Eva Moshack

Eva Moshack (* 16. September 1925 in Barcelona, Katalonien; † 6. Juni 2003 in München) war eine spanische Bildhauerin deutscher Herkunft.

Leben

Eva Moshack wurde als Kind schlesischer Eltern im Jahr 1925 in Barcelona geboren und wuchs in Katalonien auf. Während des Spanischen Bürgerkrieges verbrachte die Familie die Jahre 1936 bis 1939 bei den deutschen Großeltern. 1939 kehrten sie nach Barcelona zurück.

Gefördert durch ihren Vater, besuchte Eva Moshack nach dem Abitur in Barcelona konservative Kunstschulen und erhielt nach dem Spanischen Bürgerkrieg zu Zeiten der Franco-Diktatur eine künstlerische Grundausbildung. Bereits Anfang der 1950er Jahre entstanden die Bronzebüsten von Pablo Casals und Juan Massià sowie Stein und Terracottaplastiken, die sich in katalanischem Privatbesitz befinden. Im Jahr 1955 begann sie das Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei den Professoren Heinrich Kirchner und Franz Eska. Sie schloss mit der Gesellenprüfung für Keramik und einem Diplom für Bildhauerei ab.

Eva Moshack reiste zu Studienaufenthalten 1958 nach Florenz, 1968 nach Mexiko und 1971 nach Afrika.

Sie lernte 1971 in München den niederländischen surrealistischen Künstler Erich Bach kennen, der nach dem Tod seiner zweiten Frau nach München gezogen war. Noch im gleichen Jahr heirateten sie und lebten abwechselnd in München und Valldoreix (Katalonien). Da sie sich erst relativ spät im Leben begegnet waren, hatten sie keine Kinder.

Eva Moshack und Eric Bach inspirierten sich gegenseitig in ihrer künstlerischen Arbeit. Die Natur war für beide unerschöpfliche Quelle der Inspiration, genauso wie christliche, philosophische und politische Themen. Wachsen und Vergehen, Entfaltung und Zerstörung, Leben und Tod, Mensch und Gesellschaft, Religion und Spiritualität wurden zum Motiv.

In den Jahren 1988 bis 1991 übernahm Eva Moshack die Pflege ihres erkrankten Mannes Eric und pausierte ihren eigenen Schaffensprozess. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1991 kümmerte sie sich um die Archivierung seines enormen künstlerischen Nachlasses.

Ab dem Jahr 1993 begann sie erneut mit ihrer künstlerischen Arbeit und experimentierte mit dem Werkstoff Glas, der eine neue Richtung und Leichtigkeit in ihre Werke aus Ton und Bronze brachte.

Nachdem sie selbst keine Nachkommen hatte, gründete sie im Januar 2003 die Moshack-Bach-Stiftung, um junge Künstler in ihrer Entwicklung zu fördern, den künstlerischen Austausch zwischen Katalonien und Deutschland zu beleben und das Werk des Ehepaars zu bewahren. Noch im Juni des gleichen Jahres starb Eva Moshack in München.

Werke in Kirchen und im öffentlichen Raum

JahrWerkMaterialKircheOrtBemerkungen
1962AltarkreuzBronzeMartin-Luther-Kirche der deutschsprachigen Evangelischen GemeindeBarcelona
AltarleuchterBronze
1962Credo-KreuzBronze gegossenSt. LeonhardNürnbergIn der Sakristei
1962–1963Kreuz der SeligpreisungenMessingblech auf HolzkreuzOffenbarungskircheMünchen-Berg am Laim
AltarkruzifixBronze
6 KerzenständerBronzeAuf dem Altar
1964Großes AltarkreuzMichaelskircheOttobrunn
1966AltarkreuzChristuskircheThannhausen (Günzburg)
Leuchter
Kanzelpult
Taufschale
1967–1968WeihwasserbeckenSt. Peter und Paul auf dem PetersbergErdweg bei Dachau
1968TaufschaleAndreaskircheNeu-Ulm - Ludwigsfeld
Kreuz
Kerzenleuchter
Lesepult
Türgriffe
1968Relief der SchutzmantelmadonnaBronzeMaristen-Realschule heute MarienrealschuleChamÖffentliches Gebäude
1968TaufbeckenEvangelische Gemeinde deutscher Sprache in MexikoMexiko-Stadt Mexiko
1976BronzetürBronzeKirche Maria ImmaculataOberwaldbach (bei Günzburg)
19??AltarkreuzBronzeSt. JakobskircheNeu-Ulm - Burlafingen
Ablage Bibel
Kerzenständer Altar
1981TürgriffeBronzeSt. Peter und PaulOberstaufen (Allgäu)
1985AltarkreuzBronzeAuferstehungskircheSenden
Werke in Schloss und Park TutzingEvangelische Akademie TutzingTutzing

Ausstellungen

Literatur

Moshack Bach Stiftung (Memento vom 4. September 2019 im Internet Archive)

Einzelnachweise

  1. ↑ Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde Barcelona - Ausstattung der Kirche. Abgerufen am 1. Dezember 2024 (deutsch).
  2. ↑ Mathias Brandstätter: Auf den Spuren von Eva Moshack. 2021, abgerufen am 12. Januar 2025.
  3. ↑ Die Kunstwerke der Eva Moshack - Vortrag. Abgerufen am 3. Januar 2025.
  4. ↑ Offenbarungskirche. Abgerufen am 1. Dezember 2024.
  5. ↑ Michaelskirche. Abgerufen am 1. Dezember 2024.
  6. ↑ Mathias Brandstätter: Auf den Spuren von Eva Moshack. 2021, abgerufen am 12. Januar 2025.
  7. ↑ Petersberg - Kirchen und Kapellen im Dachauer Land. Abgerufen am 3. Januar 2025.
  8. ↑ Kirchenführer - Der Kirchenraum. Abgerufen am 1. Dezember 2024.
  9. ↑ Haus der Bayerischen Geschichte - Klöster in Bayern. Abgerufen am 1. Dezember 2024.
  10. ↑ Mathias Brandstätter: Auf den Spuren von Eva Moshack. 2021, abgerufen am 12. Januar 2025.
  11. ↑ St. Jakobskirche – Evangelisch in Pfuhl und Burlafingen. Abgerufen am 1. Dezember 2024 (deutsch).
  12. ↑ St. Peter und Paul Oberstaufen : Pfarreiengemeinschaft Oberstaufen. Abgerufen am 1. Dezember 2024.
  13. ↑ Schloss Tutzing - Park. Evangelische Akademie Tutzing, März 2014, abgerufen am 1. Dezember 2024.
  14. ↑ Produzentengalerie e.V. Abgerufen am 2. Januar 2024.
Personendaten
NAME Moshack, Eva
KURZBESCHREIBUNG spanische Bildhauerin deutscher Herkunft
GEBURTSDATUM 16. September 1925
GEBURTSORT Barcelona, Katalonien
STERBEDATUM 6. Juni 2003
STERBEORT München