| Fachhochschule Nordwestschweiz | |
|---|---|
| Gründung | 1. Januar 2006 |
| Trägerschaft | Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn |
| Ort | Windisch AG, Muttenz, Olten, Basel |
| Land | |
| Direktionspräsident | Crispino Bergamaschi |
| Studierende | 14'527 (2025) |
| Mitarbeiter | 3282 (2025) |
| davon Professoren | 536 (2025) |
| Jahresetat | CHF 526 Mio. (2025) |
| Netzwerke | Swissuniversities, TriRhenaTech, EUA, ChallengeEU |
| Website | www.fhnw.ch |

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ist eine Fachhochschule in der Schweiz und ist in der Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistung tätig. Sie ist eine interkantonale öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit. Träger sind die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn. Die FHNW umfasst folgende zehn Hochschulen, die auf die Standorte Basel, Brugg-Windisch, Muttenz und Olten konzentriert sind: Angewandte Psychologie, Architektur, Bau und Geomatik, Gestaltung und Kunst, Informatik, Life Sciences, Musik, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Soziale Arbeit, Technik und Umwelt sowie Wirtschaft. Der Hauptsitz ist in Windisch.
Im Rahmen des Staatsvertrags zwischen den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn führen die Trägerkantone die FHNW mit einem vierfachen Leistungsauftrag. Dieser beinhaltet die Aus- und Weiterbildung, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen zugunsten Dritter. Ein Anliegen ist der Arbeitsmarkterfolg der Absolventen. Ein Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Bearbeitung von gesellschaftlichen Themen und Herausforderungen wie der Zukunft der Arbeit («New Work»), des Gesundheitswesens («Future Health») und der Wandel zu einer emissionsarmen Wirtschaft und Gesellschaft («Zero Emission»).
Die Studiengänge zeichnen sich durch einen Praxisbezug aus und werden als Voll- und/oder Teilzeitstudium angeboten. Die FHNW bietet 34 Bachelor- und 25 Master-Studiengänge in den Fachbereichen Angewandte Psychologie, Architektur Bau und Geomatik, Gestaltung und Kunst, Informatik, Life Sciences, Musik, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Soziale Arbeit, Technik und Umwelt sowie Wirtschaft an.
| Jahr | Diplom/ Bachelor | Master | Total | m/w (in %) |
|---|---|---|---|---|
| 2025 | 11'572 | 2'955 | 14'572 | 46/54 |
| 2024 | 11'187 | 2'797 | 13'984 | 46/54 |
| 2023 | 11'006 | 2'606 | 13'612 | 48/52 |
| 2022 | 10'780 | 2'549 | 13'329 | 48/52 |
| 2021 | 10'889 | 2'515 | 13'404 | 48/52 |
| 2020 | 10'800 | 2'361 | 13'161 | 49/51 |
| 2019 | 10'500 | 2'146 | 12'646 | 49/51 |
| 2018 | 10'355 | 2'064 | 12'419 | 50/50 |
| 2017 | 10'218 | 2'012 | 12'230 | 50/50 |
| 2016 | 9'943 | 1'945 | 11'888 | 49/51 |
| 2015 | 9'436 | 1'826 | 11'262 | 49/51 |
| 2014 | 8'871 | 1'663 | 10'534 | 48/52 |
| 2013 | 8'424 | 1'579 | 10'003 | 49/51 |
| 2012 | 7'893 | 1'543 | 9'436 | 49/51 |
| 2011 | 7'405 | 1'489 | 8'894 | 50/50 |
| 2010 | 7'344 | 1'316 | 8'660 | 50/50 |
| 2009 | 7'115 | 1'057 | 8'172 | 50/50 |
| 2008 | 6'891 | 544 | 7'435 | 50/50 |
| 2007 | 6'401 | 119 | 6'520 | 51/49 |
| 2006 | 6'101 | 61 | 6'162 | 52/48 |
In der Weiterbildung werden Master of Advanced Studies (MAS), Executive Master of Business Administration (EMBA), Diploma of Advanced Studies (DAS), Certificate of Advanced Studies (CAS), Micro-Credentials unter dem Label Short Advanced Studies (SAS) sowie Fachseminare und Tagungen angeboten.
Neben der Aus- und Weiterbildung hat die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung einen hohen Stellenwert. In einem Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen realisiert die FHNW Forschungsprojekte gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Institutionen und beteiligt sich auch an europäischen Forschungsprogrammen. Die FHNW fördert den Wissens- und Technologietransfer zu Unternehmen und Institutionen.
2025 umfasste die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung 1357 Projekte sowie 413 Dienstleistungs-Projekte.
Ein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich Weltraumwissenschaften und Datenverarbeitung für Weltraummissionen. So ist die FHNW unter anderem an den Missionen Solar Orbiter, Euclid und SMILE der ESA massgeblich beteiligt. Für das Radioteleskop-Netzwerk Square Kilometre Array entwickelt und betreut die FHNW die regionale Infrastruktur zur Verteilung der Daten in der Schweiz.
Eine Studie im Auftrag des Kantons Solothurn stellte 2023 fest, dass die FHNW für den Kanton eine Wertschöpfung von 115 Mio. Franken pro Jahr generierte. Dies entsprach dem dreifachen Beitrag des Kantons Solothurn an die FHNW von 38 Mio. Franken.
2026 erhielt die FHNW den Anerkennungspreis für eine Starke Region von der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz. Sie sei ein «Flaggschiff» der interkantonalen Zusammenarbeit und bilde jedes Jahr tausende Fachkräfte für die Region aus.
2014 rief die FHNW mehrere Innovationswettbewerbe ins Leben, um das Unternehmertum zu fördern.
