| ExOne GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1995 |
| Sitz | Gersthofen |
| Leitung | Eric Bader (Geschäftsführer) |
| Branche | Maschinenbau |
| Website | www.exone.com/de/ |
ExOne ist ein Hersteller von 3D-Druckmaschinen mit Sitz in Gersthofen und Niederlassungen in den Vereinigten Staaten und Asien.
ExOne fertigt Druckmaschinen für industrielle Anwendungen mit Metall, Sand, Keramik und Polymeren, sowie die anwendungsspezifischen Bindemittel. Die Kunden entstammen der Rüstungsindustrie, Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Gießereien.
Das Unternehmen war von 1999 bis in die frühen 2010er Jahre der einzige Anbieter von Binder-Jetting-Systemen.
Der erste Vorläufer der ExOne geht auf Forschungen am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zurück. Dort wurde 1993 auf der Grundlage der Technologie, die in Tintenstrahldruckern Anwendung findet, ein Verfahren zum Drucken dreidimensionaler metallischer Objekte entwickelt. Bei diesem 3D-Druckverfahren, dem Binder Jetting, wird das Material mit einem flüssigen Bindemittel in Schichten auf ein Pulverbett aufgetragen.
Die Extrude Hone Corporation mit Sitz in Irwin, Pennsylvania wurde Ende der 1960er Jahre gegründet und produziert bis heute Spezialmaschinen und Schleifpasten für die Oberflächenbehandlung von metallischen Bauteilen. 1996 erwarb Extrude Hone eine Exklusivlizenz für das am MIT entwickelte und patentierte 3D-Metalldruckverfahren, sowie eine nicht-exklusive Lizenz für den Druck mit Keramik für Gussformen. 1998 wurde der erste kommerzielle 3D-Metalldrucker marktreif, der auf dieser Technologie basierte. Der erste Drucker wurde 1999 an Motorola ausgeliefert.
2002 bis 2005 wurden drei neue Drucksysteme auf den Markt gebracht, darunter ein Metalldrucker und eine Maschine zum Drucken von Sandformen und -kernen für Gießereien.
Unabhängig von den Forschungen am MIT wurde an der Technischen Universität München ein Verfahren zur präzisen Tropfendosierung von UV-Klebstoffen entwickelt und in Versuchen zum 3D-Druck eingesetzt. Auf das Erteilen eines ersten Patents folgte 1999 die Gründung der Generis GmbH.
Generis spezialisierte sich auf den Freistrahl-Bindemittelauftrag mit Sand, weil er auf den Metalldruck aufbaute, der den Kunden bereits bekannt war. 2002 wurden die ersten Sanddrucker an Daimler und BMW ausgeliefert. Die Geschichte der Generis GmbH endete bereits 2003 mit der Aufspaltung in die Unternehmen ProMetal und Voxeljet. ProMetal wurde von der Extrude Hone Corporation erworben und betätigte sich in der Entwicklung und Vermarktung des Metalldrucks, während Voxeljet mit das Geschäft mit dem Sanddruck ausbaute.
2005 wurde die Extrude Hone Corporation an Kennametal verkauft. Das 3D-Druckgeschäft wurde als Spin-off durch The Ex One Company fortgeführt. Der Name ist eine Ableitung von Extrude Hone. Nach dem überraschenden Tod des Firmengründers Larry Rhoades im Jahr 2007 wurde The Ex One Corporation von S. Kent Rockwell erworben, dem Inhaber der Unternehmen Rockwell Venture Capital und Rockwell Forest Products.
Bis in die frühen 2010er Jahre war The Ex One Company der einzige Anbieter von Binder-Jetting-Systemen. Dann begannen die frühen Patente des MIT auszulaufen, und Wettbewerber drängten auf den Markt. Im Jahr 2013 wurde das Unternehmen umstrukturiert, änderte seinen Namen in The ExOne Company und schloss einen erfolgreichen Börsengang an der Nasdaq ab.
Voxeljet ging 2013 ebenfalls an die Börse, allerdings an die New York Stock Exchange. Das gewonnene Kapital wurde in die internationale Expansion investiert. Bereits 2015 bestanden neben einem Servicezentrum in Canton, Michigan Tochtergesellschaften in Großbritannien, China und Indien. Anfang der 2020er Jahre arbeitete Voxeljet mit GE Renewable Energy und dem Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik zusammen, um einen der weltweit größten Sandformdrucker zur Produktion von Rotorblättern für Offshore-Windkraftanlagen zu entwickeln.
Im August 2021 wurde ExOne für einen Kaufpreis von 575 Millionen US-Dollar von seinem US-amerikanischen Wettbewerber Desktop Metal erworben, der damit den Zugang zur Entwicklung und Vermarktung von Binder-Jetting-Großanlagen für die industrielle Fertigung erhalten wollte. Nach dem Abschluss der Transaktion beantragte ExOne bei der Nasdaq die Einstellung der Börsennotierung.
Im Frühjahr 2025 wurde Desktop Metals von dem israelischen 3D-Drucker-Konzern Nano Dimension übernommen, der jedoch bereits im Juli des Jahres die finanzielle Unterstützung einstellte. Desktop Metals musste daraufhin nach Chapter 11 des US-amerikanischen Bankruptcy Code Insolvenz anmelden.
Ende 2025 kaufte der US-amerikanische Technologie-Investor Anzu Partners aus der Insolvenzmasse sowohl die ExOne GmbH, als auch deren japanische Schwestergesellschaft ExOne KK und den deutschen Wettbewerber Voxeljet heraus. Die Unternehmen wurden zunächst unter dem Dach der neuen ExOne Global Holdings zusammengeführt. Zu diesem Zeitpunkt waren weltweit mehr als 500 industrielle 3D-Drucker der Marken ExOne und Voxeljet im Einsatz.
Im August 2026 wurde Voxeljet mit der ExOne GmbH verschmolzen. Voxeljet bleibt als Marke erhalten. ExOne fertigt nun Druckmaschinen für industrielle Anwendungen mit Metall, Sand, Keramik und Polymeren, sowie die anwendungsspezifischen Bindemittel. Einsatzbereiche sind die Rüstungsindustrie, Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Gießerei. Das Unternehmen hat Standorte in Deutschland (Gersthofen), Irland, den Vereinigten Staaten (Canton und Detroit, Michigan), Japan, der Volksrepublik China und Indien.