskonzeptes nimmt in dem Werk einen breiten Raum ein. Viele Grundgedanken des Romans, aber auch diverse konkrete Elemente der geschilderten Dystopie schließen an frühere Werke Jüngers an.

Die Welt von Eumeswil

In dem Roman führte die Entwicklung der Technik nach einem Zeitalter der Weltkriege im 21. Jahrhundert zur Bildung eines Weltstaates. Der zerfiel dann in mehrere Herrschaftsgebiete, die als Diadochenreiche bezeichnet werden. Bei Eumeswil handelt es sich um einen kleinen Staat, der von diesen benachbarten größeren Reichen – etwa denen des Gelben und des Blauen Chans – abhängig ist. In der Stadt Eumeswil wechseln sich von Zeit zu Zeit auf gewaltsame Art und Weise republikanische Systeme, in denen die Regierung von Tribunen ausgeübt wird, mit tyrannischen Herrschaften ab.

Blick über die Bucht von Agadir auf die Ruine der dortigen Kasbah

Zur geografischen Lage heißt es: „Das Gebiet grenzt im Norden an die See; je nach Laune glaube ich manchmal am Mittelmeer, manchmal am Atlantik zu sein. Nach Süden verliert es sich in die Wüste“ (S. 46). Der Name leite sich vom hellenistischen Feldherrn Eumenes von Kardia her (S. 86). Konkretes Vorbild Jüngers für die Schilderung der fiktiven Stadt Eumeswil war die marokkanische Hafenstadt Agadir, die der Autor 1969 erstmalig besucht hatte, im Mai und Juni 1975 während der Arbeiten am Roman noch einmal ausgiebig studierte und im Januar 1977, also im Erscheinungsjahr von Eumeswil, mit einem französischen Fernsehteam besichtigte.

Im Roman gibt es zwei Parallelwelten. Zum einen in den Katakomben, in die zahlreiche Wissenschaftler ausgewandert sind, ein anscheinend weltweites und schon seit Generationen bestehendes unterirdisches System, zum anderen im „Wald“, der einerseits der tropische Regenwald ist, andererseits eine fantastische Region mit Fabelwesen, aus der von Reisenden wundersame Erlebnisse berichtet werden.

Inhalt

Die Lehrer

Martin Venator ist Dozent für Geschichte und arbeitet zugleich als „Nachtsteward“, eine Art Barkeeper (S. 71), im Dienst des Condors, des Tyrannen von Eumeswil. Er hat dabei unter anderem einen „knapp anliegenden“ blaugestreiften Anzug ohne Unterwäsche und ein „lächerliche(s) Mützchen“ zu tragen (S. 16). Der Condor nennt ihn außerdem „Manuel“, weil das besser klinge. „Manuel“ fühlt sich wohl in seiner Haut (S. 19).

Einer seiner Lehrer ist der Historiker Vigo, dessen Assistent Venator ist und auf den er seine Fähigkeit zum unbefangenen, von eigenen historischen Verwurzelungen unabhängigen Blick auf die Geschichte zurückführt. Vigo wird von Kollegen und Presse verspottet, weil er eine metaphernreiche Sprache verwendet und mythologische Vergleiche zur Interpretation der Geschichte heranzieht. Er hatte Martin Venator geraten, den Posten als Nachtsteward anzunehmen, weil er im Umgang mit den Machthabern Erkenntnisse für seine historischen Arbeiten gewinnen könne.

Weitere Lehrer sind der Philosoph Bruno, der unter anderem Zugang zu den Katakomben hat, und der Grammatiker Thofern, der auf einer präzisen Verwendung der Sprache besteht, wo man sie in Eumeswil weitgehend vernachlässigt.

„Manuels“ Vater und Bruder, liberale Historiker, die auf der Seite der Tribunen standen, sind entsetzt, dass er in den Dienst des verhassten Tyrannen geht. Er hält umgekehrt ihre politischen Überzeugungen für überkommen und hohl. Die Familienmitglieder haben sich nicht viel zu sagen. Martin Venator war ein unerwünschtes zweites Kind; sein Vater wollte ihn abtreiben lassen. Er spricht von seinem Vater als seinem „Erzeuger“.

Seine Dienste als Barkeeper des Condors nutzt „Manuel“, um alle dortigen Gespräche genau zu verfolgen. Während er äußerlich völlig unbeteiligt erscheint, bemüht er sich, alles Gehörte aufzunehmen und zu behalten. Zu diesem Zweck verbirgt er in den Getränke-Abrechnungen der Nachtbar eine Geheimschrift, indem er bestimmte Buchstaben stärker aufdrückt und dabei mit einem Punktsystem Kernelemente des Gehörten verschlüsselt. Ergänzend dazu hat er von seinem Lehrer Bruno aus den Katakomben einen besonderen Stift mitgebracht bekommen, der anscheinend mit Hilfe psychoaktiver Substanzen die Aufnahmefähigkeit bzw. Erinnerungsleistung des Notierenden steigert (S. 66–68).