Die FHNW Startup Challenge (früher Swiss Startup Challenge) unterstützt Startup-Initiativen von Studierenden und Mitarbeitenden bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsidee.
Die Swiss Sustainability Challenge unterstützt Projekte, die einen Beitrag zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit leisten.
Die Swiss Innovation Challenge ist ein Innovationsförderprogramm und Wettbewerb für Innovationsideen. Sie wird von der FHNW gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Baselland durchgeführt. Die FHNW bietet den Teilnehmenden Coaching und begleitet den Wettbewerb wissenschaftlich.
Die FHNW wurde am 1. Januar 2006 gegründet, basierend auf einem Staatsvertrag zwischen den Trägerkantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn. Sie entstand aus der Fusion der Fachhochschule Aargau (FHA), der Fachhochschule beider Basel (FHBB), der Fachhochschule Solothurn (FHSO), der Hochschule für Pädagogik und Soziale Arbeit beider Basel und der Pädagogischen Hochschule Solothurn.
Das Bundesgesetz über die Fachhochschulen vom 6. Oktober 1995 hatte die Schaffung von sieben Fachhochschulen in der Schweiz genehmigt. Die Kantone Aargau und Solothurn schufen daraufhin kantonale Fachhochschulen, die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt schufen eine gemeinsame Fachhochschule beider Basel. Der Bund genehmigte den Betrieb der Fachhochschulen bis Ende 2003 mit der Auflage, ab Ende des Jahrs 2000 die Studiengänge und Schwerpunkte der Fachhochschulen zu koordinieren. Von 1998 bis 2003 koordinierten die Schulen ihre Zusammenarbeit in einem Kooperationsrat. Auf Druck des Bundes und aufgrund von Schwierigkeiten in der Kooperation einigten sich die vier Kantone 2004 auf einen Staatsvertrag zur Fusion. Die Fachhochschule Nordwestschweiz wurde nach Ratifizierung des Staatsvertrags durch die Kantonsparlamente 2006 gegründet. Die Hochschulausbildung der Musik-Akademie Basel mit den Instituten Klassik, Jazz und Schola Cantorum Basiliensis wurde zum 1. Januar 2008 integriert.
Zum 1. Januar 2025 wurde die Hochschule für Informatik als neue Hochschule gegründet und die Hochschule für Technik in Hochschule für Technik und Umwelt umbenannt.
An der FHNW arbeiten und studieren Menschen aus über 60 Nationen. Die FHNW bietet mehrsprachige Studiengänge und internationale Austauschmöglichkeiten an. Zudem pflegt die FHNW Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen und Institutionen und beteiligt sich an europäischen Forschungsprogrammen.
Zusammen mit acht anderen praxisorientierten Hochschulen aus Europa ist sie Mitglied in der Europäischen Hochschulallianz ChallengeEU.
Durch ihre Lage in der trinationalen Oberrheinregion ist die FHNW eng mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie in Deutschland und Frankreich vernetzt.
Mit deutschen und französischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaft aus der Oberrheinregion bildet sie die Allianz TriRhenaTech. Die Allianz führt trinationale Studiengänge und weitere Bildungsangebote durch.
Im Projekt Knowledge Transfer Upper Rhine 2 (KTUR²) der Interreg Oberrhein arbeitet die FHNW mit elf Hochschulen und Universitäten aus der Oberrheinregion und weiteren Organisationen zusammen, um Unternehmen in der Region den Zugang zu Forschungsinfrastrukturen zu erleichtern.
Strategisches Führungsorgan der FHNW ist der Fachhochschulrat (Präsident des Fachhochschulrats: Markus Jordi), der von den Regierungen der Trägerkantone gewählt wird. Operativ wird die FHNW vom Direktionspräsidium (Direktionspräsident: Crispino Bergamaschi) und der Direktion geführt.
Die Oberaufsicht über die FHNW wird von den Parlamenten der vier Trägerkantone ausgeübt. Sie setzen eine Interparlamentarische Kommission (IPK) ein. Die gemeinsame Aufsicht über die FHNW haben die vier Kantonsregierungen inne, deren Geschäfte vom Regierungsausschuss bzw. den vier Bildungsdirektoren vorbereitet werden. Die Finanzaufsicht wird von den Finanzkontrollen der Trägerkantone wahrgenommen.
Die FHNW besteht aus zehn Hochschulen:
students.fhnw ist die offizielle Vertretung der Studierenden der FHNW und die Dachorganisation der Fachschaften an den einzelnen Hochschulen der FHNW. Vertretende der students.fhnw haben Einsitz in den Fachhochschulrat.
Die Mitwirkungskommission der Mitarbeitenden (MOM) ist das Mitwirkungsorgan der Mitarbeitenden und vertritt die Mitarbeitenden im Fachhochschulrat sowie auf Hochschulebene.
Die FHNW ist an mehreren Standorten in der Nordwestschweiz angesiedelt.
Der Standort Brugg-Windisch geht zurück auf die Höhere Technische Lehranstalt Windisch (HTL), die 1965 gegründet wurde. 2001 entschied der Grossrat des Kantons Aargau, die damaligen Standorte der Fachhochschule Aargau in Brugg-Windisch zu konzentrieren. 2011 bewilligte die Aargauer Stimmbevölkerung einen Neubau zwischen dem Haller-Gebäude der HTL und dem Bahnhof Brugg auf dem Gebiet der Gemeinde Windisch. Die Baukosten betrugen 231 Millionen Schweizer Franken. Im September 2013 begann der Studienbetrieb.

