Eva Rechlin
Leben
Eva Rechlin war die Tochter des evangelischen Theologen, Pastors und späteren Propstes Karl-Ferdinand Rechlin (1891–1956). Sie wuchs an verschiedenen Orten Mecklenburgs auf; u. a. war der Vater in Wesenberg und ab 1934 in Neubrandenburg tätig. Eva Rechlin besuchte die Volksschule und anschließend ein Lyzeum . Ab 1943 lebte die Familie im mecklenburgischen Pinnow . Nach dem Einmarsch der Roten Armee musste Eva Rechlin die Schule abbrechen und Zwangsarbeit für die sowjetischen Besatzungstruppen verrichten. Nachdem sie schweren Misshandlungen ausgesetzt gewesen und an Typhus erkrankt war, gelang ihr die Flucht in die Britische Besatzungszone , wo sie in der Lüneburger Heide lebte. Sie litt inzwischen an einem Hungerödem , erhielt allerdings erst 1948 die Genehmigung, zur ärztlichen Behandlung nach Schweden auszureisen. Bis 1950 lebte sie anschließend in Göttingen. Aus der 1949 geschlossenen Ehe mit Arnold Bartoschek ging 1951 ein Sohn hervor.
Eva Rechlin hatte bereits als Schülerin mit dem Verfassen literarischer Texte begonnen. Ab Anfang der Fünfzigerjahre veröffentlichte sie als freie Schriftstellerin Romane , Erzählungen , Kinder- und Jugendbücher , Gedichte , Liedtexte , Stücke für das Laientheater , Hörspiele und Drehbücher zu Fernsehspielen . Sie war seit 1947 Mitglied des Niedersächsischen Schriftstellerverbandes; später gehörte sie dem Verband Deutscher Schriftsteller an.
Seit 1950 lebte Eva Rechlin mit ihrer Familie im Haus Wolfshügel in Schönau am Königssee .
Werke
Die Schatzsucher aus der Gustergasse , Stuttgart 1952
Die kleinen Geheimnisse , Stuttgart 1953
Das große Abenteuer des kleinen Schakal , Stuttgart 1954
Der Mond kommt von Finnland , Stuttgart 1954
Wie Gott die Welt erschuf , Stuttgart 1954 (zusammen mit Luitgard Mueller)
Wir steuern das Schiff zu dritt , Stuttgart 1954
Eveline und die andern , Stuttgart 1955
Der liederliche Ferdinand , Stuttgart 1955
Tonki soll leben , Stuttgart 1955
Für einen Groschen Glück , München 1956
Jobia geht zur Krippe , München 1956
Das Osterfest des kleinen Salah , München 1956
Der Stern der Armen , München 1956
Christof und Johanna , Stuttgart 1957
Martin und sein Herr , München 1957
Tijan und seine Geister , Lahr/Schwarzwald 1957
Die Weihnachtskarawane , München 1957
Ahimeh , Stuttgart 1958
Ibrahims Weihnachtsgeschenk , München 1958
Wie Noah in die Arche ging , Stuttgart 1958 (zusammen mit Irene von Deym)
Die Arche Noah , Gütersloh 1959 (zusammen mit Reinhard Herrmann)
Ein Spiel zum Muttertag , München 1959
Vom Mondmichel, der Piepsmaus und den Teufelchen , Oldenburg (Oldb.) [u. a.] 1959 (zusammen mit Karla Braun)
Die Töchter , Stuttgart 1960
Heut wandern wir zum Zoo , Oldenburg [u. a.] 1961 (zusammen mit Lilo Fromm )
Hafengasse Nr. 8 , Balve 1963 (zusammen mit Franz Josef Tripp )
Das Schiff in den Wolken und andere Erzählungen , Stuttgart 1963
Schlittenfahrt in Wesenberg , Berlin [u. a.] 1963 (zusammen mit Heiner Rothfuchs )
Till und Tina im Gebirge , Oldenburg [u. a.] 1963 (zusammen mit Pepperl Ott)
Vaterland – deine Kinder , Stuttgart 1963
Barbara , Mainz 1965
Juliane , Lahr/Schwarzwald 1965
Der Kinderkönig , München 1965
