Félix Charpentier

Félix Maurice Charpentier (1858–1924)

Félix Maurice Charpentier (* 10. Januar 1858 in Bollène, Département Vaucluse; † 7. Dezember 1924 im 14. Arrondissement von Paris) war ein französischer Bildhauer. Er galt zu Lebzeiten als anerkannter Vertreter der offiziellen Bildhauerkunst der Dritten Republik und erhielt öffentliche Aufträge in Frankreich sowie Denkmalaufträge in Brasilien. 1897 ließ er sich in Chassant im Département Eure-et-Loir ein Wohnhaus mit Atelier errichten, das ihm als Zweitwohnsitz diente. Von 1900 bis 1908 war er Bürgermeister der Gemeinde Chassant. Das seit 2022 als Maison des Illustres ausgezeichnete Anwesen ist mitsamt Atelier und Park erhalten.

Leben

Félix Charpentier – Le Monument du Centenaire de la réunion d'Avignon et du Comtat Venaissin à la France in Avignon

Félix Charpentier wurde als Sohn eines in einer Ziegelei beschäftigten Arbeiters geboren. Er besuchte zunächst die École municipale des Beaux-Arts in Avignon und arbeitete zeitweise im Atelier des Bildhauers Armand. 1877 bzw. 1878 wechselte er an die École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris, wo er Schüler von Pierre-Jules Cavelier und Amédée Doublemard war. Ab 1879 stellte Félix Charpentier regelmäßig im Salon der Société des Artistes Français aus, deren Mitglied er wurde. 1887 erhielt er ein Reisestipendium der Gesellschaft und gehörte 1900 sowohl dem Komitee als auch der Jury an. 1892 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und 1899 mit der Großen Goldenen Staatsmedaille Österreichs ausgezeichnet. Félix Charpentier starb am 7. Dezember 1924 in Paris.

Ausstellungen und Auszeichnungen

Félix Charpentier stellte von 1879 bis in die 1900er Jahre regelmäßig im Salon der Société des Artistes Français in Paris aus. Dort erhielt er 1884 eine Medaille dritter Klasse, 1887 eine Medaille zweiter Klasse, 1889 eine Medaille erster Klasse, 1890 den Prix du Salon und 1900 den Grand Prix. 1882 und 1883 wurden ihm ehrenvolle Erwähnungen zuteil. Auf der Pariser Weltausstellung von 1889 wurde er mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Auch 1900 nahm er an der Weltausstellung teil. 1910 beteiligte er sich an der Exposition universelle et internationale in Brüssel. Im Jahr 1924 war eine Arbeit Charpentiers Teil des Skulpturenwettbewerbs im künstlerischen Programm der Olympischen Sommerspiele in Paris.

Werk

Félix Charpentier – Matinado, Gips. Musée des Beaux-Arts et d'Histoire naturelle de Châteaudun, Eure-et-Loir

Félix Charpentiers Werk umfasst vor allem Bildnisbüsten aus Bronze, Marmor und Terrakotta sowie figürliche Gruppen und Einzelstatuen mit mythologischen, allegorischen und genrehaften Themen. Daneben schuf er öffentliche Denkmäler, Grabmäler und Reliefs für Bauwerke.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 3: Bülow – Cossin. Paris 2006.
  2. 1 2 3 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online,. 2009.
Personendaten
NAME Charpentier, Félix
ALTERNATIVNAMEN Charpentier, Félix Maurice (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französischer Bildhauer
GEBURTSDATUM 10. Januar 1858
GEBURTSORT Bollène, Département Vaucluse
STERBEDATUM 7. Dezember 1924
STERBEORT Paris