Eva Roth Heege

Eva Roth Heege (* 1963 in Bern) ist eine Schweizer Kunsthistorikerin und Mittelalter- und Neuzeitarchäologin.

Leben und Wirken

Ausbildung

Eva Roth Heege absolvierte eine Ausbildung zur Kunsthistorikerin des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Bern. Im ersten Nebenfach studierte sie Architekturgeschichte und Denkmalpflege, im zweiten Nebenfach Geschichte des Mittelalters. 1994 schloss sie das Studium mit dem Lizentiat in Kunstgeschichte des Mittelalters bei Ellen Beer ab. Das Thema der Lizentiatsarbeit lautete «Spätgotische reliefierte Ofenkeramik in Bern. Herstellung und Motive». Die Arbeit wurde im selben Jahr veröffentlicht.

Berufliches Wirken

Noch während ihres Studiums war Heege im Archäologischen Dienst des Kantons Bern als Teilzeit-Hilfskraft angestellt, wo sie unter anderem Grabungen leitete und Funde bearbeitete und archivierte. Nach dem Abschluss des Studiums im Jahre 1994 fungierte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Archäologischen Dienst des Kantons Bern. Im Rahmen dieser Tätigkeit war sie zuständig für die Auswertung mittelalterlicher Funde und die Grabungsleitung kleinerer örtlicher Ausgrabungen, unter anderem am Stadtplatz Aarberg. Hierzu publizierte sie unter anderem «Berns grosse Zeit»: Untersuchungen zu den Wohnbauten des 15. Jahrhunderts in der Stadt Bern.

1999 wechselte Roth Heege als wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Stadtarchäologie des niedersächsischen Einbeck. Hier erfasste sie unter anderem die Ofenkeramikfunde von 1991 bis 2001 und publizierte zum Thema Einbeck im Mittelalter. Grundlagenarbeit, Aufarbeitung der Ofenkeramikfunde. Auch die Konzeption und Durchführung der Ausstellung «Einbeck, eine archäologische Spurensuche» im Städtischen Museum in Einbeck von Mai bis August 2002 fiel unter ihre Ägide.

Im Jahre 2001 wurde Roth Heege als stellvertretende Kantonsarchäologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kantonsarchäologie Zug angestellt. Sie veröffentlichte in dieser Zeit unter anderem Burg Zug und begleitete diverse Publikationen. Sie leitete zudem eine Ausgrabung in der Rathausgasse 6/8, zu der sie auch publizierte. Ebenfalls führte sie Ausgrabungen in der Altstadt von Zug durch, zu denen sie wiederum Archäologie der Stadt Zug publizierte.

Seit 2013 ist sie ohne Unterbrechung Abteilungsleiterin «Inventare und Funde» und stellvertretende Kantonsarchäologin im Amt für Denkmalpflege und Archäologie.

Forschungsschwerpunkte

Zu Eva Roth Heeges Forschungsschwerpunkten gehört die materielle Kultur. Besonderes Interesse besteht an der Erforschung der Ofenkeramik und der Kachelöfen. sowie des Töpferhandwerks und der Keramik in der Schweiz.

Veröffentlichungen

Artikel aus Zeitschriften

Artikel aus Büchern

Bücher

Einzelnachweise

  1. ↑ Eva Roth Kaufmann, René Buschor, Daniel Gutscher: Spätmittelalterliche reliefierte Ofenkeramik in Bern. Herstellung und Motive. Bern 1994.
  2. ↑ Eva Roth Heege: Die Funde aus dem Schloss Nidau (Ausgrabungen 1985 bis 1987). In: Archäologie im Kanton Bern. 5B, 2004, S. 591–640.
  3. ↑ Eva Roth: «Wie man nach der brunst buwen sol». Städtische Wohnbauten im spätmittelalterlichen Bern. In: Ellen Beer, Norberto Gramaccini, Charlotte Gutscher-Schmid u. a. (Hrsg.): Berns grosse Zeit. Das 15. Jahrhundert neu entdeckt. Bern 1999, S. 161–173.
  4. ↑ Eva Roth Heege: Hinterm Ofen ist es warm. In: Andreas Heege: Einbeck im Mittelalter (= Studien zur Einbecker Geschichte. 17). Oldenburg 2002, S. 211–225 und Eva Roth Heege: Eisenöfen mit irdenen Bildwerken. In: Andreas Heege: Einbeck im Mittelalter (= Studien zur Einbecker Geschichte. 17). Oldenburg 2002, S. 226–230.
  5. ↑ Josef Grünenfelder, Toni Hofmann, Peter Lehmann: Die Burg Zug. Archäologie – Baugeschichte – Restaurierung (= Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters. Band 28). Basel 2003.
  6. ↑ Eva Roth Heege: Vom Wohnhaus zum Rathaus? Ergebnisse der archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen im Haus Rathausstrasse 6/8 in Baar. In: Tugium. 20, 2004, S. 91–118.
  7. ↑ Eva Roth Heege: Fundübersicht: die stratifizierten Funde aus den drei Querschnitten durch die Zuger Altstadt. In: Adriano Boschetti-Maradi: Archäologie der Stadt Zug (= Kunstgeschichte und Archäologie im Kanton Zug. 6.1). Zug 2012, S. 62–65.
  8. ↑ Eva Roth Heege: Ofenkeramik und Kachelofen. Typologie, Terminologie und Rekonstruktion im deutschsprachigen Raum (CH, D, A, FL), mit einem Glossar in siebzehn Sprachen (= Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters. 39). Basel 2012.
  9. ↑ Eva Roth Heege, Gisela Thierrin-Michael: Frühneuzeitliche Hafnerei in Zug (Schweiz). Archäologische und Archäometrische Untersuchungen. In: Sabine Felgenhauer-Schmiedt, Nikolaus Hofer, Karin Kühtreiber u. a.: Keramik und Technik. Tagung Mautern an der Donau, 20. bis 25. September 2010 (= Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich. 27). Wien 2011, S. 53–64.
  10. ↑ Eva Roth Heege: Referenzkomplexe der Zentralschweiz. In: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (SAM Archäologie Schweiz AS), Schweizerischer Burgenverein (SBV): Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350. Akten des Kolloquiums zur Mittelalterarchäologie in der Schweiz, Frauenfeld 28.–29. Oktober 2010. Basel 2011, S. 375–397.
Personendaten
NAME Roth Heege, Eva
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Kunsthistorikerin bzw. Mittelalter- und Neuzeitarchäologin
GEBURTSDATUM 1963
GEBURTSORT Bern