Federhaus

Ein Federhaus ist ein Teil einer Uhr. Es handelt sich dabei um ein Gehäuse zur Aufnahme einer Spiralfeder, mit der die Uhr angetrieben wird. Dieses ist meist trommelförmig und zumeist mit einem Deckel verschlossen.

Federhaus (links Aufzugwelle, rechts Teil des Federhauskerns)

Eigenschaften

Es gibt eine Reihe von Anwendungen von Federhäusern. Sehr verbreitete Anwendungen sind Uhrwerke mit Federzug und Spieldosen mit Federzug.

Die wesentlichen Vorteile des Federhauses sind:

Angelehnt an Hermann Brinkmann gibt es verschiedene Ausführungen von Federhäusern:

Grundlegend bei jeder konventionellen Aufzugsfeder von Uhren ist, dass die Feder aus einem flachen Band besteht, das an beiden Ende für die Befestigung vorbereitet wurde und mit einem Ende in einen Haken des sogenannten Federkerns (oder Federhauskerns) eingehängt und um den Federkern gewickelt wird. Der Federkern ist Teil einer Welle oder Achse oder ist fest damit verbunden. Die Feder kann mit Hilfe eines Federwinders aufgerollt und in das Federhaus eingesetzt werden.

Uhrwerk mit frei ziehender Feder bzw. ohne Federhaus (zum Vergleich)

Uhrwerk ohne Federhaus

Spieluhr mit festem Federhaus

Spieluhr mit festem Federhaus (blau umrandet)

Umlaufendes Federhaus

Fliegendes Federhaus

Das fliegende Federhaus ist eine Sonderbauform des umlaufenden Federhauses.

Geteiltes Federhaus

Werk eines Weckers. Massive Bauweise

Alle bisher vorgestellten Lösungen haben den Nachteil, dass die Federkraft nicht unverändert auf das Werk wirkt, sondern bei voll aufgezogener Feder wesentlich stärker ist, als bei fast abgelaufener Feder. Kann die Hemmung des Uhrwerkes diesen Nachteil nicht weitgehend aufwiegen, so kann nur die Lösung mit Schnecke Abhilfe schaffen:

Federhaus mit Schnecke

Da die Feder auch im abgelaufenen Zustand noch Kraft auf das Werk ausüben muss, ist es erforderlich, dass sie vorgespannt wird. Das erfolgt über ein Sperrrad auf der Achse des Federhauses mit auf der Werksplatine montierter Sperrklinke. Der zugehörige Vierkant ist nur bei freigelegtem Werk zugänglich und wird nur bei der Montage des Werkes verwendet respektive die Feder wird vor Demontage des Werkes entspannt.

Nachteilig ist, dass während des Aufziehens der Feder das Werk vollständig entlastet und eventuell geringfügig in der entgegengesetzten Richtung bewegt wird. Da die Dauer des Aufziehens bei weitem unter der Dauer des Ablaufes liegt, überwiegen die Vorteile aber deutlich. Der benötigte Bauraum für diese Lösung ist etwas doppel so groß wie bei einem umlaufenden Federhaus. Das Federhaus mit Schnecke wurde vor allem früher bei hochwertigen Uhren eingesetzt. Heute wird der Unterschied in der Federzugkraft bei hochwertigeren Uhren durch Hemmungen neutralisiert, die bei unterschiedlicher Antriebskraft nicht zu relevanten Unterschieden in der Schwingungsfrequenz führen.

Siehe auch

  1. ↑ Helmut Kahlert, Richard Mühe, Gisbert L. Brunner: Armbanduhren: 100 Jahre Entwicklungsgeschichte. Callwey, München 1983; 5. Auflage ebenda 1996, ISBN 3-7667-1241-1, S. 48.
  2. ↑ Hermann Brinkmann: Einführung in die Uhrmacherlehre. Wilhelm Knapp Verlag, 1980