| FEV Group GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Gründung | 1978 |
| Sitz | Aachen, |
| Leitung | Vorsitzender der Gesellschafterversammlung: Stefan Pischinger Geschäftsführer:
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| Mitarbeiterzahl | 5.600 (2026) |
| Umsatz | 748,7 Mio. Euro (2024) |
| Branche | Entwicklungsdienstleister, Fahrzeugtechnik |
| Website | www.fev.com |
| Stand: 7. September 2026 | |
Die FEV Group GmbH mit Hauptsitz in Aachen ist die Dachgesellschaft des internationalen Ingenieurdienstleisters FEV, der ursprünglich aus der Entwicklung von Verbrennungsmotoren hervorgegangen ist. Das Unternehmen entwickelt für Automobilhersteller und Zulieferer Antriebe und Fahrzeugtechnik, darunter Fahrzeugsoftware, Elektroantriebe, Batteriesysteme und Brennstoffzellen, und betreibt Mess- und Prüfstände, mit denen Motoren und Fahrzeuge auf Haltbarkeit, Akustik und Emissionen getestet werden. FEV war unter anderem an der Entwicklung des Drei-Wege-Katalysators, der Diesel-Direkteinspritzung und des Doppelkupplungsgetriebes beteiligt. Seit den 2020er Jahren erschließt das Unternehmen zudem Geschäftsfelder außerhalb der Automobilindustrie, darunter die Energietechnik, die Luft- und Raumfahrt, die Schifffahrt sowie die Bahn- und Verteidigungsindustrie.
FEV war sowohl als Firma als auch personell in den Abgasskandal 2015 involviert.
Im Jahr 1978 wurde die Forschungsgesellschaft für Energietechnik und Verbrennungsmotoren (FEV) durch den Maschinenbauprofessor an der RWTH Aachen, Franz Pischinger, in der Augustinergasse in Aachen gegründet. Im Jahr 1980 zog das Unternehmen um in ein ehemaliges Gebäude der Fafnir-Werke an der Jülicher Straße in Aachen-Nord. 1985 folgte die Gründung der Niederlassung in Auburn Hills (USA) und 1986 begann der Aufbau der Containerprüfstände in der Jülicher Straße. 1990 wurde die Niederlassung in der Neuenhofstraße in Aachen eröffnet. 1994 entstand ein Prototypenfahrzeug mit elektromechanischem Ventiltrieb. 1998 folgten die Eröffnungen des Fahrzeug-Applikationszentrums in Alsdorf und der Niederlassung in Peking. Um die Jahrtausendwende entwickelte und patentierte FEV gemeinsam mit dem französischen Automobilhersteller Peugeot einen Filter für Dieselfahrzeuge, der als erster Partikelfilter in Serie gefertigt wurde.
2003 übernahm Stefan Pischinger, Sohn des Gründers, den Vorsitz der Geschäftsführung. 2005 wurde das Entwicklungszentrum in Dalian (China) eröffnet. 2006 schieden Franz Pischinger sowie seine langjährigen Wegbegleiter Manfred Schaffrath und Peter Walzer aus der Geschäftsführung aus. 2009 wurden ein Dauerlaufprüfzentrum in Brehna und das Entwicklungszentrum in Pune (Indien) eröffnet. 2011 kamen weitere Büroräume in der Aachener Neuenhofstraße hinzu. Ebenfalls 2011 fand die Umfirmierung von FEV Motorentechnik GmbH in FEV GmbH statt.
2013 erwarb FEV das Elektronikunternehmen DGE Inc., was die Geschäftszweige Elektronik, Fahrzeugtechnik sowie Telematik- und Infotainmentsysteme ausweitete. DGE war im US-Markt gemeinsam mit der FEV Inc. in Auburn Hills in Michigan tätig. Im Frühjahr 2015 übernahm FEV den französischen Testsystem- und Engineering-Dienstleister D2T Powertrain Engineering S.A. mit dessen Geschäftstätigkeit D2T in Frankreich, Tochterunternehmen in Deutschland, China und den USA sowie Beteiligungen in Südkorea und Japan. Damit baute das Unternehmen insbesondere sein Segment der Testsysteme aus. Anfang 2016 ordnete die FEV Group die Führung ihrer Tochtergesellschaften neu und gründete für das Asiengeschäft die FEV Asia GmbH. Anfang 2017 übernahm FEV die etamax space GmbH mit Sitz in Braunschweig, einen Ingenieurdienstleister für sicherheitskritische Systeme und Software in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Bahnindustrie. Seit 2017 firmiert die operative deutsche Gesellschaft als FEV Europe GmbH. Am 16. Mai 2018 schloss FEV einen Kaufvertrag zum Erwerb der Wolfsburger B&W Fahrzeugentwicklung GmbH ab, die mit rund 300 Mitarbeitern auf den Gebieten Rohbaukarosserie, Interieur, Exterieur und Elektronik tätig war. Im Juni 2018 übernahm FEV UniPlot, einen Berliner Softwareentwickler für die grafische Darstellung von Messdaten, wie sie beispielsweise an Motorprüfständen anfallen, und die Suarez & Bewarder GmbH & Co. KG, einen Ingenieurdienstleister für die Produktentwicklung und -konstruktion von Fahrzeugkomponenten im Automobilmarkt.
Ende der 2010er Jahre entwickelte die Tochtergesellschaft Share2Drive, eine Ausgründung der Fachhochschule Aachen, mit dem elektrischen Kleinfahrzeug Sven ein Konzept für das Carsharing. Im April 2022 bündelte FEV die Software- und Elektronikentwicklung in der neu gegründeten Tochtergesellschaft FEV.io, die unter anderem in den Bereichen automatisiertes Fahren, Infotainment, Konnektivität, Systems Engineering und Cybersecurity arbeitet. Im Juni 2022 vereinbarte FEV mit dem taiwanischen Batteriehersteller ProLogium die gemeinsame Entwicklung von Batteriesystemen auf Basis von Festkörperbatterien. Zum 1. Juli 2023 übernahm Patrick Hupperich den Vorsitz der Geschäftsführung der FEV Group von Stefan Pischinger, der wiederum seinem Vater Franz Pischinger als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung nachfolgte. Im Oktober 2023 eröffnete FEV am Stammsitz Aachen ein Labor für die Analyse, Sicherheitsprüfung und Prototypenfertigung von Batteriezellen.
Infolge der Absatzkrise in der Automobilindustrie baute FEV im Jahr 2024 weltweit 300 Stellen ab. Zugleich weitete das Unternehmen Geschäftsfelder außerhalb des Automobilsektors aus, darunter die Softwareentwicklung, Anwendungen in der Energietechnik sowie die Luft- und Raumfahrt.
Anfang 2025 stellte FEV auf dem Automobilwoche-Kongress eine eigene Methodik für den systematischen Einsatz von künstlicher Intelligenz in den eigenen Entwicklungsprozessen vor. Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas stellten ProLogium und FEV ein gemeinsam entwickeltes Konzeptmodul für Fahrzeugbatterien auf Festkörperbasis vor.
Seit der Gründung befindet sich FEV im Besitz der Familie Pischinger.