Rot, gelb, grün , Oldenburg [u. a.] 1965 (zusammen mit Marianne Cruse)
Das Wegzeichen , München 1965
Quartier im Pastorat , Heilbronn 1966
Drops , Donauwörth 1967
Katharina, Karin , Mainz 1967
Dick-Zuviel weiß zuviel. Dick-Zuviel malt zuviel , Stuttgart 1969 (zusammen mit Thomas Loebell)
Dominique, junger Gast aus Frankreich , Heilbronn 1969 (unter dem Namen Eva Bartoschek-Rechlin)
Kall und der Zauberer , St. Augustin 1970
Das Ungeheuer von Klippeneiland , Sankt Augustin 1970
Der Weihnachtsweg , Wuppertal-Barmen 1970 (zusammen mit Emmy Claire-Haag)
Die kleinen Geheimnisse , Stuttgart 1971
Krischan-Geschichten , Wuppertal 1971
Mäuse schlafen. Schneckenreise , Stuttgart 1971 (zusammen mit Pepperl Ott)
Wiedersehen in Saint Malo , Heilbronn 1971 (unter dem Namen Eva Bartoschek-Rechlin, zusammen mit Christian Bartoschek-Rechlin)
Der grüne Hurrikan , Düsseldorf 1972
Ein Job für einen Engel , Weinheim (Bergstraße) 1972
Krischan und Katinka , Wuppertal 1972
Dick-Zuviel: nascht zuviel, putzt zuviel, knallt zuviel , Stuttgart 1973
Ein Huhn mit 2 was legt 3 was , Düsseldorf 1973 (zusammen mit Georg Bossert)
Stimmen haben Wind und Tier , Düsseldorf 1973
Tankstelle Kaleschke , Recklinghausen 1973
Eine Woche Liralaura , Düsseldorf 1973
Bébé Bernadette , Heilbronn 1974
Es verschwanden Karpfen, Truthahn und Gans , Wuppertal-Barmen 1974
In der Minute, die jetzt ist ... , München 1974 (zusammen mit Elisabeth Schulenberg)
Spiel in der Hütte , Weinheim (Bergstraße) 1974
Die Legionäre , Weinheim (Bergstraße) 1975
Etwas wie Freundschaft oder mehr , Würzburg 1976
Hafis , Weinheim/Bergstraße 1976
Der liederliche Ferdinand , Weinheim/Bergstraße 1976
Alarm im Schloßmuseum , Düsseldorf 1978
Was wird aus Monika , Düsseldorf 1978
Gottes Sohn ist heut geboren , Wuppertal-Barmen 1979
Spuk im Hochhaus , Düsseldorf 1980
Mein Pinguin träumt , Oldenburg 1981 (zusammen mit Christian Kämpf)
Tom Quarky und das dille Dong von Polstar , Oldenburg [u. a.] 1981
Wollweberstraße Nr. 2 , Bayreuth 1981
Anita und die Backwerk-Detektive , Hannover 1982
Die Nacht der Zugvögel , Bayreuth 1983
Christian auf Entdeckungen , Freiburg im Breisgau [u. a.] 1984
Keine Zeit für Träume , Bindlach 1987
Ein Nest für drei , Düsseldorf 1987 (zusammen mit Elisabeth Zink-Pingel)
Tobinos Insel , Düsseldorf 1987
Das Mondhüttenbuch , Düsseldorf 1988
Ein Tag mit Kater Adalbert , Düsseldorf 1988 (zusammen mit Elisabeth Zink-Pingel)
Träumereien und Schnurrpfeifereien , Düsseldorf 1988
Vögel am Nil , Wuppertal [u. a.] 1989
Das gestohlene Christkind , Wuppertal [u. a.] 1990
Kinder der Besiegten , Wuppertal [u. a.] 1991
Ein Löffel voll Drops , Remseck bei Stuttgart 1993
Abschied von Askalon , Heimbronn 1996
Mit einem Freund an der Seite , Kevelaer 1999
Zoff im Advent , Lahr 2000
Gemeinsam unterwegs mit dir , Kevelaer 2001
Mit Gesang und Glockenklang , Frankfurt (Main) 2002
Die kreative Sprach-Werkstatt , Horneburg/Niederelbe 2003
Der Fremde in der Wüste , Kevelaer 2006
Literatur
Eva Bartoschek-Rechlin in: Internationales Biographisches Archiv 52/1982 vom 20. Dezember 1982, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4 , S. 542
Einzelnachweise
1 2 Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4 , S. 542