Fjernsynsteatret

Rolf Berntzen als Pastor Manders und Tordis Maurstad als Frau Alvin in Ibsens Gespenster (1962)

Das Fjernsynsteatret (Fernsehtheater) war eine Theaterabteilung innerhalb der norwegischen staatlichen Rundfunkgesellschaft NRK. Sie wurde zeitgleich mit der Einführung des Fernsehens 1960 gegründet und bestand bis 1991. Das Theater verfügte über ein eigenes Ensemble von Schauspielern. Anfangs wurden die Vorstellungen live übertragen und noch längere Zeit hatte das Fjernsynsteatret den Charakter eines abgefilmten Theaters. Dies änderte sich allmählich und ab den 1980er Jahren wurde die Abteilung gemessen an Technik und Ästhetik zu einer Filmgesellschaft in Staatsbesitz.

Das Repertoire bestand aus norwegischen und ausländischen Theaterklassikern. Der erste Intendant Arild Brinchmann brachte auch zeitgenössische Stücke zur Aufführung, die zum Absurden Theater zählten und das Publikum zu heftigen Kontroversen veranlassten. Später wurden auch Romane namhafter norwegischer Autoren zu Serien verfilmt. Vor allem in den 1980er Jahren wiesen die Produktionen ein sehr hohes künstlerisches und technisches Niveau auf.

1991 wurde Fjernsynsteatret durch die neue Abteilung NRK Drama ersetzt, die kein festes Ensemble mehr beschäftigt und Fernsehsendungen mit geringerem Niveau und für ein breites Publikum produziert.

Geschichte

Gründung

Obwohl die Arbeiterpartei bereits seit den 1930er Jahren das norwegische Parlament und damit die Politik dominierte, war ihr bewusst, „dass sie in der Gesellschaft kulturell nicht dominierend war. Dies ließe sich jedoch durch die Einführung einer sozialistischen Kulturpolitik beheben.“ 1957 beschloss der Storting die Etablierung des Fernsehens in Norwegen „als staatliche Institution mit besonderer gesellschaftlicher Verantwortung, auch als Kulturvermittler.“ Dazu gehörte mit großer Selbstverständlichkeit auch das Theater. Als künstlerisches Vorbild galt das seit 1949 bestehende staatliche Riksteatret, das als Tourneetheater auch abgelegene Landesteile bespielte.

Ein organisatorische Vorbild war das Radioteatret, die bereits 1926 gegründete selbständige Hörspiel-Abteilung des NRK. Die von ihm produzierten Hörspiele wurden speziell für das Radio verfasst oder waren Dramatisierungen erzählender Literatur oder Live-Aufnahmen von Theateraufführungen. Das Radioteatret wurde bis 1950 von Gunnar Neels-Hansson geleitet und 2021 aufgelöst.

1958 wurde der Filmregisseur Arild Brinchmann zum Leiter des aufzubauenden Fjernsynsteatret bestellt. Er kündigte eine „repräsentative Auswahl norwegischer und internationaler Dramatik“ an. Der Schwerpunkt sollte auf den Klassikern liegen, aber auch das zeitgenössische europäische Drama sollte gezeigt werden und norwegische Dramatiker sollten die Möglichkeit erhalten, Stücke direkt für das Fernsehen zu schreiben.

Fernsehdramatik war ein Neuland und benötigte eine eigenständige Ausdrucksform, die sich sowohl vom Film als auch vom Bühnendrama unterschied. Brinchmann stellte zahlreiche Filmemacher ein, darunter auch Tore Breda Thoresen, seinen späteren Nachfolger als Intendant. Thoresen „hatte seine Wurzeln im englischen Dokumentarfilm und war Kameramann und Kurzfilmregisseur bei ABC-Film, einer radikalen Gemeinschaft, die Film und Fernsehen als wichtige Arenen für die gesellschaftliche Debatte betrachtete. Dies erforderte eine ideologische Verankerung und einen reflektierten Umgang sowohl mit der Form als auch mit dem Inhalt.“

