| MSC Mediterranean Shipping Company SA | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1970 |
| Sitz | Genf, |
| Leitung | Gianluigi Aponte (Group Chairman) Diego Aponte (Group President) Soren Toft (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 200'000 (2025) |
| Umsatz | 86,4 Mrd. EUR (2022) |
| Branche | Reedereien |
| Website | www.msc.com |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |







Die Mediterranean Shipping Company (MSC) ist eine Schweizer Reederei mit Sitz in Genf. Sie ist gegenwärtig die weltweit grösste Containerreederei und mit Tochterunternehmen auch im Containerterminal-, Kreuzfahrt- und Fährgeschäft aktiv. MSC gehört zu den 100 grössten Unternehmen in der Schweiz und zu den 500 grössten Familienunternehmen der Welt.
Die Geschichte der MSC lässt sich in den ersten vier Jahrzehnten jeweils grob bestimmten Entwicklungsschritten zuordnen. Das erste Jahrzehnt war von den Anfängen der Reederei in der Trampschifffahrt und dem Aufbau der ersten Liniendienste mit Stückgutschiffen, die meist gebraucht von Linienreedereien übernommen wurden, geprägt. Während der 1980er Jahre stellte die Reederei ihre Flotte weitgehend auf gebrauchte Containerschiffe um und stieg zusätzlich ins Kreuzfahrtgeschäft ein. In den 1990er Jahren wurde MSC zur weltweit operierenden Containerlinienreederei, wobei ab 1996 erstmals Neubauten in Fahrt kamen. Seit 2000 entwickelte sich die MSC zur zweitgrössten Containerlinienreederei und daneben zu einem grossen Kreuzfahrtanbieter.
Das Unternehmen wurde 1970 durch den italienischen Kapitän Gianluigi Aponte und seine Frau Rafaela Aponte-Diamant in Sorrent gegründet. Sein erstes Schiff war die 1955 auf der Meyer-Werft gebaute Korbach der Hamburger Reederei Hans Krüger. Unter dem neuen Namen Patricia wurde es in Monrovia registriert und bis 1973 in der Trampfahrt im Mittelmeer eingesetzt. Im Jahr darauf erwarb Aponte die 1952 gebaute Magdeburg der Hamburg-Amerika-Linie, die als Rafaela ebenfalls in Monrovia registriert wurde und für die Reederei in Brüssel bis 1977 in Fahrt blieb. Nach dem Erwerb der Rafaela benannte man das Unternehmen in Mediterranean Shipping Company (MSC) um und führte die bis heute gültige Schornsteinmarke ein: kleines m auf Wellenlinie über sc.
In den Folgejahren kamen weitere gebrauchte Schiffe hinzu. Nachdem das Fahrtgebiet in der Trampfahrt zunächst bis nach Nordeuropa erweitert worden war, baute MSC ab 1972 ihre ersten Liniendienste über den Suezkanal zum Mittleren Osten und Ostafrika auf und erweiterte diese ab 1977 bis nach Nordeuropa. Währenddessen wurde der Sitz der Reederei aus familiären Gründen im Jahr 1975 nach Genf verlegt. Mit der nächsten Erweiterung wurde Ende der 1970er Jahre Südafrika in das Liniennetz aufgenommen.
Zu Beginn der 1980er Jahre erwarb MSC mehrere Massengutfrachter und liess sie zu Containerschiffen umbauen. Daneben kamen zunächst zahlreiche Semicontainerschiffe und später mehr und mehr Vollcontainerschiffe zur MSC-Flotte. Ab 1985 eröffnete MSC den ersten Transatlantikdienst, und 1989 kam der erste Australiendienst (Wallaby-Service) hinzu.
1987 stieg MSC mit der Übernahme der Kreuzfahrtreederei Flotta Lauro in das Kreuzfahrtgeschäft ein und benannte diese Tochter in StarLauro um.
Anfang der 1990er Jahre wurde das Benennungsschema der Schiffe auf Namen mit dem vorangestellten Kürzel «MSC» umgestellt. 1994 nahm MSC den ersten Südamerikadienst auf, 1996 folgte der Silk-Service nach Fernost und 1999 der Pazifikdienst. Im Laufe des Jahrzehnts hatte MSC somit die letzten noch nötigen Lücken im Fahrtgebiet geschlossen, um als weltweite Linienreederei gelten zu können.
Bis 1995 wurden durch MSC ausschliesslich gebrauchte Containerschiffe erworben. Die Flotte bestand aus einer wachsenden Anzahl von Second-hand-Containerschiffstypen der ersten bis dritten Generation von namhaften Linienreedereien wie NYK, Mitsui-OSK, Hapag-Lloyd, Mærsk. Erstmals 1996 wurden von MSC Containerschiffsneubauten bestellt bzw. gechartert.
Nachdem die Achille Lauro Ende 1994 brennend vor Somalias Küste gesunken war, benannte MSC seine Kreuzfahrt-Tochter von StarLauro in Mediterranean Shipping Cruises um.
