| Feodossija | ||
|---|---|---|
| Феодосія | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Oblast: | Autonome Republik Krim | |
| Rajon: | Kreisfreie Stadt | |
| Höhe: | 50 m | |
| Fläche: | 35,2 km² | |
| Einwohner: | 66.293 (2021) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1.883 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 98100–98175 | |
| Vorwahl: | +380 6562 | |
| Geographische Lage: | 45° 3′ N, 35° 23′ O | |
| KATOTTH: | UA01180710010062019 | |
| KOATUU: | 0111600000 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Stadt, 5 Siedlungen städtischen Typs, 11 Dörfer | |
| Verwaltung | ||
| Adresse: | вул. Земська 4 98100 м. Феодосія | |
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Feodossija (ukrainisch [], russisch Феодосия, beide /feoˈdosija/; krimtatarisch Kefe; altgriechisch Θεοδοσία Theodosía, mittelgriechisch Κάφφας Káffas; im Mittelalter verbreitet Kaffa oder Caffa, später auch Coffa) ist eine Hafenstadt und ein touristisches Zentrum in der Autonomen Republik Krim (Ukraine) mit etwa 90.000 Einwohnern (mit eingemeindeten Vororten). Bewohnt wird Feodossija mehrheitlich von ethnischen Russen.
Verwaltungstechnisch ist Feodossija neben der eigentlichen Stadt unterteilt in:
| Gruppen | Anzahl | in Prozent |
|---|---|---|
| Russen | 78536 | 72,2 |
| Ukrainer | 20416 | 18,8 |
| Krimtataren | 5055 | 4,6 |
| Belarussen | 1949 | 1,8 |
| Armenier | 557 | 0,5 |
| Juden | 223 | 0,2 |
| Tataren | 236 | 0,2 |
| Gruppen | Anzahl | in Prozent |
|---|---|---|
| Moldauer | 184 | 0,2 |
| Aserbaidschaner | 167 | 0,2 |
| Polen | 148 | 0,1 |
| Georgier | 145 | 0,1 |
| Deutsche | 117 | 0,1 |
| Griechen | 109 | 0,1 |
Quelle:

Seit dem international nicht anerkannten Anschluss der Halbinsel Krim an Russland im März 2014 gehört Feodossija de facto zum Föderationskreis Südrussland der Russischen Föderation. De jure nach Angaben der administrativ-territorialen Teilung der Ukraine ist Feodossija Teil der Autonomen Republik Krim, die zu den durch Russland besetzten Gebieten gehört.
Am 29. April 2016 wurden das ukrainische Wappen und die Fahne für Feodossija widerrechtlich durch russische Hoheitszeichen ausgetauscht (mit Wappen von 1844).

Die Stadt wurde im sechsten Jahrhundert v. Chr. von griechischen Kolonisten aus Milet als Theodosia gegründet und wurde in chronologischer Reihenfolge von folgenden Völkern beherrscht: Griechen, Römer, Goten, Byzantiner, Kiewer Rus, Mongolen (Goldene Horde), Venezianer, Genuesen, Türken, Krimtataren.
Der vordem griechische Stadtstaat Theodosia gehörte ab 355 v. Chr. zum Bosporanischen Reich, ab 107 v. Chr. zum Königreich Pontos. Nach der römischen Zeit ab 63 v. Chr., in der die Stadt zum Regnum Bospori gehörte, einem Vasallenstaat Roms als Nachfolger des Bosporanischen Reiches, wurde Theodosia im vierten Jahrhundert n. Chr. während der Invasion der Hunnen zerstört oder geplündert. Doch auch die Waräger nutzten die Stadt zur Verschiffung von Sklaven.

Im 5. Jahrhundert ist für das Gebiet der heutigen Stadt die alanische Bezeichnung Ardabda („Sieben Götter“) überliefert. Im Zuge der mongolischen Eroberungen geriet die Krim im 13. Jahrhundert unter die Herrschaft der [Goldenen Horde]. 1266 gründeten die [Genuesen] mit Zustimmung des Khans der Goldenen Horde eine Niederlassung in Kafa, italienisch Caffa, an der Stelle einer mittelalterlichen Siedlung. 1307 ließ der Khan der Goldenen Horde, Toqta, Caffa belagern. Die Genuesen hielten der Belagerung mehrere Monate stand, mussten die Stadt jedoch im Mai 1308 verlassen und setzten sie bei ihrem Abzug in Brand.
Nach dem Tod Toqtas 1312 und der Rückkehr der Genuesen unter seinem Nachfolger Özbeg Khan wurde Caffa ab 1313 wiederaufgebaut. Die Stadt entwickelte sich im 14. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelszentrum und wurde umfangreich befestigt. Während der erneuten Belagerung Caffas durch Truppen der Goldenen Horde unter Khan Jani Beg von 1345 bis 1347 brach im Schwarzmeerraum eine Pestepidemie aus. Caffa spielte eine wichtige Rolle bei der Weiterverbreitung der Pest in den Mittelmeerraum und nach Europa. Der aus Piacenza stammende Gabriele de’ Mussi berichtet, die Belagerer hätten Pestleichen über die Befestigungsanlagen in die Stadt geschleudert. Da de’ Mussi nicht selbst in Caffa anwesend war, wird diese Darstellung in der neueren Forschung jedoch mit Vorsicht beurteilt.