Das Fernsehen wurde in Norwegen in Vergleich zu den Nachbarländern spät eingeführt. 1958 begannen die Testsendungen, 1960 der reguläre Betrieb. Es dauerte mehrere Jahre, bis Fernsehsendungen im ganzen Land empfangen werden konnten. In Bodø im Nordland war das erst 1964 der Fall. Bis in die 1980er Jahre wurden Rundfunk und Fernsehen ausschließlich vom staatlichen Monopolisten NRK produziert und ausgestrahlt. Der NRK ist noch heute Norwegens größtes Medienunternehmen.

Offiziell begann das Fernsehen im August 1960 und am 8. September 1960 wurde die erste reguläre Fernsehtheatersendung ausgestrahlt. Dabei handelte es sich um das Schauspiel Hjem, kjære hjem (Heim, liebes Heim) von Roger Avermaete; die Regie führte Henrik Anker Steen. Mehrere Produktionen des Fjernsynsteatret entstanden schon vorher und wurden im Rahmen des Testbetriebs gesendet. Am 15. April 1958 wurde Telefonkiosken von Peter Brook gezeigt (Originaltitel: Box for One), am 17. Dezember 1959 Jeg skjenker deg Virilius von Christopher Fry (Originaltitel: A Phoenix Too Frequent) unter der Regie von Knut Thomassen und schließlich am 7. April 1960 Den fjerde nattevakt, die Dramatisierung eines Romans von Johan Falkberget. Letztere Aufführung, bei der Brinchmann selbst die Regie führte, wurde von der Bühne live übertragen. Die Originalbänder dieser Sendung sind die ältesten Videoaufzeichnungen im Archiv des NRK-Fernsehens.

Repertoire

Theaterpuppe aus Den forvandlede brudgom von Ludvig Holberg, Fjernsynsteatret, Premiere 9. Oktober 1966

Im Sommer 1960 hatte das norwegische Fernsehen 17.000 gebührenpflichtige Zuschauer; bis zum Jahresende stieg deren Zahl auf 50.000. „Das Erste, was sie zu sehen bekamen, war der umfangreiche Einsatz bekannter Bühnenstücke. Dies entsprach den Erwartungen sowohl des Publikums als auch der Politiker. Viele norwegische Klassiker standen zu Beginn auf dem Spielplan, und es handelte sich dabei auch nicht um schwerfällige Stoffe.“ Darunter waren Ungen und Den store barnedåpen von Oskar Braaten, De gamles juleaften von Vilhelm Krag, Nederlaget von Nordahl Grieg, Det lykkelige valg von Nils Kjær, Kranes konditori von Cora Sandel (dramatisiert von Helge Krog) sowie Falkbergets bereits erwähnter Roman. All diese Aufführungen wurden große Publikumserfolge.

Von Anfang an und während seiner gesamten Existenz wurden durch das Fjernsynsteatret auch internationale Klassiker inszeniert, selbstverständlich Ibsen und Strindberg, aber auch Shakespeare, Shaw, Coward, Miller, Brecht, Molière, Feydeau, Lorca, Tschechow, Turgenjew und Sophokles. „Die Inszenierungen stellten zum Teil eine große Herausforderung für das feste Ensemble und ein anfangs unerfahrenes Team dar. Viele Aufführungen waren jedoch von Anfang an von hoher Qualität […]. Das Team des Fernsehtheaters wurde bald sehr kompetent und konnte die meisten Genres bewältigen, während man gleichzeitig lernte, Film und elektronische Aufzeichnungsmedien zu kombinieren.“

Die anfänglichen Live-Übertragungen wurden bald eingestellt und durch die neue Aufzeichnungstechnik wurde die Form der Produktionen freier, „doch lange Zeit trug das Fjernsynsteatret den Stempel des gefilmten Theaters, insbesondere bei der Aufführung von Bühnendramen.“

Das Ensemble brachte zu Beginn jährlich etwa 20 bis 25 Inszenierungen auf die Bühne. Aufwendigere und kostspieligere Produktionstechniken führten in den Folgejahren zur Reduktion der Eigenproduktionen und mehr internationaler Zusammenarbeit. Über Nordvision tauschten die Fernsehtheater der nordischen Länder, die alle stark auf literarische Stoffe setzten, ihre Produktionen aus. Die schwedische Verfilmung von Strindbergs Hemsöborna (Die Leute auf Hemsö) wurde in Norwegen ein großer Erfolg.