Der FHNW Campus Muttenz in der Nähe des Bahnhofs Muttenz wurde 2018 eröffnet. Die Baukosten betrugen 305 Millionen Schweizer Franken. Der Neubau ermöglichte die Auflösung von 29 Standorten der FHNW in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt.
2008 bewilligte das Solothurner Stimmvolk einen Neubau für die FHNW auf dem ehemaligen Von-Roll-Areal in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Olten. Die Baukosten betrugen 86 Millionen Franken. Im Sommer 2013 wurde der Standort in Betrieb genommen. Daneben nutzt die FHNW weitere angemietete Flächen in der Nähe.
Zum Herbstsemester 2026 gab die Pädagogische Hochschule den Standort im ehemaligen Lehrerseminar Solothurn auf und zog nach Olten. Mit der Schliessung des Lehrerseminars endete nach 244 Jahren die Tradition der Lehrerausbildung im Kanton Solothurn, die mit der Lehrerbildungsstätte 1782 begonnen hatte. Unter privater Bauherrschaft entsteht bis 2034 in Olten ein Erweiterungsbau.

Zum Herbstsemester 2026 wird der Neubau des FHNW Campus Dreispitz in Basel eröffnet. Dort bieten die Hochschule für Informatik und die Hochschule für Wirtschaft Bachelor-Studiengänge und Weiterbildungen an.
Das Institut Klassik der Hochschule für Musik Basel und die Schola Cantorum Basiliensis haben ihren Sitz an der Musik-Akademie Basel in der Basler Altstadt. Unter dem Projektnamen Campus 2040 entsteht derzeit ein Erweiterungsbau.
Das Institut Jazz bezog 2014 den Jazzcampus in der Utengasse im Kleinbasel.

Der Neubau der Hochschule für Gestaltung und Kunst entstand von 2012 bis 2014 auf dem Basler Dreispitz-Areal.
Die Stiftung FHNW mit Sitz in Windisch wurde am 28. April 2010 mit dem Ziel gegründet, die FHNW bei der Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung zu unterstützen. Insbesondere unterstützt sie Forschungs- und Lehrprojekte in der Anfangsphase finanziell. Dazu schreibt sie jährlich eine Förderung aus, für die sich Projekte an der FHNW bewerben können. 2026 betrug die Fördersumme 120'000 Schweizer Franken.

Seit 2017 verkehrt der RABe 521 017 der S-Bahn Basel unter dem Namen Muttenz und trägt Werbung für die Fachhochschule Nordwestschweiz.
Personen, die einen Bezug zur FHNW oder einer ihrer Vorgängerschulen haben:
Siehe auch Schola Cantorum Basiliensis, Bekannte Lehrer und Schüler sowie Hochschule für Gestaltung und Kunst, Absolventen
Koordinaten: 47° 28′ 54,2″ N, 8° 12′ 39,6″ O; CH1903: 658217 / 259280