Ein Objekt besitzt in der Mathematik die Fixpunkteigenschaft (englisch fixed-point property, daher auch oft kurz FPP), wenn bestimmte wohldefinierte Abbildungen von in sich selbst einen Fixpunkt besitzen. Der Begriff wird überwiegend für topologische Räume, auf der jede stetige Abbildung einen Fixpunkt besitzen soll, angewendet, aber auch in der Verbandstheorie, wo man partiell geordnete Mengen und ordnungserhaltende Funktionen in sich selbst betrachtet, spielt die Fixpunkteigenschaft eine Rolle. In der Sprache der Kategorientheorie lässt sich diese Definition etwas präziser fassen.
Sei ein Objekt einer konkreten Kategorie . Dann hat die Fixpunkteigenschaft, wenn jeder Morphismus in einen Fixpunkt besitzt.
Genauer: Da eine konkrete Kategorie vorausgesetzt ist, gibt es einen Vergissfunktor in die Kategorie der Mengen. Gemeint ist, dass für jeden Morphismus die Abbildung zwischen Mengen einen Fixpunkt hat.
Am gebräuchlichsten wird die Definition für topologische Räume gebraucht. Dann ist die Kategorie der topologischen Räume. Ein topologischer Raum hat dann die Fixpunkteigenschaft, wenn jede stetige Selbstabbildung einen Fixpunkt besitzt.
In der Kategorie der Mengen sind die betrachteten Morphismen zwischen zwei Objekten , die Abbildungen . Die Objekte mit Fixpunkteigenschaft sind genau die Einermengen. Die einzige mögliche Abbildung einer Einermenge in sich selbst ist nämlich die Identität und die besitzt einen Fixpunkt. Sei eine Menge mit mehr als einem Element. Dann hat auf jeden Fall zwei verschiedene Elemente . Eine Abbildung gegeben durch
hat dann keine Fixpunkte.
In der Kategorie der Verbände sind die betrachteten Morphismen zwischen zwei Objekten zwischen zwei Objekten , die ordnungserhaltenden Abbildungen . Nach dem Fixpunktsatz von Tarski und Knaster hat jeder Verband genau dann die Fixpunkteigenschaft, wenn er vollständig ist. Darüber hinaus ist die Menge aller Fixpunkte einer festgewählten Funktion selbst ein vollständiger Verband.