
Fernanda Canales (geboren 1974 in Mexiko-Stadt) ist eine mexikanische Architektin, Designerin und Kuratorin für Architektur. Sie hat an der Realisierung international anerkannter Projekte mitgewirkt und wurde von der Federación de Colegio de Arquitectos de la República Mexicana für ihre berufliche Laufbahn ausgezeichnet.
Canales studierte Architektur an der Universidad Iberoamericana Ciudad de México, schloss ihr Studium 1997 mit Auszeichnung ab und erhielt den Preis für die beste Abschlussarbeit. Sie hat einen Master-Abschluss der Escuela Técnica Superior de Arquitectura in Barcelona (ETSAB) und einen Doktortitel in Architektur von der Polytechnischen Universität Madrid.
Nach Abschluss ihres Architekturstudiums lehrte sie an der Universidad Iberoamericana Ciudad de México, im Max-Cetto-Workshop der Fakultät für Architektur an der Universidad Nacional Autónoma de México und in Zusammenarbeit mit der Universitat Politècnica de Catalunya in Barcelona. Sie unterrichtete im Rahmen von Austauschprogrammen mit Universitäten wie der ETSAB.
Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Architektin und Designerin hat Fernanda Canales in internationalen Büros gearbeitet. In Tokio arbeitete sie bei Toyo Ito Architects and Associates. Bei Ito lernte sie das Konzept der immateriellen Architektur kennen und wurde sensibilisiert für die Beziehung zwischen Körper und Raum. In Barcelona lernte sie die Arbeit des Architekten Ignasi de Solà-Morales kennen.



Zurück in Mexiko gründete sie 2002 ihr eigenes Architekturbüro Fernanda Canales. Eines ihrer wichtigsten Werke ist die Neugestaltung des Kulturzentrums Elena Garro. Aufgabe war es dabei, ein denkmalgeschütztes Gebäude des frühen 20. Jahrhunderts zu bewahren. Ihre Lösung war, vor das alte Gebäude einen neuen Eingangsbereich zu setzen, der zugleich einen großen Raum für mehrstöckige Bücherregale der Bibliothek schuf und einen Rahmen für die Fassade des alten Gebäudes bildete. Zur Rückseite hin wurde das historische Gebäude erweitert um einen Hörsaal, eine Reihe von Innenhöfen und verschiedene Gärten. Canales arbeitet gerne mit Materialien und Techniken, die in den jeweiligen Lokalitäten tradiert werden.
Das Mehrfamilienhaus Vivienda Portales sollte zwölf Familien mit unterschiedlichen Ansprüchen eine Wohnstatt bieten. Dafür stand ihr nur eine Grundfläche von 400 m² zur Verfügung. Auf jedem der drei Stockwerke wurden vier Wohnungen geplant mit bodentiefen Fenstern, großen Balkonen und flexiblen Verschattungsfronten. Das Hausinnere erhält Licht durch einen Innenhof, der aufgelockert wird durch türkisfarbene Oberflächen und durchbrochene Betonsteine.
Bei der Casa Bruma ging es darum, alle Bäume des Grundstücks zu erhalten und verschiedene Räume zu gestalten, die alle vormittags und nachmittags ausreichend natürliches Licht erhielten. So wurde das Haus in eine Vielzahl von Einraumgebäuden aufgeteilt, die im Kreis um einen Innenhof gruppiert wurden.
Ihre Vision vom Bauen basiert auf der Suche nach dem Wesentlichen. Für die mexikanische Architektin ist es wichtig, die Verbindung zwischen dem, was sie baut, und der Umgebung, in der sich ein Gebäude befindet, aufrechtzuerhalten. Für Canales ist die Architektur zudem ein Mittel zur Veränderung. Ihre Haltung zu Architektur und Stadt spiegelt sich in ihren theoretischen Vorschlägen wider. Im Jahr 2008 veröffentlichte sie das Buch „Central de Arquitectura“ (Das Zentrum der Architektur), eine Analyse der Arbeit junger und aufstrebender Generationen in verschiedenen Bereichen wie Wohnungs-, Hotel- und Bürobau. Sie ist Mitautorin von „100x100+ Architekten des 20. Jahrhunderts in Mexiko“, einer 2011 veröffentlichten Sammlung in Form einer Kartei und eines Wörterbuchs über Architekten, die in Mexiko ihre Spuren hinterlassen haben. Im Jahr 2014 erschien das Buch „Arquitectura en México 1910–2010“. Es ist eine umfassende Studie, die die Entwicklung der modernen Architektur in Mexiko erklärt und den Kontext, die Wurzeln und die Folgen aufzeigt, und die sich nicht auf die Architektur beschränkt, sondern diese mit Stadtplanung und Design verbindet. Canales präsentierte die Erkenntnisse des Buches in einer eigenen Ausstellung 2014. Sie stellte unter anderem fest, dass nicht nur alte Gebäude in die Architekturgeschichte eines Ortes eingehen, sondern auch Probleme, die es seit Urzeiten an diesem Ort gab.
Canales arbeitet auch als Kritikerin und veröffentlicht regelmäßig Texte in Zeitschriften wie Letras Libres, La Tempestad, Domus und anderen. Sie war als Jurorin bei Architekturwettbewerben tätig.
Im Jahr 2013, kuratierte sie die Ausstellung Culture in Construction, für die 13. Biennale von Venedig, die im Nave Generadores des Parque Fundidora in Monterrey, Mexiko, stattfand. Als Museografin kuratierte sie im Frühjahr und Sommer 2014 die Ausstellung „Architektur in Mexiko 1910–2010“ im Palacio de Iturbide, einem Kunstmuseum in Mexiko-Stadt.
Fertiggestellte Gebäude
Künstlerische Interventionen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Canales, Fernanda |
| KURZBESCHREIBUNG | mexikanische Architektin |
| GEBURTSDATUM | 1974 |
| GEBURTSORT | Mexiko-Stadt, Mexiko |