Im 14. Jahrhundert entstand um Caffa ein umfangreiches Befestigungssystem mit einer inneren Zitadelle und einer äußeren Stadtmauer. Die Genuesen beherrschten neben Caffa weitere Niederlassungen und Gebiete auf der Krim und an der nördlichen Schwarzmeerküste. Ihre Besitzungen und Einflussgebiete waren jedoch territorial nicht zusammenhängend und standen weiterhin im politischen Einflussbereich der Goldenen Horde. Im 15. Jahrhundert kam es zudem wiederholt zu Auseinandersetzungen mit dem Fürstentum Theodoro. Die genuesische Herrschaft in Caffa endete 1475 mit der Eroberung durch die Osmanen.
Caffa gewann im 14. und 15. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung als Handelszentrum am Schwarzen Meer. Der Handel wurde vor allem von den Genuesen betrieben, daneben waren Venezianer sowie muslimische und andere Kaufleute beteiligt. Die Stadt war Teil eines weitreichenden Handelsnetzes, das die Schwarzmeerhäfen mit Konstantinopel und den Mittelmeerhäfen verband.
In Caffa lebte eine bedeutende armenische Gemeinde. Vor der Eroberung der Stadt durch die Osmanen im Jahr 1475 stellten die Armenier einer Untersuchung zufolge einen erheblichen Teil der Bevölkerung; für die Zeit unmittelbar vor dem Fall der Stadt werden etwa zwei Drittel der Einwohner angegeben. In Caffa und seiner Umgebung gab es zahlreiche armenische Kirchen und Kapellen. Die armenische Bevölkerung war insbesondere im Handel und Handwerk wirtschaftlich aktiv. Über den Hafen von Caffa wurden Waren aus dem Schwarzmeerraum in Richtung Konstantinopel und von dort aus weiter über das Mittelmeer nach Europa und in den östlichen Mittelmeerraum gehandelt. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Handel mit versklavten Menschen aus dieser Region. Sie wurden unter anderem nach Italien und in das Mamlukenreich in Ägypten exportiert, dessen Militär stark von der Rekrutierung von Sklavensoldaten abhängig war.
Der Fall Konstantinopels im Jahr 1453 veränderte die politischen Rahmenbedingungen des Schwarzmeerhandels, bedeutete jedoch nicht dessen sofortiges Ende. Die Genuesen konnten ihre Besitzungen auf der Krim zunächst behaupten und behielten die Kontrolle über Caffa bis 1475. Mit der osmanischen Eroberung Caffas und der übrigen genuesischen Besitzungen auf der Krim im Jahr 1475 endete schließlich die genuesische Herrschaft. Unter osmanischer Herrschaft blieb Caffa, nun Kefe genannt, ein bedeutendes Handelszentrum und entwickelte sich insbesondere zu einem wichtigen Umschlagplatz für den krimtatarischen Sklavenhandel. Am Handel waren Händler unterschiedlicher Herkunft beteiligt, darunter Armenier, Griechen und Juden. Ein großer Teil der von der Krim exportierten Sklaven wurde über Caffa in andere Regionen des Osmanischen Reichs weiterverkauft.

