
Eine Boa ist ein langes, schalähnliches Kleidungsstück, benannt nach der Riesenschlangengattung Boa. Bei entsprechender Länge kann sie ein- oder mehrfach um den Hals geschlungen werden.
Von der Zeit des Wiener Kongresses (1814 bis 1815) bis in die 1870er Jahre waren Pelz- und Federboas besonders gefragt. Das vorläufige Ende der Pelzboa-Mode begann in den 1840er Jahren, zusammen mit dem Verschwinden der dekolletierten Kleidung.
Die Federboa ist als ergänzendes Schmuckelement, vornehmlich bei besonderen Anlässen, wie beispielsweise im Karneval, auch heute gebräuchlich. In der Showbranche, im Vaudeville, in Travestieshows und in der New Burlesque war und ist die Federboa stilbestimmend. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, besonders aber auch in den 1920er-Jahren, war in vielen Varietés und Nachtclubs die Boa ein erotisierendes Utensil von Showtänzerinnen und Prostituierten. In den 1990er Jahren wurde die Federboa auch in der Raveszene ein verbreitetes Accessoire.

Die Pelzboa ist, ähnlich der Federboa, ein langes, schalähnliches Kleidungsstück. Sie ist eine der vielen Varianten ähnlicher klassischer Pelze, wie den Pelzkolliers, pelzbesetzten Kragen und Pelzstolen.
Bereits in den alten Stämmen sibirischer Völker und ihren Nachfolgern, den Tschukten, Ewenen, Tungusen und Jakuten wurden lange Streifen von Rentierfell längs gefaltet und rund zusammengenäht. Andere wanden Eichhörnchenfellstücken und Hasenschwänze um Lederstreifen und nähten sie daran fest, in einer Länge, dass sie mehrfach nicht nur um den Hals gelegt werden konnten, sondern das ganze Gesicht bedeckten.
Im Barock waren sogenannte Flohpelze in Gebrauch, Vorläufer der Pelzkolliers, die über die Schulter gelegt wurden. Ihnen wurde, wohl fälschlicherweise, nachgesagt, sie würden Flöhe von der Trägerin abhalten. Von der Zeit des Wiener Kongresses (1814 bis 1815) bis in die 1870er Jahre waren Pelz- und Federboas besonders gefragt. Die Pelzboa wurde dann vom Pelzkollier abgelöst.
Die Pelzboa war in der Mode von 1900 bis zum Zweiten Weltkrieg besonders präsent, sowie noch einmal, aus Fellschweifen gearbeitet, nach Ende des Krieges. Pelzboas und Stolen aus Silberfuchsfell waren zuvor durch das Aufkommen der Pelztierzucht erheblich preisgünstiger geworden, Silberfuchsboas und -kolliers aus dieser früher nahezu unerschwinglichen Pelzart waren vorübergehend zum Markenzeichen von Straßenmädchen geworden.
In den 1920er und 1930er Jahren umgaben Pelzbesätze zwei. bis dreimal die über mehreren Unterröcken steif abstehenden Kleiderröcke. Ergänzend hinzu kam die Boa, die in dieser Zeit ihre größte Länge erreichte und meist mit dem Pelz des Kleides harmonierte.
Um die 1990er Jahre waren Boas aus aneinandergenähten Fellschweifen, meist Fuchsschweife, aber beispielsweise auch Waschbär, in Mode. Fuchsschweifboas waren häufig, ähnlich den Fuchskolliers, mit einem ausgearbeiteten Kopf versehen.

Üblicherweise ist die Pelzboa als Schlauch gearbeitet, das Haar außen. Eine Besonderheit waren Boas aus gedrehten Fellresten. Beim Schweifdrehen werden Fellstreifen um einen Faden gewickelt verklebt. Werden hierfür Schweife verwendet, entstehen besonders opulente Boas. Durch das Drehen um den Leimfaden verdoppelt sich der Umfang, der jetzt Querverlauf des Haarschlags sorgt zusätzlich für Volumen. Das Schweifdrehen war über etliche Jahrzehnte ein wichtiger Handwerkszweig der deutschen Pelzindustrie.