
Fabrice Hyber (* 12. Juli 1961 in Luçon, Vendée; eigentlich Fabrice Hybert) ist ein französischer Bildhauer, Objekt-, Installations-, Video-, Film- und Aktionskünstler sowie Maler und Zeichner. Er lebt und arbeitet in Paris. Hybert studierte zunächst Mathematik, bevor er sich der bildenden Kunst zuwandte. Von 1980 bis 1985 studierte er an der École des Beaux-Arts in Nantes. 1994 gründete er das Unternehmen UR (Unlimited Responsibility), um seine eigenen Kunstwerke zu produzieren und zu vermarkten. 1997 erhielt er bei der Biennale di Venezia den Goldenen Löwen für die Installation La Cage aux folles im französischen Pavillon.

Fabrice Hyber versteht seine gesamte, neokonzeptuell orientierte Kunstpraxis als ein sich beständig weiterentwickelndes Rhizom – ein nicht hierarchisch strukturiertes, wucherndes Geflecht. Seit Mitte der 1980er Jahre gestaltet er im Sinne eines Work in Progress komplexe Objekte und Hybride, die häufig als Mutationen ausgebildet sind, sowie Installationen aus unterschiedlichen, teils gefundenen, teils industriell vorgefertigten Materialien. Diese visuell und funktional verfremdeten bzw. mutierten Objekte bezeichnet Fabrice Hybert als Prototype d’Objet en Fonctionnement (abgekürzt: P.O.F.). Ihre Entwicklung bereitet er in Zeichnungen oder malerischen Arbeiten vor, darunter sogenannte peintures homéopathiques, und dokumentiert sie teils in Filmen. Im Rahmen von Ausstellungen oder öffentlichen Aktionen können die P.O.F. von den Betrachtern in die Hand genommen, benutzt und in Fragebögen bewertet werden. Ein Beispiel ist P.O.F. N° 65 – Ballon carré (1998–2006): ein würfelförmiges Objekt aus Leder, dessen Muster an einen Fußball erinnert.
Zu Hybers ortsbezogenen Arbeiten im öffentlichen Raum zählen unter anderem:

2005 arbeitete Fabrice Hyber beim Festival Montpellier Danse mit dem Choreografen Angelin Preljocaj an der Inszenierung des Balletts Les 4 saison zusammen. Dabei gestaltete Hyber mit einer sogenannten Chaosgraphie das Bühnenbild und die Kostüme und modifizierte so die Choreografie des Regisseurs.
Fabrice Hyber veröffentlichte unter anderem die Künstlerbücher Richesses, Jannink Éditions, Paris 2004 und L'Artère. Le jardin des dessins. Parc de la Villette. Éditions Cécile Defaut, Nantes 2009.
Werke von Hyber befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter: Centre Pompidou und Musée d’Art moderne de la Ville de Paris (Paris), Musée d’Art Contemporain (Bordeaux) und Musée d’Art Contemporain (Lyon), Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen (Antwerpen), S.M.A.K. (Gent), Kunsthaus Glarus, Musée Bonnat-Helleu (Bayonne), Musée des Beaux-Arts (Nantes) und Musée des beaux-arts de Montréal (Montreal), Musée d’Art contemporain du xxie siècle de Kanazawa, Kanazawa, Vangi Sculpture Garden Museum (Shizuoka), Watari Museum of Contemporary Art (Tokio), Mudam (Luxemburg) und Museum der bildenden Künste (Leipzig). Darüber hinaus sind seine Werke in zahlreichen französischen FRAC-Sammlungen vertreten, darunter Poitou-Charentes, Franche-Comté, Pays de la Loire, Bretagne, Nord-Pas de Calais, Limousin, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Languedoc-Roussillon, Haute-Normandie und Midi-Pyrénées.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hyber, Fabrice |
| ALTERNATIVNAMEN | Hybert, Fabrice |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Bildhauer, Objekt-, Installations-, Video-, Film- und Aktionskünstler |
| GEBURTSDATUM | 12. Juli 1961 |
| GEBURTSORT | Luçon |