F. Thomas Farrell

F. Thomas Farrell, 2020

Francis Thomas Farrell (* 14. November 1941 in Cincinnati, Ohio) ist ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich mit Topologie und Differentialgeometrie befasst.

Leben

Farrell studierte an der Harvard University mit dem Bachelor-Abschluss 1964 und wurde 1967 bei Wu-Chung Hsiang an der Yale University promoviert (The obstruction to fibering a manifold over a circle). Als Post-Doktorand war er an der University of California, Berkeley, an der er 1969 bis 1972 Assistant Professor war. Danach ging er an die Pennsylvania State University, an der er 1978 eine volle Professur erhielt. 1976/77 war er am Institute for Advanced Study. 1979 bis 1985 war er an der University of Michigan und 1984 bis 1992 an der Columbia University. Er ist seit 1990 Professor an der State University of New York at Binghamton. Inzwischen ist er emeritiert.

Werk

In seiner Dissertation bewies er, wann Mannigfaltigkeiten mit Dimensionen größer gleich fünf Faserräume über dem Kreis sind.

Er befasste sich mit der Klassifikation von Mannigfaltigkeiten mit demselben Homotopietyp und speziell mit der Borel-Vermutung, die besagt, dass asphärische geschlossene Mannigfaltigkeiten durch ihre Fundamentalgruppe bis auf Homöomorphie festgelegt sind. Die Vermutung macht eine topologische Starrheitsaussage (Festlegung der Topologie aus algebraischen Daten der Homotopiegruppen) und Farrell bewies mit Kollegen die Vermutung für Spezialfälle (einige flache Mannigfaltigkeiten und solche mit nicht positiver Schnittkrümmung in 5 und mehr Dimensionen mit L. E. Jones). Er arbeitete auf diesem und anderen Gebieten außer mit Hsiang (mit dem er Spezialfälle der Novikov-Vermutung bewies) häufig mit Lowell Edwin Jones zusammen. Von beiden stammen die Farrell-Jones-Vermutungen (1993) in der algebraischen K-Theorie, deren Beweis andere Vermutungen zur Folge hat wie zum Beispiel die Borel- und Novikov-Vermutung (in Dimensionen größer gleich fünf). Sie ist mit der Baum-Connes-Vermutung in der topologischen K-Theorie verwandt. Farrells Erweiterung von Tate-Kohomologiegruppen endlicher Gruppen (nach John T. Tate) wird Tate-Farrell-Kohomologie genannt.

1970 war er eingeladener Sprecher auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Nizza (The obstruction of fibering a manifold over a circle) und Lowell Edwin Jones trug über die gemeinsame Arbeit auf dem ICM 1990 in Kyoto vor (Rigidity in Geometry and Topology).

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ F. Thomas Farrell im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  2. ↑ Das heißt, die Homotopiegruppen verschwinden für n>1.
  3. ↑ Eine topologische Starrheitsaussage für Sphären ist die Poincaré-Vermutung
  4. ↑ Lück, The Farrell-Jones Conjecture and its applications, Oxford 2007, pdf
Personendaten
NAME Farrell, F. Thomas
ALTERNATIVNAMEN Farrell, Francis Thomas (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Mathematiker
GEBURTSDATUM 14. November 1941
GEBURTSORT Cincinnati, Ohio