
Eyjolf Dankrad Herbert Aistleitner (* 4. Jänner 1943 in Berlin) ist ein österreichischer Biologe und Insektenforscher.
Eyjolf Aistleitner kam in Berlin als Sohn des in Wien geborenen Herbert Aistleitner und seiner Frau Annemarie (geb. Gloger, * 1919 in Berlin, † 2009) zur Welt. Sein Bruder Olaf (* 1951, † 2026) kam in Vorarlberg zur Welt, nachdem seine Familie dorthin gezogen war.
Eyjolf besuchte in Frastanz die Volksschule und in Feldkirch die Hauptschule und die Lehrerbildungsanstalt, an der er 1962 maturierte. Er wurde Lehrer und Leiter einer einklassigen Volksschule in Sonntag im Großen Walsertal. 1964 legte er die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen und 1968 die Lehramtsprüfung für Hauptschulen in Biologie, Deutsch und Bildnerischer Erziehung ab. Von 1970 bis 1973 war er Lehrer an der Hauptschule Feldkirch/Gisingen, von 1973 bis 1977 Vertragslehrer am Bundesgymnasium Feldkirch. Neben seiner Lehrtätigkeit studierte er von 1971 bis 1976 an den Universitäten Innsbruck und Wien Biologie und Erdwissenschaften und absolvierte die Lehramtsprüfung für Höhere Schulen. Von 1977 bis 2000 war er Professor für Biologie, Fachdidaktik und Schulpraxis an der Pädagogischen Akademie Feldkirch.
1992 folgte die Promotion beim Innsbrucker Zoologen Heinz Janetschek mit einer umfassenden Untersuchung der Schmetterlinge in Vorarlberg (Titel der Dissertation: Faunistik, Phaenologie und Anmerkungen zur Biologie ausgewählter Familien der Schmetterlinge (Insecta, Lepidoptera) in Vorarlberg)
Nach der Promotion war er bis zu seiner Pensionierung auch als Lektor an der Universität Innsbruck und als Dozent an der Liechtensteiner Ingenieursschule tätig. Von 1992 bis 1994 besuchte er die Landwirtschaftsschule Hohenems und erwarb einen Abschluss als Nebenerwerbslandwirt.
Aistleitner heiratete 1967 seine erste Frau, mit der er vier Kinder hat. Nach deren Trennung 1995 heiratete er 2001 seine zweite Frau aus Kap Verden, mit der er zwei Kinder hat. Seither verbrachte er die Wintermonate auf der Insel Brava in Kap Verden, wo er eine kleine Landwirtschaft führte, ein Schulhilfeprojekt leitete und die Insektenwelt der Insel untersuchte. Auch sein Sohn Ulrich aus erster Ehe wurde Lehrer und Schmetterlingsforscher.
Eyjolf Aistleitners Interesse gilt vor allem der regionalen Faunistik von Vorarlberg und Liechtenstein, weitere Schwerpunkte sind die Südalpen, Spanien und die Atlantischen Inseln.
Schon in den 1980er-Jahren veröffentlichte er zusammen mit Peter Huemer Funde von Eulenfaltern und anderen Großschmetterlingen aus Vorarlberg. Später erschien sein Werk Die Schmetterlinge Vorarlbergs. Im Auftrag der liechtensteinischen Regierung kartierte er von 1985 bis 1989 die Tagfalter des Landes und setzte die Untersuchung aus eigenem Interesse noch sechs Jahre fort. Die daraus entstandene Monografie dokumentiert 120 Tagfalterarten und stellt konkrete Forderungen für den Naturschutz. Kennzeichnend für seine Arbeit ist, dass er Schmetterlinge eng mit ihren Pflanzengesellschaften verknüpft. Dazu schrieb er auch grundsätzliche Beiträge, etwa über die Biotopbindungen der Großschmetterlinge.
1988 gründete er das Büro OeGDI (Ökologische Grundlagenforschung, Dokumentation, Information). Er erstellte neben seiner Lehrtätigkeit Gutachten zum Naturschutz-Management und führte Forschungsaufträge im In- und Ausland zur Kartierung und Erhebung der Artenspektren der Schmetterlinge ausgewählter Gebiete durch.
Seine umfangreiche Sammlung führt er als privates Museum (Entomologische Forschungsmuseum Eyjolf Aistleitner EFMEA) in Feldkirch. Es zählt zu den größten privaten Insektensammlungen und umfasst eine der weltweit umfangreichsten Dokumentationen von Widderchen (Zygaenidae) Spaniens.
Seine Interessen gehen weit über Schmetterlinge hinaus. Er hat zahlreiche Arbeiten zu botanischen, entomologischen und ökologischen Themen veröffentlicht, darunter Beiträge zu den Hautflüglern Vorarlbergs und Liechtensteins. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Netzflügler, vor allem Ameisenlöwen. Hier beschrieb er mehrere neue Taxa und veröffentlichte 2026 eine Studie über afrikanische und asiatische Ameisenlöwen aus seiner Sammlung. Der von ihm auf den Kapverden entdeckte Bärenspinner (Wikispecies:Eilema aistleitneri) ist nach ihm benannt.
Ab 1988 war er auch Referent für Schulung und Fortbildung bei der Vorarlberger Naturwacht. Für seine wissenschaftliche Tätigkeit und sein Engagement im Naturschutz wurde er 1994 mit dem Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz, 1995 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Arbeitsgemeinschaft Berg- und Naturwachten Österreichs, im Jahr 2000 mit dem Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg und 2016 mit der Ehrennadel der Österreichischen Naturfreunde ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aistleitner, Eyjolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Aistleitner, Eyjolf Dankrad Herbert |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Biologe und Insektenforscher |
| GEBURTSDATUM | 4. Januar 1943 |
| GEBURTSORT | Berlin |