
Agbor Nkongho aka Balla (geb. Felix Agbor Anyior Nkongho, 23. August 1970, Kumba, Sud-Ouest, Kamerun) ist ein kamerunischer Menschenrechtsanwalt aus dem Anglophonen Kamerun. Er ist Präsident der Fako Lawyers Association, Vizepräsident der African Bar Association für Zentralafrika, Gründer und Vorsitzender des Centre for Human Rights and Democracy in Africa und Gründer der Anwaltskanzlei Agbor Nkongho human rights law Firm Der Aktivist und Freiheitskämpfer wurde am 17. Januar 2017 verhaftet. ist er eines der Hauptmitglieder des Cameroon Anglophone Civil Society Consortium (Konsortiums der englischsprachigen Zivilgesellschaft Kameruns, CSCAC), einer von den kamerunischen Behörden verbotenen Bewegung.
Agbor Nkongho wurde am 23. August 1970 in Kumba, Sud-Ouest, geboren und stammt aus dem Department Manyu. In seiner Kindheit besuchte er eine Grundschule der Cameroon Baptist Convention (CBC) in Buea, wo er im Armenviertel Great Soppo aufwuchs, bevor er sich am St. Joseph’s College im Dorf Sasse einschrieb, wo er seinen O-Level-Abschluss erwarb. Er setzte seine Studien am Cameroon College of Arts and Science (CCAS) in Kumba fort und besuchte anschließend Abendkurse für das General Certificate of Education (GCE) in Musole, nachdem er wegen eines aufrührerischen Textes mit dem Titel „Lavoir“ vom CCAS Kumba verwiesen worden war. Darin prangerte er die Missstände und Verfehlungen der Schulleitung an, was den Beginn seines jugendlichen Aktivismus markierte. Felix Agbor Balla beschreibt seinen Schulverweis als „Segen“, da er dadurch die Schriftstellerin Bate Besong kennenlernte. Er studierte an der Universität Yaoundé I und erwarb dort einen Bachelor of Laws (LLB) im englischen Privatrecht. Außerdem studierte er an der Nigerian Law School, der Université libre de Bruxelles, der University of Notre Dame und der Universität Leipzig. Er arbeitet als Forscher am Zentrum für Internationales Recht in Belgien, als Rechtsassistent beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Sierra Leone und als Menschenrechtsbeauftragter beim Büro der Vereinten Nationen in Afghanistan, und in der Demokratischen Republik Kongo.
Am 17. Januar 2017 wurde berichtet, dass Balla zusammen mit Fontem Neba, einem Universitätsdozenten in Buea, auf Anordnung der Regierung von der kamerunischen Polizei festgenommen wurde. Die Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit dem Anglophonen-Konflikt, nachdem er friedliche Proteste zum Schutz der Kultur und der Rechte der englischsprachigen Kameruner organisiert hatte. Diese Proteste umfassten Sitzstreiks mit über 2000 englischsprachigen Anwälten, die Ausgangsstreiks (Ghost town) und die Schließung von Schulen unter dem Dach des Anglophone Civil Society Consortium (CACSC). Das CACSC war wenige Tage vor Ballas Festnahme verboten und seine Aktivitäten für illegal erklärt worden.
Mehreren Quellen zufolge wurden Balla und weitere Personen in acht Anklagepunkten angeklagt und ihnen drohte die Todesstrafe wegen Hochverrats, Terrorismus, Aufruhrs und Gefährdung des Friedens und der Einheit der Republik Kamerun. Ballas Prozess sollte am 1. Februar 2017 beginnen und wurde später auf den 13. Februar verschoben. Am 23. März wurde Ballas Prozess vor dem Militärgericht in Yaoundé vertagt, zunächst auf den 27. April, dann auf den 24. Mai und dann auf den 27. Juli. Am 31. August erließ Präsident Paul Biya ein Präsidialdekret, welches das Militärgericht in Yaoundé anwies, Balla und weitere Angeklagte im Zusammenhang mit den Protesten in Northwest und Southwest freizulassen. Am 15. April 2015 sagte Balla laut einem Interview gegenüber Journalisten in Buea: „Ich bin bereit, für die Verteidigung des Common Law zu sterben“ („I am ready to die in defense of Common Law“).
Die Law Society of Upper Canada (Anwaltskammer von Oberkanada) reagierte umgehend auf die Verhaftung und Inhaftierung von Balla und appellierte an die Regierung Kameruns, Balla unverzüglich und bedingungslos freizulassen und die volle Ausübung des Anwaltsberufs ohne Einschüchterung zu gewährleisten. Am 27. März 2017 forderte die Organisation Robert F. Kennedy Human Rights die Regierung Kameruns nachdrücklich auf, Balla unverzüglich freizulassen und die Anklage gegen ihn fallen zu lassen. Professor Sean O’Brien , Direktor für Internationales Menschenrechtsrecht an der University of Notre Dame, reichte beim UN-Menschenrechtsrat eine Petition zur sofortigen Freilassung Ballas ein.
Am 30. August 2017 wurden Balla, Neba Fontem und Paul Abine Ayah per Präsidialerlass freigelassen und alle Anklagen gegen sie fallen gelassen. Der stellvertretende Regionaldirektor von Amnesty International für West- und Zentralafrika erklärte, die Entscheidung der kamerunischen Regierung, Balla und die anderen freizulassen, sei eine gute Nachricht für alle und verurteilte deren ursprüngliche Verhaftung. Agbor Balla setzt sich weiterhin für die Freiheit im Süden Kameruns ein. Dies geschieht durch die Bildung von Einsatzgruppen zur Befreiung zahlreicher Inhaftierter, und er drängt die Regierung der Republik Kamerun weiterhin zur vollständigen Freilassung aller Gefangenen.
Gemäß seiner politischen Ideologie befürwortet er eine Zweistaatenföderation mit gleichberechtigtem Status in Kamerun als Lösung für die Krise der englischsprachigen Bevölkerung. Diese Position vertritt er seit über 17 Jahren in seinem Kampf für die Befreiung der englischsprachigen Gemeinschaft in Kamerun.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Agbor Balla, Felix |
| ALTERNATIVNAMEN | Agbor Anyior Nkongho, Felix |
| KURZBESCHREIBUNG | kamerunischer Damokratie-Aktivist |
| GEBURTSDATUM | 23. August 1970 |
| GEBURTSORT | Kumba (Kamerun), Sud-Ouest (Kamerun), Kamerun |