Europeada 2008

Logo der Europeada 2008

Die erste Auflage der Europeada im Jahr 2008 entstand aus einem Wettbewerb des Marketingunternehmens Schweiz Tourismus (ST), welchen Sedrun Disentis Tourismus (SDT) und das Internationale Cultur Forum Disentis (ICF) mit der Idee einer Europameisterschaft der sprachlichen Minderheiten gewannen. Im Anschluss beteiligten sich auch die rätoromanische Kulturorganisation Lia Rumantscha (LR) sowie der Dachverband der europäischen Minderheiten FUEV an dem Projekt.

Organisation

Ziel der Veranstaltung war es, auf die sprachlichen Minderheiten in Europa aufmerksam zu machen und ihnen eine Möglichkeit zur Vernetzung zu bieten. Außerdem sollte die Surselva, das Bündner Oberland, touristisch präsentiert werden. Die Veranstaltung stand unter dem Patronat der Regierung Graubündens, unterstützt wurde sie von Prominenten aus Sport und Politik wie dem Ex-Bundesrat Adolf Ogi und Ralph Zloczower, dem Präsidenten des Schweizerischen Fussballverbandes. Das Budget für die Europameisterschaft der sprachlichen Minderheiten lag bei 230.000 Franken.

Die Spiele wurden nach den Regeln der FIFA ausgetragen, allerdings lag der Spielplan im Vergleich zum UEFA-Wettbewerb viel enger beisammen – die Mannschaften mussten bis zu sechs Spiele innerhalb einer Woche absolvieren. Zum Wettbewerb zugelassen waren neben den Männern auch A- und B-Junioren sowie Frauen.

Austragungsstätten waren sieben Ortschaften im Bezirk Surselva (Sedrun, Disentis/Mustér, Trun, Danis-Tavanasa, Ilanz, Schluein, Laax und Vella), außerdem Trin und Domat/Ems im Bezirk Imboden sowie Chur im Bezirk Plessur. Im Rahmenprogramm fand zudem eine Tagesveranstaltung mit Musik und Folklore statt, die dem kulturellen Austausch der Völker dienen soll.

Eine elfköpfige Crew der Schweizer Armee organisierte sämtliche Transportdienste zwischen den Spielorten.

Spielplan

Vorrunde

Die Gruppen wurden am 13. Februar 2008 in einem Zürcher Hotel in Anwesenheit des Ständeratspräsidenten Christoffel Brändli ausgelost.

Ursprünglich waren fünf Vorrundengruppen vorgesehen, deren erstplatzierte Mannschaften sowie die drei besten Zweitplatzierten ins Viertelfinale einziehen sollten. Durch den Rückzug der Slowenen aus Italien, der Lemken und der Aromunen aus Mazedonien (die Aromunen bekamen die Schengen-Visa nicht rechtzeitig) wurden jedoch die Gruppen B und C zu einer Gruppe B/C vereinigt. In dieser speziellen Gruppe B/C waren 5 Mannschaften, da jedoch aufgrund des Zeitplanes nur 3 Spiele pro Mannschaft möglich waren, wurde ausgelost, wer gegen wen spielen sollte. Bei Punktegleichheit entschied dann in dieser speziellen Gruppe nicht das Torverhältnis oder das direkte Duell, sondern die Fairplaywertung (Anzahl Rote/Gelbe Karten). Aus den nun vier Gruppen zogen die Gruppenersten und Gruppenzweiten ins Viertelfinale ein.

