


Filmplakate gibt es bereits so lange, wie es Filme gibt. Bereits die Gebrüder Lumière bewarben ihre Filme mit Anzeigen und Plakaten – wenngleich diese lediglich aus Text bestanden. Mit der Entwicklung des Films zu einem Massenmedium begann sich auch die Plakatgestaltung weiterzuentwickeln. So veränderten sich die Art der Angaben auf den Plakaten, und größere Produktionen, wie sie ab etwa 1910 immer häufiger hergestellt wurden, wurden auch illustriert. Ab etwa 1920, als fast nur noch Langfilme hergestellt wurden, waren die meisten Plakate illustriert – viele Gebrauchsgrafiker waren auf das Plakatzeichnen spezialisiert. In der Regel wurde eine markante Szene des Films nachillustriert und mit Angaben zum Filmtitel und den Darstellern ergänzt. Oft wurden diese Plakate farbig gestaltet, obwohl der Film in schwarz/weiß war. Später wurden auch Filmbilder als Plakatmotiv verwendet.
Die Größe der Filmplakate hat sich im Laufe der Geschichte verändert. Zum Teil liegt dies auch am Bedeutungsverlust, den Filmplakate in einer Werbekampagne einnehmen. Zumindest bis in die 1950er-Jahre waren Plakate das wichtigste Medium zur Bewerbung eines Films. Dementsprechend viele und große Plakate umwarben im Stadtbild die Aufmerksamkeit der Passanten. Heutzutage spielen Filmplakate neben Werbung in Fernsehen, Radio, Internet und anderen, jüngeren Werbemaßnahmen nur noch eine kleine Rolle.
Zur Stummfilmzeit war in Österreich, wo die Filmplakate großformatiger als in anderen Ländern waren, das Standardformat 126 × 95 cm. In der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre kam sogar ein Großformat von 280 × 126 cm in Verwendung. Dieses, aus zwei Teilen bestehende, Plakat nahm eine ganze Litfaßsäulenhöhe in Anspruch. Das größte Format in Deutschland war zu dieser Zeit 210 × 95 cm.
Verschiedene Kinos waren in der Lage, an der Außenfassade übergroße gemalte Filmankündigungen unterzubringen, die von geschulten Künstlern erstellt wurden.
Für die Kinos werden Plakate zum Aushang in unterschiedlichen Formaten hergestellt. Die größten Formate sind gegenwärtig DIN A0 (841 × 1189 mm), verwendet für Wandaushang in den Vorräumen der Kinos, dann DIN A1 (594 × 841 mm, als Ankündigungsplakat verwendet für Stellwände und Aushangkästen) und DIN A3 (297 × 420 mm) für die Aushangkästen.
Ein großes Foto, Illustration oder Collage nimmt meist den Hauptteil eines Filmplakates ein. Ergänzt werden die Filmankündigungen in der Regel durch mehrere einzelne Filmbilder, die Ausschnitte aus den Filmen zeigen. Hierbei sind, je nach Werbeetat, durchaus Unterschiede in der Anzahl und in der Qualität der Filmbilder vorhanden.
Verschiedene Filmverleihe hatten in der Vergangenheit auch untersagt, besondere Filminhalte auf den Filmfotos oder den Filmplakaten darzustellen. So durfte zum Beispiel die Maske des Schauspielers Charles Laughton als Quasimodo für den Film Der Glöckner von Notre Dame (1939) zu jener Zeit weder im Filmplakat noch in den Aushangbildern gezeigt werden.
Filmplakate erfreuen sich heute einer großen Sammlerschaft. So wurde z. B. im November 2005 das vom Grafiker Heinz Schulz-Neudamm gezeichnete Metropolis-Filmplakat in London für 398.000 Pfund Sterling (ca. 600.000 Euro) verkauft, der höchste bis dato gezahlte Preis für ein solches Poster. Auch die handgemalten Filmplakate aus Ghana wurden in westlichen Kunstkreisen in den letzten Jahren zu begehrten Sammelobjekten, die auch immer wieder in Museen und Galerien ausgestellt und verkauft werden.
(Anmerkung: die Bände „Film Posters of the 30s“ bis „… 80s“ sind zuvor in Großbritannien im Verlag Aurum Books erschienen. Nur der Band „Film Posters of the 90s“ erschien erstmals in Deutschland bei Taschen/Evergreen)