Abgrenzung und Sicherheit

Bei einem Putsch hätte „Manuel“ mit zwei Kabinenstewards einen kleinen Posten namens Entenhütte zu bewachen. Er überlegt, dass diese Mitstreiter unzuverlässig sind und er sie entweder entlassen oder umbringen müsste. Bei verschiedenen Wanderungen entdeckt er einen verlassenen, überwucherten Bunker und richtet ihn über Monate hinweg unauffällig mit Lebensmitteln, Waffen und anderen Gegenständen ein. Falls der Condor gestürzt würde, will er dort eine Zeit lang untertauchen.

Nachtbar-Notizen

Die Kasbah von Sousse

Der Condor residiert auf der Kasbah, einer Festung in der Nähe der Stadt. Gelegentlich begibt er sich abends noch in die Nachtbar, wo „Manuel“ bedient. An den meisten Abenden hat „Manuel“ frei. Wenn der Condor erscheint, dann meist mit seinem Sicherheitschef Domo und seinem Arzt Attila. Mitunter sind weitere aus dem Gefolge dabei, selten ein Staatsgast wie der Gelbe Chan. Condor, Domo und Attila besprechen des Öfteren, wie auf Vorgänge in Eumeswil zu reagieren sei, sie „sehen in der Tyrannis den einzigen Rahmen, in dem die atomisierte Masse in Form gehalten und der Kampf aller gegen alle verzögert werden kann“ (S. 179).

Als ein Journalist einen satirischen Artikel über den Condor als Geier und Aasfresser schreibt, lassen sie mitten in der Nacht einen Vogelkundler auf die Kasbah kommen, der eine möglichst positive Beschreibung des Kondors als besonders großen und majestätischen Vogel zu liefern hat. Das Bild des Aasfressers wird dabei nicht abgelehnt, sondern nur positiv umgedeutet.

Bei diesen und anderen Diskussionen wird deutlich, dass „Manuel“ in der Nachtbar nicht nur die praktische Ausübung der Macht studieren kann, sondern dort auch wertvolle Gedanken und Analysen ausgetauscht werden. Während die Gedankenwelt des Domo sich weitgehend auf die pragmatischen Anfordernisse der Politik beschränkt (S. 179 und 199), hat der Condor „Sinn für Geschichte und ihre Verflechtung“ (S. 197) sowie eine Faszination für vergangene Epochen und historische Parallelen. Attila schließlich hat als einziger der drei einen Blick, der über geschichtliche Entwicklungen hinaus geht und mythische, symbolische, kosmische Zusammenhänge mit einschließt (S. 177–180). Da „Manuel“ der Ansicht ist, dass in der Spätzeit Eumeswils keine geschichtliche Entwicklung mehr möglich ist (siehe unten zur Posthistoire), sind Attilas Gedanken für ihn demnach besonders interessant.

Ein Tag auf der Kasbah

„Manuels“ Tag beginnt damit, dass er sich ausführlich vor einem Spiegel betrachtet und seine „Präsenz“ überprüft; dann wartet ihm ein Kabinensteward auf. Dies war zunächst der Norweger Dalin, nun ist es mal Kung, ein chinesischer Koch, mal Nebek, ein gewalttätiger Libanese.

Das Kapitel verfolgt nicht wirklich „Manuels“ weiteren Tagesablauf, sondern es schließen sich ausführliche Exkurse an die drei Kabinenstewards an. Dalin beging regelmäßig Diebstähle und Sabotage um der bloßen Zerstörung willen. Er starb, als er einen Koffer stahl, der zufällig eine Bombe enthielt. Zu Dalins Tod wird der Anwalt beschrieben, der die Bombe in seinem Koffer platziert hatte, daraufhin das Rechtssystem Eumeswils, in dem ein-, zweimal im Jahr zur Demonstration die Todesstrafe vollstreckt wird, daraufhin die Inseln, auf die die jeweiligen politischen Gegner verbannt werden, daraufhin, wie sich auf einer dieser Inseln, auf der die Verbannten unter sich bleiben, eine Gesellschaft im Kleinen entwickelt hat. Es wird von Kungs kulinarischen Vorlieben und von seiner Frau berichtet. Nebek schließlich vertraut „Manuel“ an, wie er als Kind einen Koranlehrer bewundert hatte, der andere Schüler prügelte. Die Beschreibung entspricht der Zaddecks in Die Zwille.

Max Stirner: eine Skizze von Friedrich Engels, nach 50 Jahren aus der Erinnerung gezeichnet. Laut Zeitgenossen sieht diese Zeichnung Stirner nicht ähnlich

Die einzige Beschäftigung, der „Manuel“ im Lauf dieses Tages nachgeht, sind historische Studien. Das Hauptinstrument dafür ist ein sogenanntes Luminar (siehe unten), von dem auf Anfrage Informationen zu historischen Ereignissen ausgegeben oder diese vorgespielt werden. Er lässt sich beispielsweise in die Berliner „Weinstube von Jacob Hippel“ während der Revolutionen 1848/1849 führen. Sein Ziel ist Max Stirner: „Ich sehe ihn sitzen und rauchen, ein zartes Profil. Die Skizze, die Friedrich Engels in London entwarf, trifft nur die Mittelpartie: die gerade Nase und den feinen Mund. Sie wurde im Luminar durch Medien revidiert. Auch hier, doch weniger fliehend, die hohe Stirn.“ (S. 320) Stirners Werk Der Einzige und sein Eigentum liefert ihm das Vorbild für die Selbstbeschreibung als „Anarch“. Daraus werden unter anderem zwei Axiome angeführt: „1. Das ist nicht Meine Sache. 2. Nichts geht über Mich.“ (S. 324)