Gruppe A
Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Deutsche in Polen  3  2  1  0 009:300  +6 07
 2. Rätoromanen  3  2  1  0 012:400  +8 07
 3. Waliser  3  0  1  2 003:900  −6 01
 4. Deutsche in Ungarn  3  0  1  2 004:120  −8 01
Rätoromanen–Deutsche in Ungarn5:1
Waliser–Deutsche in Polen0:2
Waliser–Rätoromanen0:4
Deutsche in Polen–Deutsche in Ungarn4:0
Waliser–Deutsche in Ungarn3:3
Deutsche in Polen–Rätoromanen3:3
Gruppe B/C
Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Südtiroler  3  3  0  0 013:100 +12 09
 2. Dänen in Deutschland B  3  2  0  1 021:500 +16 06
 3. Aromunen in Rumänien  3  2  0  1 025:400 +21 06
 4. Karatschaier  3  0  0  3 003:190 −16 00
 5. Katalanen  3  0  0  3 001:390 −38 00
B 
Die Dänen bekamen einen Fair-Play-Bonus und rangieren deshalb vor den Aromunen.
Südtiroler–Aromunen in Rumänien3:0
Dänen in Deutschland–Katalanen15:1
Dänen in Deutschland–Südtiroler0:3
Aromunen in Rumänien–Karatschaier6:1
Katalanen–Aromunen in Rumänien0:19
Karatschaier–Südtiroler1:7
Dänen in Deutschland–Karatschaier6:1
Katalanen–Rätoromanen0:5 A
A 
Damit auch die Katalanen drei Spiele auf ihrem Konto haben, mussten die Rätoromanen aus Gruppe A als dritter Gegner einspringen. Für die Rätoromanen wurde das Spiel nicht gewertet.
Gruppe D
Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Roma in Ungarn  3  3  0  0 051:100 +50 09
 2. Kroaten in Serbien  3  2  0  1 033:500 +28 06
 3. Deutsche in Dänemark  3  1  0  2 020:190  +1 03
 4. Nordfriesen  3  0  0  3 007:860 −79 00
Deutsche in Dänemark–Nordfriesen19:4
Kroaten in Serbien–Roma in Ungarn0:2
Kroaten in Serbien–Deutsche in Dänemark12:1
Roma in Ungarn–Nordfriesen46:1
Kroaten in Serbien–Nordfriesen21:2
Roma in Ungarn–Deutsche in Dänemark3:0
Gruppe E
Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Sorben  3  2  1  0 006:200  +4 07
 2. Okzitanien  3  2  0  1 008:300  +5 06
 3. Zimbern  3  0  2  1 001:200  −1 02
 4. Kroaten in Rumänien  3  0  1  2 001:900  −8 01
Okzitanien–Zimbern2:1
Sorben–Kroaten in Rumänien4:1
Okzitanien–Sorben1:2
Zimbern–Kroaten in Rumänien0:0
Okzitanien–Kroaten in Rumänien5:0
Zimbern–Sorben0:0

Viertelfinale

Deutsche in PolenDeutschland Deutsche in Polen–Kroaten in Serbien Kroaten in Serbien0:2
Roma aus Ungarn Roma aus Ungarn–Rätoromanen Rätoromanen5:1
Sorben  Sorben–Dänen in Deutschland Dänen in Deutschland1:3
Südtiroler Südtiroler–OkzitanienOkzitanien, historische Region in Okzitanien2:0

Halbfinale

Kroaten in Serbien Kroaten in Serbien–Dänen in Deutschland Dänen in Deutschland5:1
Roma aus Ungarn Roma aus Ungarn–Südtiroler Südtiroler0:4

Spiel um Platz 3

Dänen in Deutschland Dänen in Deutschland–Roma aus Ungarn Roma aus Ungarn0:9

Finale

Kroaten in Serbien Kroaten in Serbien–Südtiroler Südtiroler0:1

Reaktionen

Insgesamt verfolgten gut 5000 Zuschauer bei zum Teil sehr schlechtem Wetter die einzelnen Spiele. Obwohl diese Zahl unter den Erwartungen der Veranstalter blieb, wurde die EM als großer Erfolg bewertet. Da die Idee einer Europameisterschaft der sprachlichen Minderheiten positiv aufgenommen wurde und ein breites mediales Echo in vielen Ländern fand, soll sie zur festen Einrichtung werden.