| Euro-Mir | |
|---|---|
Euro-Mir | |
| Daten | |
| Standort | Europa-Park (Rust, Deutschland) |
| Typ | Stahl – sitzend |
| Kategorie | Spinning Coaster |
| Antriebsart | Spirallift/Trommellift |
| Hersteller | Mack Rides |
| Eröffnung | 12. Juni 1997 |
| Länge | 984 m |
| Höhe | 28,30 m |
| max. Gefälle | 32° |
| max. Querneigung | 67° |
| max. Geschwindigkeit | 80 km/h |
| max. Beschleunigung | 4g |
| Fahrtzeit | 4:47 min |
| Kapazität | 1600 Personen pro Stunde |
| Züge | 9 Züge, 4 Wagen/Zug, 2 Sitzreihen/Wagen, 2 Sitzplätze/Sitzreihe |
| Inversionen | 0 |
| Themenbereich | Russland |
| Thematisierung | Raumfahrt |
Die Euro-Mir ist eine Stahlachterbahn, die im russischen Themenbereich des Europa-Parks in Rust steht und am 12. Juni 1997 nach dreijähriger Bauzeit eröffnet wurde.
Im März 2026 kündigte der Park an, dass Euro Mir zum Ende der Saison 2026 geschlossen und abgebaut werden soll. Sie soll durch eine neue Attraktion ersetzt werden.
Die Achterbahn der Kategorie Spinning Coaster ist am höchsten Punkt 28,30 m hoch, 984 m lang und erreicht eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Damit hält Euro-Mir bis heute sowohl in der Kategorie der Achterbahnen mit Spirallift als auch in der Kategorie der Bahnen mit sich drehenden Wagen jeweils die Weltrekorde für Höhe, Geschwindigkeit und Länge. Die Fahrtdauer beträgt 4:46 Minuten, gebaut wurde sie von Heinrich Mack GmbH & Co. KG. Die Kapazität beträgt maximal 1600 Passagiere pro Stunde.
Der Name der Achterbahn wurde vom deutsch-russischen Raumflug Euro-Mir abgeleitet, der 1994 unter Beteiligung von Ulf Merbold stattfand. Ein Trainingsmodul der russischen Raumfahrtbehörde, das der ehemaligen Raumstation Mir gleicht und sich bereits seit längerem im Besitz des Europa-Parks befindet, ist in das Gebäude integriert und kann besichtigt werden.
Die Wartezeit soll durch den Trance-Soundtrack Project Euromir - Lift off! verkürzt werden. Dieser wurde 1997 von Christian Steiger (alias Hell Bopp), und von Benjamin Klug (Nick Sputt) speziell für den Europa-Park komponiert. Der teildigitale Produktionsprozess umfasste nach Steigers Aussagen die Verwendung der DAW-Software Emagic (Logic) mit einer Sampler-Karte vom Typ Digidesign SampleCell, unter anderem den Einsatz der Synthesizer Juno-106 und TB-303 von Roland sowie abschließend eine analoge Abmischung. Christian Steiger nennt als Inspirationsquellen den Berliner DJ Paul van Dyk so wie auch die Techno-Diskothek Oktan in Emmendingen. Heute ist Steiger in der Position des CEO Business Group Lexware beim Softwareunternehmen Haufe-Lexware tätig.
Bis 2015 hatte die Euro-Mir noch einen Halloween- und Winter-Soundtrack, welche aber in der Saison 2016 vorläufig abgeschafft wurden. Seit 2020 läuft in der Halloween-Saison der ehemalige Halloween-Soundtrack der Eurosat: He’s Been Waiting for the Storm. Der Winter-Soundtrack Jinglemir läuft seit der Wintersaison 2021 wieder.
Bei der Ankündigung der Schließung 2026 ausgelöste öffentliche Reaktionen konzentrierten sich unter anderem auf die Begleitmusik: Über die Jahre hatte Project Euromir - Lift off! eine weit über die eigentliche Achterbahn hinausgehende Resonanz erlangt. Roland Mack gab bekannt, den Soundtrack auch künftig beizubehalten.

Die Wagen der Achterbahn sind um 360° drehbar, was bedeutet, dass man sich vor dem Einsteigen für eine Sitzposition in Fahrtrichtung oder gegen die Fahrtrichtung entscheiden muss. Ein Spiralaufzug (auch Trommellift genannt, in der Mitte befindet sich eine riesige Trommel, an der die Züge hinauf gezogen werden) zieht den Achterbahnzug nach oben. Während der Fahrt nach oben werden die Gondeln gedreht, jedoch oben wieder arretiert. Eine Ausnahme bildet hier der erste Wagen, dessen Drehung in der Regel im Trommellift ausgeschaltet bleibt, technisch aber möglich ist. Nach dem Verlassen des Lifts und der Durchfahrt einer Blockbremse, folgen mehrere Kurven ohne Neigung um die fünf Spiegeltürme herum. In diesem Abschnitt, auf denen auch mehrere Blockbremsen passiert werden, werden die Fahrgastträger wieder motorisch gedreht. Kurz vor der Abfahrt wird die Drehung eingestellt. Nach dem First Drop, der die Züge auf ihre Höchstgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h beschleunigt, folgt eine Auffahrt. Hier werden die Gondeln dann ein letztes Mal um 180° gedreht und wieder festgestellt. Es folgen einige Steilkurven an den Spiegeltürmen entlang, sowie eine weitere Blockbremse. Zum Ende der Fahrt passiert man eine sehr lange Rechtskurve, in der ein Foto geschossen wird. Die g-Kräfte in dieser Passage wirken besonders lang. Danach geht es in eine kurze Linkskurve, der Achterbahnzug wird stark abgebremst und fährt in die Haltestation ein.
Die Euro-Mir besitzt neun Züge in den Farben Rot, Blau, Grün und Violett mit jeweils vier Wagen. In jedem Wagen können vier Personen (zwei Personen vorwärts und zwei Personen rückwärts) Platz nehmen. Insgesamt können 16 Personen pro Zug Platz nehmen. Der jeweils letzte Wagen jedes Zuges besitzt sowohl vorne als auch hinten On-Board-Kameras, deren Aufzeichnungen nach der Fahrt von jedem Fahrgast als Download erworben werden können.
In der Euro-Mir gilt eine Größenbeschränkung für Besucher von 1,30 m bis 1,95 m und ein Mindestalter von 8 Jahren.
Im Jahr 2004 kam es nach einem Stromausfall zu einem Unfall. Eine Bremse bei einer Gondel wurde offenbar zu früh freigegeben, so dass sie mit geringer Geschwindigkeit auf eine andere auffuhr. Ein Jugendlicher brach sich ein Bein, die anderen Gäste erlitten vor allem Halswirbelsäulensyndrome.
Im August 2013 gab es erneut einen Unfall, als ein Mann sich aus dem Sicherheitsbügel zwängte. Der Mann fiel auf einen neben den Schienen verlaufenden Rettungsweg und verletzte sich am Bein, blieb aber ansonsten unversehrt.
Im September 2013 diente die gesamte Attraktion als Originalschauplatz für das Musikvideo Project Euro Mir von Damon Paul. Die Kapsel außerhalb des Gebäudes wurde hierfür auch vom Park für Besucher komplett gesperrt.
Koordinaten: 48° 15′ 53,5″ N, 7° 43′ 11″ O