Zu Bett gegangen stellt „Manuel“ noch Überlegungen zu den Katakomben und zum Wald an: „Auch in den Katakomben geschieht mehr, als daß Wissen gehortet und verwaltet wird. Man rüttelt nicht am Bewusstsein, sondern an der Art. Im Wald soll eine neue Isis gezeugt, durch die Unterirdischen Prometheus vom Kaukasus befreit werden.“ (S. 338) „Wenn ich es recht beurteile, sind zwei Schulen am Werke; die eine will das Großhirn aufstocken, während die in den Wäldern es in das Stammhirn versenken will.“ (S. 339)

Ein Tag in der Stadt

„Manuel“ besucht regelmäßig die Prostituierte Latifah. Weiter betreibt er Studien mit der Studentin Ingrid, deren Arbeit er als Dozent betreut und mit der er ebenfalls ein Verhältnis hat.

Vom Walde

An einem weiteren Abend berichtet Attila von einer Expedition in den südlichen Wald, von fantastischen neu entstandenen Pflanzen und Tieren und märchenhaften Traumerlebnissen. Ihm sei erschienen, „daß eine Sensibilität, wie wir sie nur von den Mimosen kennen, hier allgemein geworden war“ (S. 369). Züchtungen, wie sie die Naturwissenschaftler seit Langem vergeblich versuchten, seien hier gleichsam mühelos von sich gegangen. Und diese paradiesische Lebenskraft habe Attila dort nicht nur beobachten können: „Ich spürte auch mich selbst in die Verwandlung einbezogen“ (S. 368).

Nach seiner Durchquerung des Waldes sei Attila an den jenseits davon liegenden „chaotischen Strand“ (S. 371) gelangt. Dabei handele es sich um große Deponien, in denen die Menschen vom Schutt vergangener Kulturen leben, den sie nicht mehr bewältigen könnten: „Sie schienen kaum zu leben, eher traumhaft zu dämmern, wie damals, bevor Prometheus ihnen das Feuer spendete“ (S. 372). Sie wohnen in ausgescharrten Höhlen, ernähren sich als primitive Jäger und Sammler und sind nicht einmal mehr in der Lage, einfache Werkzeuge aus Stein oder Holz herzustellen.

Bald nach diesem abendlichen Bericht Attilas entschließt sich der Condor zu einer „Großen Jagd“, einer Expedition in den Wald. Man möchte Venator dabeihaben: „wir betrachten Sie als unseren Xenophon“ (S. 373). Er geht mit.

Epilog

Der Epilog ist aus der Sicht des Bruders von Martin Venator geschrieben. Dieser ist seit mehreren Jahren mit dem Condor und dessen Gefolge verschollen, an die Stelle des Tyrannen ist daraufhin wieder ein demokratisches Regime getreten. „Die Verbannten sind aus der Fremde zurückgekehrt und die Gefangenen von den Inseln; die Schergen der Tyrannis haben mit ihnen den Platz getauscht“ (S. 379). Schließlich wurden Martin Venators Aufzeichnungen gefunden. Sein Bruder erklärt, erst ihre Verbrennung erwogen, sie aber aus „archivarischem Gewissen“ aufgehoben zu haben.

Futuristische Elemente

Die Technisierung der Gesellschaft und deren Folgen gehören zu den Grundthemen im schriftstellerischen Werk Ernst Jüngers. Zu den entscheidenden technischen Neuerungen, die das Leben in Eumeswil beeinflussen, zählen das Luminar und der Phonophor.

Das Luminar ist ein nicht im Detail beschriebenes Gerät, an das „Anfragen“ zu historischen Ereignissen gerichtet werden können (S. 303) und von dem als Antwort teils passende Texte auf einem Bildschirm angezeigt werden, teils aber auch Szenen vorgespielt werden (S. 305 f.). „Im Luminar erscheinen die Bilder räumlich; je nach Belieben kann ich mich im Konvent zu den Montagnards oder den Girondisten setzen...“ (S. 312). Das Faktenmaterial wie auch dessen lebendige Präsentation wird von in den Katakomben arbeitenden Wissenschaftlern bereitgestellt. „In den Katakomben wurde nicht nur eine Enzyklopädie von unfaßlichen Ausmaßen geschaffen, sie wurde auch aktiviert. Geschichte wird nicht nur beschrieben, sondern auch gespielt... Hier müssen sowohl Wissende als Künstler am Werk gewesen sein, selbst hellsehende Geister, die in den Kristall blickten.“ (S. 306).

