
Fatima Maada Bio (geborene Jabbie; * 27. November 1980 im Kono-Distrikt) ist eine gambisch-sierra-leonische Schauspielerin und als Ehefrau des sierra-leonischen Staatspräsidenten Julius Maada Bio seit Anfang April 2018 die First Lady von Sierra Leone. Bekannt wurde sie zunächst durch Nollywood-Filme; als First Lady tritt sie besonders für Mädchenbildung, den Zugang zu Menstruationsprodukten und den Schutz vor Kinderehen ein.
Fatima Maada Bio ist das Kind von Tidankay Jabbie aus Sierra Leone und dem Gambier Umar Jabbe. Ihre Mutter stammt aus dem Distrikt Kono, wo ihr Vater lange als Geschäftsmann arbeitete. Ihr Großvater mütterlicherseits, Alhaji Marabou Jabbie, stammte ebenfalls aus Kono, ihre Großmutter mütterlicherseits, Isata Nabay, aus Segbwema im Distrikt Kailahun.
Sie wuchs in Kono auf, wo sie die Ansarul Islamic School und später die St. Joseph Convent Secondary School in der Hauptstadt Freetown besuchte. Ihr Vater arrangierte für sie als Jugendliche eine Ehe mit einem deutlich älteren Mann; vor der geplanten Heirat gelang ihr 1996 mit Unterstützung Verwandter die Flucht ins Vereinigte Königreich. In London beantragte sie Asyl und lebte zunächst bei einem entfernten Verwandten. Sie erwarb einen Bachelorabschluss in Darstellender Kunst (Performing Art) an der University of Roehampton und 2014 in Journalismus am London College of Communication.
2012 lernte sie den Politiker Julius Maada Bio in London kennen, als sie ihn im Rahmen eines Projekts über einflussreiche Sierra-Leoner in der Diaspora interviewte. Sie heirateten 2013 im Vereinigten Königreich. Ihr Mann war zuvor verheiratet gewesen und hatte sich sechs Jahre vor seiner zweiten Heirat scheiden lassen. Am 27. Juni 2013 kam ihr Sohn Hamza zur Welt, der drei Tage nach der Geburt starb. Am 7. September 2015 bekam sie eine Tochter, die nach ihrer Großmutter väterlicherseits Amina genannt wurde.
Bio arbeitete als Schauspielerin in Nollywood-Filmen, beispielsweise im Fantasy-Abenteuerfilm The Mirror Boy (2011) sowie als Drehbuchautorin und Produzentin. 2013 wurde sie bei den African Oscars der Nollywood and African Film Critics Awards (NAFCA) als beste Schauspielerin geehrt.
Nach dem Sieg ihres Mannes bei der Präsidentschaftswahl in Sierra Leone 2018 wurde Bio Anfang April 2018 First Lady von Sierra Leone. Julius Maada Bio wurde 2023 wiedergewählt; seine zweite Amtszeit soll 2028 enden. Bio ist Mitglied der regierenden Sierra Leone People’s Party und tritt auch eigenständig bei politischen Veranstaltungen und Wahlkampfauftritten auf.
Als First Lady unterstützte Bio das 2024 in Kraft getretene Verbot von Kinderehen in Sierra Leone, das auch von Präsident Julius Maada Bio vorangetrieben wurde. Das Gesetz ermöglicht Betroffenen, die als Kinder verheiratet wurden, die Aufhebung der Ehe und finanzielle Entschädigung. Es richtet sich nicht nur gegen erwachsene Ehepartner, sondern kann auch Eltern, Trauernde, Gäste und andere Personen erfassen, die eine Kinderehe ermöglichen.
Bio griff außerdem Periodenarmut als Bildungshindernis für Mädchen auf und zielte bei der Verteilung kostenloser Binden darauf, Fehlzeiten während der Menstruation zu verringern. Sierra Leone hatte 2026 im Unterschied zu mehreren anderen afrikanischen Staaten keine landesweite Regelung, die kostenlose Menstruationsprodukte an Schulen garantiert. Für ihr Engagement wurde Bio zur Vorsitzenden der Organization of African First Ladies for Development gewählt. 2022 nahm sie im Buckingham Palace an einem Empfang zur Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen und Mädchen teil.
Bio gilt in Sierra Leone als polarisierende öffentliche Figur: Unterstützer sehen in ihr eine sichtbare Stimme für Frauen und Mädchen, während Kritiker ihr vorwerfen, die traditionell eher repräsentative Rolle einer First Lady zu überschreiten. Bei der Parlamentseröffnung am 7. August 2025 wurde sie von einigen Abgeordneten ausgebuht; Bio reagierte darauf, indem sie Kopfhörer aufsetzte und Musik hörte.
2021 kam Bio in die Schlagzeilen, da sie in einen großen Korruptionsskandal verwickelt sein soll. 2025 kamen weitere Korruptionsvorwürfe auf, da Bio diverse Immobilien gekauft haben soll, wobei die Herkunft der Gelder dafür nicht nachvollziehbar sein soll.
2025 geriet außerdem ein inzwischen gelöschtes Video in die Kritik, auf dem der wegen Kokainschmuggels in den Niederlanden verurteilte Jos Leijdekkers bei einem Gottesdienst einige Reihen hinter Bio und ihrem Mann zu sehen gewesen sein soll. Bio bestritt, Leijdekkers zu kennen.
2026 wurde in britischen Medien kritisiert, dass Bio trotz ihres Aufenthalts im Presidential Lodge in Freetown weiterhin eine kommunale Wohnung im Londoner Borough Southwark gemietet hatte. Bio verteidigte das Mietverhältnis mit dem Hinweis, ihre Kinder seien britische Staatsbürger, sie zahle die Miete selbst und habe keine Straftat begangen. Die Mietbedingungen des Borough Southwark sehen vor, dass kommunale Mieter eine Wohnung als einzigen oder hauptsächlichen Wohnsitz nutzen und eine Abwesenheit von mehr als 42 aufeinanderfolgenden Tagen schriftlich melden müssen. Southwark Council erklärte allgemein, bei Zweifeln an der Einhaltung von Mietbedingungen würden Prüfungen und Untersuchungen vorgenommen, äußerte sich aber nicht zu einzelnen Mietverhältnissen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Maada Bio, Fatima |
| ALTERNATIVNAMEN | Jabbie, Fatima |
| KURZBESCHREIBUNG | gambische Schauspielerin und First Lady von Sierra Leone |
| GEBURTSDATUM | 27. November 1980 |
| GEBURTSORT | Kono |