| Rochemolles | |
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Simplex | |
Normalspurbahn (schwarz), Standseilbahn (blau), Feldbahn (rot, dick), Decauvillebahn (rot, dünn) | |
| Streckenlänge: | 7,5 km |
| Spurweite: | 800 mm (Schmalspur) |
| Streckengeschwindigkeit: | 7–15 km/h |
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Die Feldbahn bei Rochemolles war eine von 1919 bis etwa 1930 betriebene etwa 7,5 Kilometer lange Baustellen-Feldbahn mit einer Spurweite von 800 mm bei Rochemolles in der Gemeinde Bardonecchia in Italien.
Die Feldbahn bei Rochemolles wurde 1919–1921 in den piemontesischen Alpen gebaut und bis etwa 1930 betrieben, um das für den künftigen Staudamm, dessen Bau 1924 begonnen und 1930 abgeschlossen wurde, benötigte Material zu transportieren und die Berghütte Rifugio Scarfiotti zu errichten und zu versorgen.
Das eingesetzte Gleis- und Rollmaterial stammte von der 20 Kilometer langen miltiärischen Feldbahnstrecke, die 1917 von der British Expeditionary Force zwischen Marostica und Calvene gebaut worden war, um die venetische Front nach der Zwölften Isonzoschlacht des Ersten Weltkriegs zu versorgen.
Auf der Strecke wurden zwei von der britischen Firma Motor Rail hergestellte 20-PS-Simplex-Lokotraktoren mit Benzinmotor eingesetzt. Die Züge fuhren mit einer Geschwindigkeit von 7 bis 15 km/h und benötigten daher etwa eine Dreiviertelstunde, um die gesamte Strecke zurückzulegen. Da sie keine Beleuchtung hatte, konnten sie ausschließlich tagsüber fahren, und ihr Einsatz war aufgrund der hohen Lawinengefahr auf die Sommersaison beschränkt. Die Strecke diente nicht nur dem Bau der 1923 eingeweihten Berghütte, sondern beförderte auch jahrelang Arbeiter und Hüttenwärter und verwandelte so ein Kriegsrelikt in eine tragende Säule für die großen Alpenbauprojekte der italienischen Staatsbahn.

Die Strecke begann an der Bergstation der Standseilbahn, die 1912 für den Bau der Druckleitung errichtet worden war und deren Talstation über eine kurze Normalspur-Stichstrecke erreichbar war, die vom Bahnhof Bardonecchia an einer Drehscheibe abzweigte und anschließend den Bach Rochemolles auf einer Holz- und Metallbrücke überquerte. Die Wagen wurden, sobald sie gedreht und auf die Stichstrecke gezogen waren, von einer Akkumulatorlokomotive gezogen.
Die Trasse zeichnete sich durch einen flachen Verlauf mit vielen Bögen mit großem Radius aus. Sie hatte eine Gesamtlänge von etwa 7,5 Kilometern und wies zahlreiche Ingenieurbauwerke auf, darunter einen kurzen Tunnel. Die Schienen waren mit flachen, mittels Haken verankerten Klemmen an den Schwellen befestigt. Die Weichen an den Endbahnhöfen waren mit den klassischen Gegengewichtshebeln ausgestattet.
Nach Verlassen des Abfahrtsbahnhofs, der an die drei Stauseen an den Hängen des Monte Jafferau angrenzte und über vier Gleise sowie einen Lokschuppen verfügte, kreuzten sich die Züge auf halber Strecke an einer Ausweichstelle, um schließlich die Endstation auf der Baustelle zu erreichen, wo sich ein weiteres, kleineres Depot mit drei Gleisen befand. Auf der gesamten Strecke gab es keine Signalanlagen.
Neben der nördlichen Endstation, die sich auf Höhe der Baustelle des Staudamms befand, verlief eine weitere Decauvillebahn, die für den Transport von Baustoffen aus den Steinbrüchen im Plan du Fond errichtet worden war und nach einer Planänderung des Staudamms notwendig geworden war.
Die auf der Strecke eingesetzten Schienenfahrzeuge waren Eigentum des Bauamts der Ferrovie dello Stato Italiane. Es gab zwei zweiachsige Lokomotiven mit Ottomotor, die gebraucht von der britischen Küstenverteidigung erworben worden waren.
Neben zahlreichen Güterwagen verschiedener Bauarten umfasste der Fuhrpark der Feldbahn einen zweiachsigen Personenwagen, der für den Personentransport eingesetzt wurde.
Koordinaten: 49° 47′ 40,6″ N, 6° 45′ 52,4″ O