Der Phonophor, den Jünger erstmals 1949 in dem Roman Heliopolis beschrieb, ist eine Art mobiles Telefon. Er ist wie vieles bei Jünger zugleich ein Rangabzeichen. „Manuel“ trägt eines „mit dem schmalen Silberstreif, der einen zwar subalternen, doch unmittelbaren Dienst für den Tyrannen kennzeichnet“ (S. 17). Je höher der Rang des Trägers, umso größer ist die Reichweite, der „höchste“ ist der goldene Phonophor. Die noch in Heliopolis übliche Verwendung „thermischer Metalle“ zur Energieversorgung wurde in Eumeswil aufgegeben, da sie sich als zu gefährlich herausstellte (S. 193). Generell ist zur Zeit Venators ein Zustand der technischen Perfektionierung erreicht worden, der keine Weiterentwicklung mehr benötigt oder ermöglicht; daher „ist – dem Zustand historischer Ermattung entsprechend – die «Perfektion der Technik» […] durch eine an der Bequemlichkeit orientierte Nutzung der Technik ersetzt worden.“

Deutung

Posthistoire

Martin Venator ist zwar Historiker, nimmt aber für sich eine „metahistorische“ Sichtweise in Anspruch, durch die er „in der Lage ist, die Dinge aus einer höheren Warte wahrzunehmen und zu beurteilen.“ Er beschreibt die Situation in Eumeswil als „fellachoide Versumpfung auf alexandrinischer Grundlage“, die darunterliegende Schicht – also die vorangegangene Epoche – als „alexandrinisches Wissen auf klassischer Grundlage“ (S. 32). Dahinter steht ein historischer Vergleich, dem zufolge in der hellenistischen Epoche (symbolisiert durch die Metropole Alexandria) die geistesgeschichtliche Substanz der klassischen Epoche des antiken Griechenland verflacht worden sei, die großen Denkströmungen der griechischen Kultur durch bloßes Abschreiben und Kompilieren ersetzt worden seien (S. 86). Die nachantike fellachische Bevölkerung Ägyptens wiederum habe selbst zu diesem hellenistischen Nachhall der großen geistesgeschichtlichen Phänomene keinen wirklichen Zugang mehr gehabt. Einen entsprechenden kultur- und geistesgeschichtlichen Niedergang skizziert Jünger im Bezug auf das von ihm beschriebene Eumeswil. Auch die Benennung dieser Stadt nach einem hellenistischen Feldherrn verweist auf diese Epoche (S. 96). Die abwertende Nutzung des Begriffs Fellachen zur „Kennzeichnung von abgestorbenen Kulturen oder nachkulturellen Zuständen“ geht auf die Geschichtstheorie Oswald Spenglers (Der Untergang des Abendlandes) zurück und deutet bei Jünger darauf hin, dass Eumeswil trotz seiner perfektionierten technischen Errungenschaften „seine politisch vitale und kulturell produktive Zeit seit langem hinter sich hat.“ Dabei steht der Kleinstaat Eumeswil stellvertretend für die gesamte Welt, in der Venator auch insgesamt den an Eumeswil skizzierten Verfall erkennt (S. 87 und 338). Wie diese Entwicklung weitergehen könnte, deuten die postapokalyptischen Deponien jenseits des Waldes mit ihren geistig degenerierten, gespenstisch dahinvegetierenden Bewohnern an.

In der Zukunft, die im Roman geschildert wird, wechseln dementsprechend die politischen Ordnungen zwar noch von Zeit zu Zeit, den dahinterstehenden (politischen, religiösen, gesellschaftlichen) Überzeugungen kommt aber keine wirkliche Bedeutung mehr zu. Die Menschen sind gleichgültig geworden: „Auf die Straße gehen sie höchstens, wenn die Kasse nicht mehr stimmt, oder im Karneval.“ (S. 75) – Allgemeiner formuliert: „Der Katalog der Möglichkeiten scheint erschöpft. Die großen Ideen sind durch Wiederholung abgeschliffen“ (S. 73). „Die historische Substanz ist verbraucht. Man nimmt nichts mehr ernst außer den groben Genüssen und dem, was der Alltag verlangt“ (S. 60). „Die Geschichte ist tot“ (S. 338). Diese von Venator empfundene Grundstimmung der Eumeswiler Gesellschaft und seiner Epoche insgesamt entspricht dem geschichtsphilosophischen Konzept des Posthistoire. Den Roman Eumeswil insgesamt deuten Kommentatoren wie Lutz Niethammer und Martin Meyer daher als „posthistorischen Roman“ und als „zugleich ein[en] Kommentar zum und eine Philosophie des posthistoire“.

Eine letzte Hoffnung auf einen Neuanfang angesichts der verfahrenen, ausweglosen Lage der Menschheit und der Weltgeschichte kann sich, so Venator, nicht aus der Menschheit oder der Weltgeschichte hervorgehen. Sie müsste aus einem reinigenden Impuls von jenseits dieser Ebenen hervorgehen, aus einem übernatürlichen „Einbruch des Absoluten in die Zeit“ (S. 73).

Die Figur des Anarchen

Sich selbst beschreibt Martin Venator vor dem Hintergrund dieses posthistorischen, nihilistischen Zustands als „Anarch“, der sich aus politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Epoche heraushält und sie nicht zu „seiner Sache“ macht: Da er die Inhaltsleere der Geschichte erkannt hat, ist es ihm ein Bedürfnis, sich aus dieser zu befreien. Die ständigen Wiederholungen der Weltgeschichte wecken in ihm den Wunsch, dass „die Zeit zur Strecke gebracht“ (S. 88) wird, also eine posthistorische Phase anbricht. Umso mehr fasziniert ihn die unmittelbare und lebensechte Darstellung früherer Epochen, die noch von geschichtlicher Substanz geprägt waren, am Luminar (S. 286).