Ab 2002 wurde ein zweiter Fernostdienst eröffnet, der Dragon-Service. Im selben Jahr wurden Dienste nach Kanada und ein Indien-Pakistan-Dienst aufgenommen. Im Jahr darauf wurde mit der MSC Lirica der erste Neubau eines Kreuzfahrtschiffes in Fahrt gesetzt. MSC stellte im Oktober 2012 mit der MSC Anastasia einen Post-Panamax-Massengutfrachter in Dienst. Das rund 230 Meter lange Schiff wurde auf der STX-Werft in Dalian gebaut.
Mit der französischen Reederei CMA CGM und der dänischen Reederei Mærsk wollte MSC für 2014 eine P3 genannte Allianz bilden und hatte dazu Ende 2013 in London ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das die Gesamtflotte steuern sollte. Die Wettbewerbsbehörde der USA erteilte dazu die Genehmigung, China verweigerte sie allerdings, so dass die Allianz als gescheitert gilt. Stattdessen wurde die 2M-Allianz mit Mærsk Line gebildet. Im September 2017 wurden bei Samsung Heavy Industries sechs und bei Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering fünf Schiffe für 22'000 TEU bestellt, im April 2018 wurde die Kapazität mit 23'000 TEU bekanntgegeben. Es sind die ersten Containerschiffe mit 61 Meter Breite.
Am 24. Januar 2022 erklärte MSC, Interesse an einer mehrheitlichen Übernahme der italienisch-staatlichen Fluggesellschaft ITA Airways (bis Oktober 2021 Alitalia) zu haben. Eine Kooperation mit Lufthansa war beabsichtigt. Lufthansa und ITA wollten bis zu 90 Werktage exklusiv verhandeln. Die Verhandlungen scheiterten jedoch und MSC stieg aus. ITA Airways befindet sich noch in Staatsbesitz und noch in Verhandlungen mit Lufthansa und der EU-Kommission.
Am 31. März 2022 übernahm MSC die Afrikasparte des französischen Logistikkonzerns Bolloré Transport & Logistics für 5,7 Milliarden €. Ebenfalls 2022 übernahm MSC vorbehältlich der behördlichen Genehmigung 49 % der Anteile der finanziell angeschlagenen italienischen Reederei Moby Lines.
Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass MSC für etwa 4,2 Milliarden Euro etwa 50 % der Anteile an Nuovo Trasporto Viaggiatori, einem privaten italienischen Eisenbahnunternehmen, vom Infrastrukturfonds Global Infrastructure Partners (GIP) übernehmen will.
Im April 2026 gab MSC bekannt, dass die Anteile von Gianluigi Aponte an der Gruppe im vierten Quartal 2025 auf Diego Aponte und Alexa Aponte Vago, die beiden Kinder des Gründerehepaars, übertragen worden sind. Gianluigi Aponte bleibt Executive Chairman.
Unter MSC-Flagge laufen derzeit (Juli 2017) 460 Containerschiffe mit einer Stellplatzkapazität von gesamthaft etwa 2'600'000 TEU. Am 5. Januar 2022 wurde MSC vor Mærsk die grösste Containerreederei der Welt mit 4,28 Mio. TEU. Die grössten MSC-Containerschiffe mit einer Kapazität von jeweils 23'500 TEU sind die Schiffe der Megamax-24-Serie. Sie wurden ab 2014 bei Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering in Südkorea gebaut. Im Januar 2015 stellte man die MSC Oscar in Dienst, das mit einer Kapazität von 19'224 TEU seinerzeit grösste Containerschiff der Welt.
Wichtigster zentraler Containerterminal der MSC ist Antwerpen, dort wird von PSA-HNN ein 167 Hektar grosser MSC Home Terminal betrieben. MSC bedient weltweit 270 Häfen mit 170 Routen. In Deutschland ist MSC über die Linienagentur MSC Germany S.A. & Co KG (ehemals F. H. Bertling Linienagentur) mit Büros in Bremen, Hamburg, Düsseldorf, Lübeck, Stuttgart, Frankfurt/Main, Berlin, Nürnberg und München präsent und betreibt in Zusammenarbeit mit Eurogate ein Terminal in Bremerhaven (MSC Gate). Seit November 2024 ist MSC darüber hinaus zu 49,9 % an der Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft (PoH) beteiligt, die wiederum 95 % der Anteile an der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hält. Weltweit verfügt MSC über rund 1'000 Schiffe und 7 Flugzeuge und es arbeiten über 200'000 Beschäftigte in 675 Niederlassungen in 155 Ländern für die Gesellschaft (Stand 2026).
MSC ist Eigner der Kreuzfahrtreedereien MSC Cruises und Explora Journeys in Genf sowie der Fährreedereien GNV und SNAV in Neapel.
Terminal Investment Limited (TiL) wurde 2000 durch die Familie Aponte gegründet. Heute betreibt TiL über 70 Containerterminals in etwa 30 Ländern.