In der folgenden Zeit gehörte der Ort unter dem Namen Kefe zum Osmanischen Reich (endgültige Kapitulation 1475, nachdem bereits seit 1455 Tribut an den osmanischen Sultan entrichtet werden musste). Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert beherbergte die Stadt den größten Sklavenmarkt der Krim, einen der größten der gesamten Region. Zum Beispiel, unternahmen zwischen 15. und 18. Jahrhunderten die Krimtataren immer wieder Feldzüge in Polen-Litauen, die Moldau und Russland, bei denen sie vor allem Sklaven erbeuteten, und in der Stadt verkaufen. In den Jahren 1616, 1628 und 1667 kam es wiederholt zu Feldzügen der Saporoscher Kosaken nach Kefe zur Befreiung christlicher Sklaven.
1724 wurde Prospero Lambertini, der spätere Papst Benedikt XIV., Titularerzbischof („archiepiscopus i[n] p[artibus] i[nfidelium]“) von Theodosia. Im Jahr 1783 erfolgte der Anschluss der Krim an das Russische Reich, und die Stadt Kefe wurde in Anlehnung an den alten griechischen Namen Theodosia in Feodossija umbenannt.
1892 bekam der Ort einen Eisenbahnanschluss durch den Bau der heutigen Bahnstrecke Cherson–Kertsch.
Nach der Oktoberrevolution wurde sie Teil der ASSR der Krim innerhalb der Russischen SFSR.
Nachdem die deutsche Wehrmacht am 3. November 1941 die Stadt erobert hatte, wurde die jüdische Bevölkerung Feodossijas von Angehörigen des Sonderkommandos 10b (SS-Sturmbannführer Alois Persterer) der Einsatzgruppe D unter der Führung von Otto Ohlendorf aufgefordert, sich registrieren zu lassen. Am 1. Dezember 1941 erfolgte dann die „Umsiedlung“, die Internierung in einem Ghetto, der jüdischen und krimtschakischen Einwohner der Stadt. Drei Tage später, am 4. Dezember 1941, wurden große Teile der jüdischen Bevölkerung zusammen mit Krimtschaken, Zigeunern und angeblichen Kommunisten durch das Sonderkommando ermordet, das dabei von den rückwärtigen Diensten der 11. Armee (Generaloberst Erich von Manstein), insbesondere der Ortskommandantur II 915 und der Feldgendarmerie-Abteilung der Feldkommandantur 810 (Feldgendarmerie-Leutnant Rudolf Pallmann) aktiv unterstützt wurde.
Von den 3248 Juden, die vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion in Feodossija lebten, wurden bis Ende 1941 2000 bis 2500 ermordet. Nach einer Meldung an das Reichssicherheitshauptamt wurden zwischen dem 16. November 1941 und dem 15. Dezember 1941 im Einsatzgebiet der Einsatzgruppe D (die gesamte Krim) insgesamt 17.645 Juden, 2503 Krimtschaken, 824 Zigeuner und 212 angebliche Kommunisten erschossen.
Als im Zuge der Kertsch-Feodossijaer Operation die Stadt kurzzeitig durch die Rote Armee befreit wurde, führte die Entdeckung der Massengräber zu Übergriffen auf deutsche Soldaten und Kollaborateure. Dabei sollen nach Erkenntnissen der deutschen Wehrmacht-Untersuchungsstelle u. a. etwa 160 zurückgelassene Patienten des dortigen deutschen Hauptlazaretts von Angehörigen der sowjetischen Streitkräfte getötet worden sein. Nach der Rückeroberung der Stadt durch die Wehrmacht wurden Rotarmisten und diejenigen Juden, die sich während der ersten Besetzung hatten verstecken können, dafür verantwortlich gemacht und ermordet. Im Zuge einer erneuten sowjetischen Offensive wurde die Stadt schließlich im April 1944 endgültig befreit.
Durch Beschluss des Obersten Sowjets der UdSSR aus Anlass des 300. Jahrestags des Vertrags von Perejaslaw wurde Feodossija zusammen mit der Oblast Krim am 26. April 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angeschlossen. Von 1991 bis 2014 war Feodossija Teil der unabhängigen Ukraine.
Seit dem international nicht anerkannten Anschluss der Halbinsel Krim an Russland im März 2014 gehört Feodossija de facto zum Föderationssubjekt Südrussland der Russischen Föderation. De jure nach Angaben der administrativ-territorialen Teilung der Ukraine ist Feodossija Teil der Autonomen Republik Krim, die zu den durch Russland besetzten Gebieten gehört.
Feodossija hat heute etwa 75.000 Einwohner, die meisten davon Russen, aber auch Ukrainer und in den letzten Jahren auch wieder einige Krimtataren, die während der 1940er Jahre von Stalin deportiert wurden und nun wieder zurückkehrten. Wie in vielen Städten der östlichen Ukraine dominiert das Russische im Alltag.
Im Dezember 2023 wurde das im Hafen liegende russische Landungsschiff Nowotscherkassk von der Ukraine mit Marschflugkörpern angegriffen und versenkt.
Feodossija war auch ein beliebtes Ziel für Touristen, insbesondere für Reisende aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Im Sommer halten sich viele Tausend Touristen in der Stadt auf. Im Winter sind aber viele Cafés und Hotels geschlossen. In der Küstenstadt gibt es zahlreiche Bäder und Wellness-Anlagen, Badestrände und auch ein reges Kulturangebot mit Kinos und Kunstgalerien. Während der Sommermonate finden zahlreiche Konzerte und Ausstellungen statt. In der Gegend um Feodossija wird auch Weinbau betrieben. Auf Grund der krimtatarischen Vergangenheit befinden sich in der Stadt auch einige Moscheen.

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind u. a.