Die Figur des Anarchen ist, wie in dem Roman auch erwähnt und beschrieben wird, stark durch Max Stirners Werk Der Einzige und sein Eigentum beeinflusst. Jüngers Adaption des Stirnerschen Konzeptes des „Eigners“ wurde allerdings von dem Stirner-Forscher Bernd A. Laska als inadäquat kritisiert. Mehrmals wird in Eumeswil versucht, die durch Stirner inspirierte Figur des Anarchen von der des Anarchisten abzugrenzen. So sei der Anarchist in der Geschichte verhaftet und wolle sich mit Gleichen zusammentun, um die jeweils bestehende Ordnung zu bekämpfen. Der Anarch dagegen zweifle an der Funktionsfähigkeit gesellschaftlicher Ordnungen insgesamt. Daher könne er einsam leben, sich aber gleichzeitig auch der aktuellen Ordnung anpassen und sie akzeptieren, ohne sie aber zu respektieren (S. 41, 87, 147, 188, 310). Für Venator ist „der Wechsel der Regierungsformen von der «Tyrannis» zur «Volksherrschaft» nur eine Transformation der Macht von der Offensichtlichkeit ihrer Ausübung zur Anonymität“ und damit kein wirklicher Fortschritt. In früheren Schriften wie Der Waldgang (1951) hatte Ernst Jünger zur Bekämpfung der herrschenden Ordnung noch drastische Mittel bis hin zu Sabotage und Guerillakrieg vertreten.

Diese Indifferenz den äußeren Umständen seiner Epoche gegenüber verbindet sich bei Venator mit dem Anspruch, ein Metahistoriker zu sein und damit die Dinge ‚von oben‘, ohne eigene Involvierung beurteilen zu können. Gleichzeitig äußert sich seine Unabhängigkeit von der ihn umgebenden Gesellschaft auch in einer gewissen Bequemlichkeit und Selbstgefälligkeit. Seine Gründe, Nachtsteward zu werden, sind unter anderem „viel freie Zeit zu eigener Arbeit, das Luminar, ein gutes Salär, der Phonophor mit dem Silberstreif, die Aura des Machthabers“ (S. 50). Er hat „von den Frauen“ gelernt, auszusehen, wie andere es sich wünschen (S. 213). Wenn er keine Lust hat, Treppen hinabzusteigen, entleert er seinen Nachttopf aus dem Fenster (S. 52). So ist er eine zwiespältige Figur, selbst Teil der von ihm diagnostizierten „Versumpfung“.

Selbstentfernung

Neben der geistigen Distanzierung von der ihn umgebenden Gesellschaft strebt Martin Venator auch die innere Distanzierung von sich selbst an. Das immersive Miterleben vergangener Zeiten am Luminar geht seinen Erläuterungen zufolge mit einer gewissen „Selbstentfernung“ einher (S. 112) – einem Konzept, das bereits in früheren Schriften Jüngers behandelt worden war. In Eumeswil wird die Selbstentfernung so beschrieben, „daß man sich selbst als Phänomen aus einiger Entfernung betrachten kann wie eine Figur im Schachspiel – – – mit einem Wort, daß man die historische Einordnung wichtiger nimmt als die persönliche“ (S. 111). Dass Venator politische Umbrüche und gesellschaftliche Entwicklungen nicht als ernsthaft und bedeutungsvoll anerkennt, ermöglicht ihm also einen entspannten Umgang mit den Bedingungen und Wechselfällen seiner eigenen Biographie. Um diese Unabhängigkeit sich selbst gegenüber zu perfektionieren, meditiert Venator wiederholt vor einem Spiegel (S. 209 f.). Erst in den letzten Tagen vor der Expedition des Condors in den Wald, als die Entscheidung für seine Teilnahme daran bereits gefallen ist, gelingt ihm dabei sein großes Ziel: Seine „vollkommene Ablösung von der physischen Existenz“ (S. 377), also die Wahrnehmung seiner eigenen metaphysischen Existenz ‚von außen‘.

Waldgang

Diese Erschließung neuer transzendenter Erfahrungen wiederholt sich in anderer Form auch im „Waldgang“, mit dem der Roman endet. Der sagenumwobene Wald, der sich jenseits der Wüste befindet, ist völlig unerschlossen und steht damit jenseits aller Erfahrungsbereiche der Gesellschaft. Die dortige Flora und Fauna ist den wenigen verfügbaren Schilderungen zufolge, von denen der Condor erfährt, von märchenhaften wie monströsen Kreaturen geprägt, die durch die Wissenschaft als Fabelwesen abgetan werden (S. 47 f.). Indem Venator dem Herrscher auf dessen ehrgeizige Expedition folgt und mit ihr in den unbekannten Gefilden verloren geht, gelingt ihm zum Ende des Romans der (auch körperliche) Austritt aus den bisherigen Sphären seiner Existenz. Dieser Gedankengang geht ebenfalls auf frühere Schriften Jüngers zurück. So geht der Schriftsteller in Atlantische Fahrt (1947) auf die menschliche Erfahrung des Waldes als etwas völlig ‚Anderen‘ ein: Es sei unmöglich, beim Aufenthalt in einem (natürlichen, von der Zivilisation unberührten) Wald die vorhandenen Pfade zu verlassen, da man sofort auf ein undurchdringliches Dickicht stoße – sowohl in einem physischen als auch in einem geistigen Sinn. „[D]as, was wir als «Wildnis» ansprechen, werden wir stets von einem Außenpunkte sehen, wir müßten denn darin untergehen.“ Die Überwindung dieses bisherigen Erfahrungshorizonts gelingt Martin Venator in Eumeswil tatsächlich nur um den Preis der Opferung seines eigenen Lebens.