Medlog ist eine Tochterfirma der MSC und stellt ihren Logistik-/Speditionsbereich dar. Medlog ist in 70 Ländern aktiv, darunter auch in Deutschland (Bremen) und in Österreich (Wien).
Unter dem Namen Medway ist MSC mit folgenden Eisenbahnverkehrsunternehmen in insgesamt neun Ländern im Schienengüterverkehr aktiv:
Im Bereich des Schienenpersonenfernverkehrs ist MSC seit 2024 zu etwa 50 % an der Italo S.p.A (ehemals Nuovo Trasporto Viaggiatori) beteiligt, die unter der Marke .italo Hochgeschwindigkeitszüge in Italien betreibt.
MSC ist durch die Tochterfirma Itabus am Busverkehr beteiligt.
Die Liste enthält ausschliesslich die Neubauten von MSC (keine Charterschiffe oder Second-Hand-Tonnage) und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Jahr | Name | Vermessung | Container | Werft | Status/Schicksal |
|---|---|---|---|---|---|
| 1996 | MSC Alexa | 42307 BRZ | 3300 TEU | Fincantieri, Monfalcone | 2024 verschrottet |
| MSC Rafaela | |||||
| 1999 | MSC Diego | 40631 BRZ | 4056 TEU | Hanjin Heavy Industries, Busan | in Dienst |
| MSC Regina | |||||
| MSC Gina | |||||
| 2000 | MSC Aniello | ||||
| MSC Sandra | 43575 BRZ | 4340 TEU | |||
| 2001 | MSC Alyssa | ||||
| 2002 | MSC Laura | 75590 BRZ | 6750 TEU | Daewoo Shipbuilding, Okpo | |
| MSC Luisa | |||||
| 2003 | MSC Vanessa | 76512 BRZ | |||
| MSC Ludovica | 76490 BRZ | ||||
| MSC Florentina | 75590 BRZ | ||||
| MSC Maureen | |||||
| 2002 | MSC Barbara | 73819 BRZ | 6408 TEU | Hyundai Heavy Industries, Ulsan | |
| MSC Michaela | |||||
| MSC Melissa | |||||
| MSC Loretta | |||||
| 2003 | MSC Marina | in Dienst | |||
| 2004 | MSC Stella | 6724 TEU | Hyundai Samho, Ulsan | in Dienst | |
| 2005 | MSC Pamela | 107849 BRZ | 9178 TEU | Samsung Shipbuilding, Goeje | |
| MSC Susanna | |||||
| 2006 | MSC Deborah | 55150 BRZ | 5100 TEU | Hanjin Heavy Industries, Busan | |
| MSC Benedetta | |||||
| MSC Mara | |||||
| MSC Olga | |||||
| MSC Silvana | 94489 BRZ | 8400 TEU | Daewoo Shipbuilding, Okpo | ||
| MSC Tomoko | |||||
| MSC Heidi | |||||
| MSC Rania | |||||
| MSC Maria Elena (MSC Fiorenza) | 107849 BRZ | 9178 TEU | in Dienst | ||
| 2007 | MSC Sylvana | 107200 BRZ | 9580 TEU | in Dienst | |
| MSC Candice | 108930 BRZ | ||||
| MSC Pina | 107849 BRZ | ||||
| 2008 | MSC Asya | 108930 BRZ | |||
| 2008 | MSC Soraya | 66399 BRZ | 5762 TEU | ||
| MSC Oriane | |||||
| MSC Krystal | |||||
| 2009 | MSC Kalina | 151559 BRZ | 9580 TEU | ||
| 2010 | MSC Emanuela | ||||
| MSC Eva | |||||
| MSC Gaia | |||||
| 2009 | MSC Daniela | 151559 BRZ | 13000 TEU | ||
| MSC Beatrice | |||||
| 2010 | MSC Bettina | 13798 TEU | |||
| MSC Irene | 14000 TEU | ||||
| 2015 | MSC Oscar | 192237 BRZ | 19224 TEU | ||
| MSC Oliver | |||||
| MSC Zoe | 192784 BRZ | ||||
| MSC Lily | 96333 BRZ | 8819 TEU | New Times Shipbuilding, Jingjiang | ||
| MSC Elodie | 8819 TEU | ||||
| MSC Naomi | |||||
| MSC Julie | |||||
| MSC Anzu | |||||
| 2016 | MSC Jade | 194308 BRZ | 19437 TEU | Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering | |
| 2019 | 232618 BRZ | 23500 TEU | Samsung Shipbuilding, Goeje | ||
| 232618 BRZ | 23500 TEU | Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering |
Von 2009 bis 2018 sollen laut Public Eye 80 ausgediente Schiffe der Mediterranean Shipping Company (MSC) an den Stränden von Indien und Bangladesch verschrottet worden sein, wo sie zum Teil die Küste verschmutzten und Arbeiter der Abwrackwerften gefährdeten. Dem entgegenstehend wurde MSC im Oktober 2018 beim Green Shipping Summit in Amsterdam als umweltfreundlichste Reederei des Jahres ausgezeichnet.