Fischratten

Fischratten

Stolzmann-Fischratte (Ichthyomys stolzmanni)

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Sigmodontinae
Tribus: Fischratten
Wissenschaftlicher Name
Ichthyomyini
Cockerell & Printz, 1914

Die Fischratten (Ichthyomyini) sind eine Tribus der Neuweltmäuse, die durch eine außergewöhnliche Anpassung an das Wasserleben gekennzeichnet ist. Die Arten sind Fleischfresser und ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten und Krebstieren, die größeren auch von kleinen Fischen. Fischratten haben zahlreiche Parallelen zu den Schwimmratten Australiens und Neuguineas, die jedoch nicht näher verwandt sind, sondern sich in konvergenter Evolution ganz ähnlich entwickelt haben.

Fischratten erreichen je nach Art eine Kopf-Rumpf-Länge von 9 bis 21 Zentimetern, der Schwanz wird 9 bis 19 Zentimeter lang. Ihr Fell ist dunkelbraun oder grauschwarz gefärbt, die Unterseite ist heller. Zu den Anpassungen an die wasserbewohnende Lebensweise zählen die verkleinerten Augen und Ohren und die verschließbaren Nasenlöcher. Die Hinterfüße sind vergrößert und die Zehen mit Schwimmhäuten verbunden, der Schwanz ist oft abgeflacht.

Fischratten sind in Mittel- und im nördlichen Südamerika beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Brasilien sowie Peru. Ihr Lebensraum sind meist die Ufer von Flüssen, manchmal auch Sumpfgebiete. Sie kommen dabei in Höhen von bis zu 3800 Metern vor. Sie errichten ihre Unterschlupfe am Ufer und gehen im Wasser auf Beutejagd.

Die Fischratten umfassen sieben Gattungen:

Dabei zeigt die Gattung Neusticomys die geringsten, die Mittelamerikanischen Wassermäuse die höchsten Anpassungen an das Wasserleben.

Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Gattungen zeigt die folgende Grafik:

 Ichthyomyini 
 Ichthyomyina 




Daptomys


   

Neusticomys



   

Incanomys



   

Nördliche Andenwassermaus (Chibchanomys trichotis)



   


Eigentliche Fischratten (Ichthyomys)


   

Mittelamerikanische Wassermäuse (Rheomys)



   

Mexiko-Wassermaus (Rheomys mexicanus)




 Anotomyina 

Ecuador-Fischratte (Anotomys leander)



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Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jorge Salazar-Bravo, Nicolás Tinoco, Horacio Zeballos, Jorge Brito, Daniela Arenas-Viveros, David Marín-C, José Daniel Ramírez-Fernánde, Alexandre R. Percequillo, Thomas E. Lee, Sergio Solari, Javier Colmenares-Pinzon, Carlos Nivelo, Bernal Rodríguez Herrera, William Merino, Cesar E. Medina, Oscar Murillo-García, Ulyses F.J. Pardiñas: Systematics and diversification of the Ichthyomyini (Cricetidae, Sigmodontinae) revisited: evidence from molecular, morphological, and combined approaches. PeerJ, Januar 2023, doi:10.7717/peerj.14319
  2. 1 2 Horacio Zeballos, Alexander Pari, César E. Medina, Kateryn Pino, Sandra Arias, Alayda L. Arce und Fiorella N. Gonzales (2025): Description of a New Genus and Species of Semi-Aquatic Rodent (Cricetidae, Sigmodontinae, Ichthyomyini) from the Southern Peruvian Andes. Diversity, 17(6), 406. doi:10.3390/d17060406
  3. 1 2 Pamela Sanchez Vendizu, Edson Fiedler Abreu, Víctor R. Pacheco, Silvia E. Pavan: A New Species of Incanomys (Rodentia: Cricetidae: Sigmodontinae) from the Yungas of Peru. Februar 2026, American Museum Novitates 2026(4049):27, DOI:10.1206/4049.1