Diese Vorstellung der „Wildnis“ beruht bei Jünger nicht auf einem einfachen, traditionellen Gegensatz von Natur und Kultur. Sie basiert vielmehr auf seinem jahrzehntelangen Nachdenken über die rationalisierenden und nihilistischen Elemente der Moderne, die den Menschen seiner Orientierung beraubt haben, schließlich auch seine Individualität und Freiheit gefährden und durch Kriege und Technisierung zum Untergang der Menschheit führen können. Angesichts dieser Übermacht von Elementen, die die Welt in die Katastrophe treiben, skizzierte Jünger 1950 in dem Essay Über die Linie letzte verbleibende Aspekte, die, wie Helmuth Kiesel schrieb, „unkontrollierten Raum schaffen“ und damit „‚Oasen‘ der ‚Wildnis‘ inmitten der nihilistischen Wüste“ gleichen: nämlich „das Bewußtsein, in den Tod gehen zu können; die Erfahrung von Eros und Freundschaft; die Pflege des musischen Lebens“. Im Folgejahr schilderte Jünger in Der Waldgang, wie drastisch dieses Austreten aus dem System sich notwendigerweise gestaltet, und prägte den Begriff eben des „Waldgangs“ für den Rückzug in diesen verbleibenden Raum. Während er 1951 in Der Waldgang noch nicht konkret wurde, ob solche Verzweiflungstaten am Zustand der Welt etwas ändern könnten, dominiert in Eumeswil eine deprimierendere Einschätzung der Lage, in der die menschliche Gesellschaft, die Weltgeschichte hoffnungslos dem Niedergang preisgegeben ist und nur in der Natur noch Spuren von Inspiration, Vollkommenheit und Künstlertum zu finden sind.

Diese Hintergründe machen aus Venators selbstzerstörerisch scheinendem Aufbruch zur Expedition des Condors in den Dschungel letztlich einen Ausbruchsversuch aus den Verstrickungen einer seelisch abgestorbenen, erdrückenden Gesellschaft. Dahinter steht die Hoffnung, in einer Wildnis, die noch gänzlich vom menschlichen Rationalismus unverseucht ist, Zugang zu den genannten ‚Oasen‘ zu gewinnen und sich dem Vollkommenen in „fühlender, anschauender, staunender und letztlich betender Weise“ zu nähern. Ein solcher Ausbruch kann in Anbetracht des dominierenden Nihilismus zwar nichts an der hoffnungslosen Lage der menschlichen Gesellschaft ausrichten, ermöglicht dem Protagonisten aber wenigstens, „gegenüber dem alles vereinnahmenden und verzehrenden zivilisatorischen Prozeß die Freiheit des Nicht-Mitmachens zu gewinnen“.

Form und Sprache

Der Roman bietet keinen chronologischen Handlungsablauf, sondern orientiert sich an verschiedenen Themen wie Venators Lehrern oder seinen Pflichten auf der Kasbah. Die Schilderung der Lebens- und Geisteswelt des Erzählers ist mit kunstvollen Exkursen beziehungsweise Digressionen verknüpft, in denen einzelne Themen immer wieder analysiert und reflektiert werden. Dazu gehört beispielsweise die Lebensform des „Anarchen“ und „Metahistorikers“, die „in einer fast unerschöpflichen Folge von ebenso irritierenden wie differenzierenden Selbstaussagen dargelegt“ werden. Der Ich-Erzähler kommentiert mehrmals selbst seine Gedankensprünge, seine Vor- und Rückgriffe: „Wie ich sehe, habe ich einen Einschluß im Einschluß gebaut“ (S. 228), „Ich glaube, ich sagte bereits...“ (S. 262). Zum Versteck im Bunker heißt es: „Ich brachte auch Teile meines Manuskripts dorthin. So erklären sich übrigens manche Wiederholungen“ (S. 275). Die beschreibenden, erzählenden und reflektierenden Passagen sind in kurze Abschnitte aufgeteilt, die oft nur lose aneinander anknüpfen. Diese „kleinen, nur lose verbundenen Prosastücke[…] mit minimaler Handlungsführung“ gelten als charakteristisch für Jüngers Spätwerk und seine durch die Postmoderne geprägte Erzähltechnik. Das Fehlen einer durchlaufenden Geschichte im Roman entspricht dem Gefühl eines Endes der (Welt-)Geschichte, dem Fehlen von Handlungsmotoren, wie es Martin Venator für die Welt von Eumeswil diagnostiziert.

