Ferdinand Wagenseil (* 5. September 1887 in Augsburg; † 7. März 1967 in München) war ein deutscher Anatom und Hochschullehrer.
Ferdinand Wagenseil studierte nach seiner Reifeprüfung am Theresien-Gymnasium München von 1907 bis 1912 Medizin an den Universitäten München und Lausanne. 1914 promovierte er an der Universität München zum Dr. med. Er widmete sich schon früh den Gebieten der Anthropologie und Anatomie. Im Jahre 1922 habilitierte er sich an der Universität Freiburg/Br. und hatte dann von 1923 bis 1931 eine Professur an der Tongji-Universität in Shanghai inne. Er baute dort ein anatomisches Institut auf und unternahm Forschungsreisen nach Japan, insbesondere auf die Bonin-Inseln, wo er sich u. a. mit Rassenkunde beschäftigte. Von 1931 bis 1940 war Wagenseil ordentlicher Professor an der Universität Bonn und von 1940 bis zu seiner Emeritierung 1955 Ordinarius an der Universität Gießen. Von 1945 bis 1951 war er außerdem Honorarprofessor an der Universität Marburg/L.
Ferdinand Wagenseil gelang es nach 1933, sich dem Nationalsozialismus auf Distanz zu halten. Wegen seiner kritischen Haltung wurde er insbesondere an der Universität Gießen gewürdigt und 1957 zum Ehrensenator ernannt. Während der Bombardierung Gießens im Zweiten Weltkrieg konnte er Sammlungs- und Bibliotheksbestände des Anatomischen Instituts retten und arbeitete nach 1945 zielstrebig für den Wiederaufbau. 1962 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wagenseil, Ferdinand |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Anatom und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1887 |
| GEBURTSORT | Augsburg |
| STERBEDATUM | 7. März 1967 |
| STERBEORT | München |