Feuerschiff Texel

Feuerschiff Texel
Museums-Feuerschiff, Den Helder 2010
Museums-Feuerschiff, Den Helder 2010
Schiffsdaten
Flagge NiederlandNiederlande
andere Schiffsnamen Terschellingerbank
Schiffstyp Feuerschiff
Rufzeichen NET-016
Heimathafen Den Helder
Eigner Stiftung für die Geschichte der Küstenbeleuchtung
Bauwerft Rijkswerf Willemsoord, Den Helder
Baunummer LS No.10
Stapellauf 11. August 1951
Indienststellung 29. September 1952
Außerdienststellung 1992 Dekommissionierung
Verbleib Museumshafen Willemsoord, Den Helder
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 45,5 m (Lüa)
39 m (Lpp)
Breite 7,92 m
Tiefgang (max.) 2,92 m
Verdrängung 500 t
Vermessung 345 BRT
 
Besatzung 11 Mann
Mittschiffs – Laterne, 2009

Das Feuerschiff Texel (niederländisch: Lichtschip Texel) war ein niederländisches Feuerschiff, das von 1952 bis 1992 auf wechselnden Feuerschiff-Positionen in Nord-Holland in der Nordsee positioniert war. Es wurde 1951 von der Rijkswerf Willemsoord in Den Helder erbaut. Das Schiff war vom 30. September 1952 bis Anfang 1992 im Einsatz. Seit 1996 liegt das Feuerschiff als Museumsschiff im Museumshafen Willemsoord. Es wird von der Stichting Historie der Kustverlichting (Stiftung für die Geschichte der Küstenbeleuchtung) unter dem Namen Museum-Feuerschiff Texel betreut.

Geschichte

Anfang 1951 beauftragte der niederländische Lotsendienst die Marinewerft Rijkswerf Willemsoord mit dem Bau zweier Feuerschiffe nach Plänen aus dem Jahr 1948. Beide Schiffe – mit den Nummern 10 und 11 – liefen am 11. August 1951 vom Stapel. Das Feuerschiff No.10 hatte einen Tiefgang von 2,92 Metern und ein Gesamtgewicht von rund 500 Tonnen. Es war 45,5 Meter lang und 7,92 Meter breit. Ursprünglich war das Schiff mit drei Pilzankern von je 750 kg Gewicht ausgestattet. Das weiße Licht war in einer Höhe von 16 Metern angebracht und wurde durch ein Linsensystem mit einer Brennweite von 300 mm gebündelt. Das Schiff zeigte seine Kennung Fl.(3+1)W.20s seine Gruppe von drei Blitzen alle 20 Sekunden, gefolgt von einem Blitz. Außerdem hatte das Schiff ein Nebelhorn an Bord. Diese Warnvorrichtung wurde durch Funkgeräte zur Kommunikation mit den zugehörigen Antennen und einem Funkfeuer ergänzt. Nach der Fertigstellung wurde das Schiff mit vier Kromhout-Dieselgeneratoren der Amsterdamer Motoren Fabrik zur Stromerzeugung ausgestattet. Bei der Automatisierung 1976 wurden sie durch drei Samofa-Generatoren der Motoren-Firma aus Harderwijk ersetzt. Das Schiff hatte keinen Antrieb und konnte daher nicht aus eigener Kraft fahren. In Notfällen und bei der Ver- und Entsorgung konnte die Besatzung auf eine Ruderschaluppe und ein Lotsenboot zurückgreifen.

Positionen

Die erste Position, die das Feuerschiff No.10 am 30. September 1952 einnahm, lag 18 Seemeilen vor der Küste. Das Schiff trug den Namen Texel, in Anlehnung an seine Station auf der Insel Texel. Im Jahr 1971 wurde das Schiff in Terschellingerbank umbenannt und zur gleichnamigen Sandbank nördlich der Insel Terschelling verlegt. 1976 wurde das Schiff von seiner Station abgezogen, um die vollständige Automatisierung vorzubereiten. 1977 erhielt das Schiff – nun automatisiert und damit unbemannt, nachdem es von der Sleephelling Maatschappij Scheveningen entsprechend umgerüstet worden war – wieder den Namen Texel und wurde der gleichnamigen Station zugewiesen. Ab 1982 war die No.10 – die weiterhin den Namen Texel trug – 23 Seemeilen vor Den Helder, westlich von Petten, stationiert. Alle zwei Jahre wurde das Schiff von einem Schlepper oder einem Tonnenleger der Marine zur Inspektion und Wartung eingeholt. Da sich der unbemannte Betrieb der No.10 bewährte, wurden anschließend auch die beiden anderen niederländischen Feuerschiffe mit automatisierten Systemen ausgestattet.

Das Schwesterschiff Feuerschiff No.11 war ebenfalls bei Texel im Einsatz. Dieses Feuerschiff löste sich in der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober 1991 von seiner angestammten Position, weil die Ankerkette brach. Zu dieser Zeit tobte ein Sturm mit Hurrikanstärke vor der Küste Texels. Schiffe und Hubschrauber versuchten vergeblich, Personal an Bord zu bringen, um einen Reserveanker auszuwerfen. Am frühen Morgen des 1. Oktober 1991 strandete das Schiff auf dem Seedeich der Hondsbossche Zeewering. Da es nicht möglich war, es über Wasser zu halten, wurde es an Ort und Stelle aufgegeben und verschrottet. Der Turm mit der Laterne wurde in die Oude Rijkswerf Willemsoord gebracht, wo sie heute ausgestellt ist.

Museumshafen Willemsoord

Die alte Reichswerft Willemsoord ist der Museumshafen Willemsoord mit dem dortigen Rettungsbootmuseum Dorus Rijkers und dem Marinemuseum Den Helder der jetzige dauerhafte Liegeplatz des Museum-Feuerschiff Texel.

Das Museumsschiff ist seit 2026 als Mitglied in der Initiative Europäische Route der Leuchttürme aktiv.

Commons: Feuerschiff Texel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Registrierungen:
  2. ↑ Feuerschiff Texel – Entwurf und Bau Stiftung für die Geschichte der Küstenbefeuerung. Abgerufen am 1. Oktober 2015.
  3. ↑ European Route of Lighthouses. In: (ERoL). 2024, abgerufen am 9. Oktober 2026 (englisch).

Koordinaten: 52° 57′ 28,9″ N, 4° 46′ 14,6″ O