Sprachlich verwendet Jünger vielfältige Metaphern und setzt für viele Begriffe (tellurisch, titanisch, Waldgänger, Arbeiter etc.) Bedeutungen voraus, die er in früheren Werken entwickelt hat, so dass sich dem Leser manche Passagen nicht ohne weiteres erschließen. Eine Beschreibung der Redeweise Attilas könnte auch als Selbstbeschreibung von Jüngers Stil gelesen werden: „Dabei fällt mir auf, daß für ihn die mythische Bedeutung die botanische überwiegt. Zeder, Zypresse, Thuja, Wacholder spielen ineinander ein, … Das Wort hat also weniger biologische als kosmogonische Bedeutung für ihn. Ich notiere diese Einzelheit, weil es mir anfänglich schwer fiel, in die Hintergründe seiner Sprache einzudringen, bis ich endlich merkte, daß die Dinge dort nicht schwieriger, sondern einfacher werden; er führt sie zur Synthesis zurück.“ (S. 371)

Einordnung und Rezeption

Eumeswil ist der umfangreichste Roman Jüngers und führt wesentliche Aspekte seines Spätwerks zusammen zu „eine[r] Gesamtdarstellung seiner philosophischen und ästhetischen Positionen.“ Der Text schließt an Jüngers vorherigen Roman Heliopolis an, in dem Jünger ebenfalls das Bild eines dystopischen Stadtstaates gezeichnet hatte. Wie der Autor in einem Brief an Henri Plard erklärte, spielt die Handlung von Eumeswil einige Jahrhunderte nach der von Heliopolis. Gleichzeitig entwickelt Eumeswil Motive aus Jüngers Essays wie etwa Der Waldgang und Über die Linie weiter. Damit bildet der Roman den Abschlusspunkt seines Engagements mit der Moderne und der Postmoderne. In der Formulierung des rechtskonservativen Publizisten Armin Mohler errichtete Jünger in Eumeswil „das Gebäude seiner Weltweisheit“. Diese philosophisch-theoretische Ausrichtung des Romans verbindet sich, so der Germanist Olaf Schröter, mit einer für Jünger typischen recht einseitigen Charaktergestaltung seiner Protagonisten, denen dadurch in gewisser Weise das Menschliche fehle. Martin Venator wirke, so Schröter, „vor lauter (im Sinne Jüngers) rechtschaffener Philosophie einigermaßen unausstehlich“.

Wie auch in anderen Werken lassen sich enge Verbindungen zwischen den Reflexionen und Gedankengängen in Jüngers Werken und seiner eigenen Erfahrungs- und Gefühlswelt ausmachen. Häufig wird beispielsweise die Beschreibung Vigos und der Kritik an dessen Denk- und Sprachstil als versteckte Reaktion Ernst Jüngers auf die Kritik gegen ihn aufgefasst. Horst Seferens sieht noch weitergehende Bezüge des Romans zur Situation Jüngers als Schriftsteller im Nachkriegsdeutschland: Er deutet die Art und Weise, wie sich der „Anarch“ Venator und sein intellektuelles Umfeld in Eumeswil verhalten, als literarische Verarbeitung von Strategien und Ratschlägen Ernst Jüngers an die extreme politische Rechte zur Tarnung ihres antidemokratischen Denkens und zum Verhalten in einer politisch feindlichen Umgebung. Diese Deutung ist nicht unumstritten; eindeutiger erkennbar ist dagegen, dass Jünger mit der Figur des Anarchen generell die Diskurse zu Opposition und Widerstand aufgreift, die während der Entstehung des Romans in den 1970er Jahren aufgrund der Außerparlamentarischen Opposition in der BRD und der anschließenden Zunahme des Terrorismus aufkamen. Bereits die zeitgenössische Presserezeption nach Erscheinen war angesichts der im Roman mehrfach aufgegriffenen Abgrenzung zwischen Anarch und Anarchist von den möglichen Bezügen zum damals virulenten Terrorismus der RAF geprägt. Darüber hinaus wertete die Presse Eumeswil „als Zeichen der Resignation und eines erneuten radikalen Rückzugs“ des Verfassers, nachdem dieser sich in seinen vorangegangenen Publikationen wiederholt zu aktuellen und auch politischen Themen geäußert hatte.

Auf einer allgemeineren Betrachtungsebene betont Lutz Niethammer, dass der von Venator vertretene Menschentyp des Anarchen letztlich nur eine Apologie des Mitläufertums darstellt. Der „desengagierte Opportunismus“ des Erzählers äußere sich im Roman schließlich darin, dass „sich ein Mitläufer einer Diktatur in subjektiver Souveränität zum Freiherrn erklärt“ und „sich der Moral entschlägt, ohne Verantwortung zu übernehmen“. Helmuth Kiesel erklärt diese Deutung des Roman für ein Missverständnis und erklärt die entsprechenden Äußerungen Martin Venators im Text als Ironie.

