Ferdinand Rossner

In Hannover 1935 ausgestellter Reisepass und 1941 ausgestellte Kennkarte durch den Präsidenten der Polizeidirektion Hannover, Viktor Lutze, für „Prof. Dr. Rossner“ mit Wohnsitz in der Dieckmannstraße 8

Ferdinand Rossner (als Autorenname auch Ferdinand Roßner; * 24. Juli 1900 in Murowana Goslien in der Provinz Posen; † 15. Dezember 1987 in Hannover) war ein deutscher Biologe und Hochschullehrer. Der nationalsozialistische Rassenkundler unterrichtete vor allem in den 1950er Jahren als Lehrer in Hildesheim am dortigen Gymnasium Andreanum.

Leben

Geboren im Jahr 1900 zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs nahe der damaligen preußischen Provinzstadt Posen, studierte Ferdinand Rossner an der Universität Greifswald, an der er zur Zeit der Weimarer Republik im Jahr 1922 seine philosophische Dissertation ablegte unter dem Titel Untersuchungen über die Beziehungen zwischen Bestäubung und Blütendauer.

Zur Zeit des Nationalsozialismus erhielt Rossner im Jahr 1934 in Hannover eine Stelle als Dozent für Biologie der Hochschule für Lehrerinnenbildung Hannover (HfL).

1938 wurde Rossner an der HfL Hannover zum Professor für Methodik des biologischen und rassekundlichen Unterrichts ernannt. Rossner gehörte zum Herausgebergremium der Zeitschrift Der Biologe, als Zentralorgan des Reichsbundes erschienen im völkischen J.F. Lehmanns Verlag.

Während des Zweiten Weltkrieges leitete Ferdinand Rossner, der laut seiner am 18. Oktober 1941 durch den Präsidenten der Polizeidirektion Hannover, Viktor Lutze, unterzeichneten Kennkarte seinerzeit in der Dieckmannstraße 8 III im hannoverschen Stadtteil Südstadt wohnte, ab 1943 die zuvor von dem Juristen Walter Kopp vorangetriebene und vom Gauleiter Hartmann Lauterbacher zur Förderung der „rassischen Reinheit der Bevölkerung des niedersächsischen Lebensraumes“ vorgesehene Anstalt für Germanische Volks- und Rassenkunde der Gauhauptstadt Hannover, die ab Dezember 1942 in der Villa Effertz im hannoverschen Stadtteil Kleefeld eingerichtet worden war.

Nach 1945 war Rossner zunächst Kriegsgefangener in einem Internierungslager der Britischen Besatzungszone.

Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft im Jahr 1947 wurden Rossner berufliche Aktivitäten an Universitäten verboten. Dennoch nahm er zur Zeit der Bundesrepublik Deutschland seine Lehrtätigkeit wieder auf, diesmal als Lehrer ab den 1950er Jahren in Hildesheim, zuletzt mit dem Titel eines Oberstudienrates am Gymnasium Andreanum Hildesheim.

Zum 1. April 1963 ging Ferdinand Rossner in den Ruhestand und lebte anschließend in Hannover, wo er 1987 im Alter von 87 Jahren starb.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vergleiche etwa die Angaben der Deutschen Nationalbibliothek (DNB)
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 o.V.: Rossner, Ferdinand in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 31. Mai 2010, zuletzt abgerufen am 7. Juni 2017
  3. 1 2 Alexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preussischen pädagogischen Akademien (1926–1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933–1941), Druck nach Typoskript, Weinheim: Deutscher Studien-Verlag, 1995, ISBN 978-3-89271-588-7 und ISBN 3-89271-588-2, S. 627; Vorschau über Google-Bücher
  4. 1 2 Gregory Paul Wegner: Anti-semitism and schooling under the Third Reich ( = Studies in the history of education) (in englischer Sprache), New York, NY; London: RoutledgeFalmer, 2002, ISBN 0-8153-3943-7 und ISBN 0-8153-3942-9, p. 71, 223; Vorschau über Google-Bücher
  5. ↑ Vergleiche die Angaben der Deutschen Nationalbibliothek
  6. ↑ Ernst Klee: Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 141–142.
  7. ↑ Vergleiche Digitalisat der Kennkarte mit Aufkleber
  8. ↑ Helmut Zimmermann: Dieckmannstraße, in ders.: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 60
  9. ↑ Janet von Stillfried: Volks- und Rassenkunde – Villa Effertz, Das Sachsenross unterm Hakenkreuz. Reiseführer durch Hannover und Umgebung 1933–1945, MatrixMedia-Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-932313-85-1, S. 104–107
Personendaten
NAME Rossner, Ferdinand
ALTERNATIVNAMEN Roßner, Ferdinand
KURZBESCHREIBUNG deutscher Biologe, NS-Rassenbiologe, Autor, Hochschullehrer und Gymnasiallehrer
GEBURTSDATUM 24. Juli 1900
GEBURTSORT Murowana Goslien, Provinz Posen
STERBEDATUM 15. Dezember 1987
STERBEORT Hannover