Safi

Safi
أسفي
ⴰⵙⴼⵉ
Wappen von Safi
Safi (Marokko)
Safi (Marokko)
Safi
Basisdaten
Staat: Marokko Marokko
Region:Marrakesch-Safi
Provinz:Provinz Safi
Koordinaten 32° 17′ N, 9° 14′ WKoordinaten: 32° 17′ N, 9° 14′ W
Einwohner:382.000 (2025)
Fläche:74,1 km²
Bevölkerungsdichte:5.155 Einwohner je km²
Höhe:20 m
Postleitzahl:46000
Website der Stadtverwaltung:
Safi – Blick über Strand, Hafen und Stadt
Safi – Blick über Strand, Hafen und Stadt
Safi – Blick über Strand, Hafen und Stadt

Safi (marokkanisches Tamazight ⴰⵙⴼⵉ Asfi, deutsch ‚Flut‘; arabisch أسفي, DMG Asfī oder آسفي / Āsfī) ist eine etwa 330.000 Einwohner zählende Großstadt in der Region Marrakesch-Safi in Marokko.

Lage und Klima

Safi liegt unmittelbar am Atlantischen Ozean in einer Entfernung von etwa 250 km (Fahrtstrecke) bis nach Casablanca im Norden, ca. 150 km bis nach Essaouira und ca. 300 km bis nach Agadir im Süden. Bis zum östlich gelegenen Marrakesch sind es etwa 150 km. Das Klima ist in hohem Maße vom Atlantik beeinflusst; Regen (ca. 400–500 mm/Jahr) fällt nahezu ausschließlich in den Wintermonaten.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr1994200420142024
Einwohner262.276284.750308.508323.888

Die Bevölkerung der Stadt besteht nahezu ausschließlich aus zugewanderten Angehörigen verschiedener Berberstämme der Umgebung. Außerdem wächst die Stadt auch wegen der vielen Jobs im Fischerei-Wesen enorm.

Wirtschaft

Ehemals war das aus der Haut von Ziegen hergestellte Saffianleder ein wichtiges Export-Produkt der Region um Safi. Heute ist Safi – nach Casablanca und Tanger – wichtigster Hafen und Industriestandort Marokkos. Das Hinterland von Safi – vor allem die Region um Youssoufia und Khouribga – ist sehr phosphatreich; die felsigen und staubtrockenen Böden werden großflächig gesprengt, abgebaggert, zerkleinert, chemisch zu Granulat weiterverarbeitet und als Düngemittel exportiert. Die gesamte Phosphatproduktion Marokkos sowie die Weiterverarbeitung und der Export liegen in der Hand des staatlichen Office Chérifien des Phosphates (OCP). In den letzten Jahren ist verstärkt von Gesundheits- und Umweltproblemen durch Industriestaub und die chemische Weiterverarbeitung die Rede. Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahrzehnten auch andere Industriezweige (Chemie, Textil) in und um Safi angesiedelt.

Auch als Fischereihafen ist Safi von Bedeutung; die Fänge (hauptsächlich Sardinen) werden zu einem erheblichen Teil in den Konservenfabriken des Hafengeländes weiterverarbeitet. Die Konservierung von Obst, Gemüse, Tomaten etc. spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt.

Safi ist auch bekannt für seine Keramik-Märkte und seine Keramik-Industrie. Neben Dekor- und Gebrauchskeramik stellt man hier auch – aus längsgeteilten, leicht konischen Röhren, die auf der Töpferscheibe gedreht werden – die grün glasierten Dachziegel her, mit denen in Marokko Moscheen, Mausoleen, Medersen und Königspaläste gedeckt sind.

Geschichte

Phantasievolle Zeichnung von Tzaffin aus dem Jahr 1572

Bereits der Geograph Idrisi (12. Jahrhundert) und der Gelehrte Ibn Chaldūn (14. Jahrhundert) berichteten von Asfi/Safi als einer wichtigen Hafenstadt; anscheinend hatten die Almohaden ein bereits existierendes Fischerdorf zu einer Stadt erweitert und eine Moschee gebaut. Nachdem bereits im Jahre 1253 die Genuesen einen Stützpunkt in Safi errichtet hatten, dessen weitere Geschichte jedoch im Dunkeln liegt, gründeten 1488 die Portugiesen eine Handelsniederlassung für Sklaven, Gold und Elfenbein als Zwischenstation auf ihrem Weg an die Goldküste und Indien. Von 1508 bis 1541 war die Stadt fest in portugiesischer Hand und wurde von einer ca. 3 km langen geböschten Mauer umgeben. Aufgrund wiederholter Angriffe der Berber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mussten die Portugiesen den Ort jedoch wieder aufgeben. Als Handelsstadt war Safi jedoch weiterhin von Bedeutung; im 17. und 18. Jahrhundert bestanden rege Kontakte nach Europa. Im Jahr 1751 versuchte König Friedrich V. von Dänemark – letztlich jedoch erfolglos –, durch den Abschluss eines Freundschafts- und Handelsvertrags mit Mulai Muhammad, dem Statthalter von Marrakesch, dänische Stützpunkte in Safi und Santa Cruz do Cabo de Gué oder Cabo de Aguer (heute Agadir) zu errichten.

Im Jahr 1942 war Safi einer der Landeplätze der Alliierten im Rahmen der Operation Torch.

Mitte Dezember 2025 haben schwere Unwetter zu verheerenden Überschwemmungen geführt, dabei sind mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen und wurden mindestens 70 Häuser und Geschäfte in der Altstadt beschädigt oder zerstört.

Sehenswürdigkeiten

Safi – Meeresschloss (Qsar el-Bhar)
Safi – Blick über die Altstadt (Medina) mit dem almohadischen Minarett der Großen Moschee auf die Qechla

Sport

File:Vogelperspektive des sogenannten "Complexe Sportif de Olympique Club de Safi".png
Vogelperspektive des sogenannten "Complexe Sportif de Olympique Club de Safi"

Die Stadt Safi verfügt mehrere Sport-Clubs, darunter auch Olympique Club de Safi. Der Verein (auch "Olympique Safi" oder "OCS" genannt) hat mehrere Sportarten zur Verfügung (Fußball, Rugby, Schwimmen, Basketball etc.). Die erfolgreichsten Sportarten im Club sind Fußball und Rugby. Der Verein gewann mehrere nationale Titel und befand sich ausnahmslos immer in den Top 6 der Ligen. Außerdem ist der Nachwuchs beim OCS einer der besten im ganzen Land, denn der Vorstand gibt viel Geld für den Campus aus.

Persönlichkeiten

Sonstiges

Partnerstädte

Literatur

Commons: Safi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Safi – Klimatabellen
  2. ↑ Safi –Karte + Fakten
  3. ↑ Unwetter in Safi: SRF News 15.12.2025
  4. ↑ Safi – Minarett