Ausgaben

Literatur

Überblicke und Einführungen

Wissenschaftliche Untersuchungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Heimo Schwilk (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Klett-Cotta, Stuttgart 1988, ISBN 3-608-95432-5, S. 272–273 und S. 312.
  2. 1 2 Rolf G. Renner: Eumeswil (1977). In: Matthias Schöning (Hrsg.): Ernst Jünger Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2014, ISBN 978-3-476-02479-4, S. 250–257, hier S. 251.
  3. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 183.
  4. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 210.
  5. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 184.
  6. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 184 (dort beide Zitate).
  7. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 186.
  8. ↑ Lutz Niethammer: Posthistoire. Ist die Geschichte zu Ende? Rowohlt, Reinbek 1989, ISBN 3-499-55504-2, S. 82.
  9. ↑ Martin Meyer: Ernst Jünger. Hanser, München 1990, ISBN 3-446-15904-5, S. 591.
  10. ↑ Zu dieser und verwandten Stellen im Roman Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 187.
  11. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 213.
  12. ↑ Bernd A. Laska: „Katechon“ und „Anarch“. Carl Schmitts und Ernst Jüngers Reaktionen auf Max Stirner. LSR-Verlag, Nürnberg 1997, ISBN 3-922058-63-9, S. 52 ff.
  13. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 211.
  14. ↑ Olaf Schröter: „Es ist am Technischen viel Illusion“. Die Technik im Werk Ernst Jüngers (= Wissenschaftliche Schriftenreihe Germanistik. Band 4). Verlag Dr. Köster, Berlin 1993, ISBN 3-929937-24-7, S. 184.
  15. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 188–189.
  16. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 214.
  17. ↑ Ernst Jünger: Sämtliche Werke. Band 6: Tagebücher VI. Reisetagebücher. Klett-Cotta, Stuttgart 1982, S. 133 f.
  18. ↑ Zu diesen Hintergründen des Waldgangs in Eumeswil Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 214 f.
  19. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, besonders S. 165 (dort auch die Zitate). Ergänzend zu Über die Linie: Olaf Schröter: „Es ist am Technischen viel Illusion“. Die Technik im Werk Ernst Jüngers (= Wissenschaftliche Schriftenreihe Germanistik. Band 4). Verlag Dr. Köster, Berlin 1993, ISBN 3-929937-24-7, S. 180–183.
  20. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, zu Der Waldgang S. 165–168, zu Eumeswil S. 182–192, hier besonders S. 182, S. 186 und S. 190. Ergänzend zu Der Waldgang: Olaf Schröter: „Es ist am Technischen viel Illusion“. Die Technik im Werk Ernst Jüngers (= Wissenschaftliche Schriftenreihe Germanistik. Band 4). Verlag Dr. Köster, Berlin 1993, ISBN 3-929937-24-7, S. 183–187.
  21. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 167 (dort das zweite Zitat, allerdings in Bezug auf den Essay Der Waldgang) und S. 182–190 (dort das erste Zitat auf S. 190); Aspekte dazu auch bei Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 212 und S. 214–215.
  22. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 188.
  23. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 210 f. (Zitat von S. 210); Rolf G. Renner: Eumeswil (1977). In: Matthias Schöning (Hrsg.): Ernst Jünger Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2014, ISBN 978-3-476-02479-4, S. 250–257, hier S. 255.
  24. ↑ Zu dieser Korrespondenz von Form und Inhalt siehe den Hinweis bei Niels Penke: Jünger und die Folgen. J. B. Metzler, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-476-04562-1, S. 60.
  25. ↑ Niels Penke: Jünger und die Folgen. J. B. Metzler, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-476-04562-1, S. 60.
  26. ↑ Heimo Schwilk (Hrsg.): Ernst Jünger. Leben und Werk in Bildern und Texten. Klett-Cotta, Stuttgart 1988, ISBN 3-608-95432-5, S. 312.
  27. ↑ Ernst Jünger: Sämtliche Werke. Band 5, S. 251 f.
  28. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 182.
  29. ↑ Armin Mohler: Rezension von Jüngers »Eumeswil«. In: Criticón. Nummer 45, Januar/Februar 1978, S. 2. Zitiert nach Bernd A. Laska: Ernst Jünger – Anarch und Katholik. lsr-projekt.de, abgerufen am 16. August 2026.
  30. ↑ Olaf Schröter: „Es ist am Technischen viel Illusion“. Die Technik im Werk Ernst Jüngers (= Wissenschaftliche Schriftenreihe Germanistik. Band 4). Verlag Dr. Köster, Berlin 1993, ISBN 3-929937-24-7, S. 132–133.
  31. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 212.
  32. ↑ Horst Seferens: Leute von übermorgen und von vorgestern. Ernst Jüngers Ikonographie der Gegenaufklärung und die deutsche Rechte nach 1945. Bodenheim 1998, S. 356 ff.
  33. ↑ Rolf G. Renner: Eumeswil (1977). In: Matthias Schöning (Hrsg.): Ernst Jünger Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2014, ISBN 978-3-476-02479-4, S. 250–257, hier S. 250; Matthias Schöning: Der Anarch und die Anarchisten. Ernst Jüngers «Eumeswil»: Eine metapolitische Typologie der Staatsfeinde aus dem Jahr '77. In: Norman Ächtler, Carsten Gansel (Hrsg.): Ikonographie des Terrors? Formen ästhetischer Erinnerung an den Terrorismus in der Bundesrepublik 1978–2008. Winter, Heidelberg 2010, S. 21–49.
  34. ↑ Steffen Martus: Ernst Jünger. Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, S. 173–174 (Zitat auf S. 173).
  35. ↑ Lutz Niethammer: Posthistoire. Ist die Geschichte zu Ende? Rowohlt, Reinbek 1989, ISBN 3-499-55504-2, S. 84 (Zitat 1), S. 34 (Zitat 2), S. 35 (Zitat 3).
  36. ↑ Helmuth Kiesel: Wissenschaftliche Diagnose und dichterische Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Manutius, Heidelberg 1994, ISBN 3-925678-43-3, S. 191–192.