Der Dienstag etablierte sich als fester Sendetermin für die Ausstrahlungen des Fernsehtheaters, das in seinen ersten beiden Jahrzehnten hohe Zuschauerzahlen erzielte. „Ein einziges Fernsehtheaterstück konnte mehr Zuschauer anziehen als alle Theater des Landes im Laufe eines ganzen Jahres.“

Kontroversen

Arild Brinchmann (Foto 1967)

Aufgrund der besonderen Stellung des Fjernsynsteatret als vollständig staatlich finanzierte Einrichtung war es nicht von eigenen Einnahmen und allgemeiner Zustimmung abhängig. Während der 1960er Jahre war das Theater „die wichtigste experimentelle Bühne des Landes“ und führte in großem Umfang zeitgenössische Stücke auf, „die damals von einem breiten Publikum als seltsam und unzugänglich empfunden wurden. Dieses mutige Engagement für moderne Dramatik war sowohl für die Film- als auch für die Theaterentwicklung in Norwegen von großer Bedeutung.“

Brinchmann wollte die neueste Richtung des internationalen Theaters, das Absurde Theater, in Norwegen etablieren. Er schätzte das städtische Publikum als traditionsgebunden und voreingenommen ein und erwartete allen Ernstes mehr Zustimmung von der Landbevölkerung, die weniger Theater gesehen hatte und von der überkommenen Ästhetik weniger geprägt war. Das sollte sich als Irrtum herausstellen.

Das Fernsehtheater erntete eine Flut wütender Zuschauerreaktionen. Im Rundfunkrat, dem Aufsichtsorgan über den NRK, wurde die Programmgestaltung des Fjernsynsteatret zum Dauerthema, wobei Brinchmann von der NRK-Führung unterstützt wurde. Die schärfsten Kritiker im Rat waren die Vertreter der Arbeiterpartei, besonders der Journalist Olav Brunvand und der spätere Minister und NRK-Intendant Bjartmar Gjerde: „Sie waren der Meinung, dass das Volk in kleinen Dosen erzogen werden müsse, zunächst mit den Klassikern und den Volkskomödien. Was danach kommen könnte, war weniger klar.“

Brinchmann verteidigte sich geschickt, verwies auf die breit ausgebaute Unterhaltungsabteilung, die Notwendigkeit, die Brüchigkeit der Gesellschaft in der Kunst widerzuspiegeln und „dass man niemanden erreiche, wenn man es allen recht machen wolle. Dann sei es auch kein Theater mehr. Dass sich die Leute über einzelne Vorstellungen aufregten, liege daran, dass sie sich davon mitreißen ließen. Dann habe das Theater seine Aufgabe erfüllt.“

Tatsächlich war der Anteil des experimentellen Theaters an der Gesamtproduktion gering. Ionesco, Beckett, Gide, Dorst, Arrabal, Mrozek, Frisch und Vian wurden keine Publikumslieblinge. Harold Pinter und Arnold Wesker dagegen konnten sich im Repertoire etablieren und wurden häufig ausgestrahlt und mit positiver Resonanz gesehen. Die (damals nur sporadisch und auf primitive Weise gemessenen) Zuschauerquoten zeigten trotz der lautstarken Unzufriedenheit mit einigen Aufführungen keinen Rückgang.

Romanverfilmungen

1967 war Arild Brinchmann ausgeschieden, um die Leitung des Nationaltheaters zu übernehmen (wo er ebenso umstritten war wie bei der NRK). Unter seinem Nachfolger Tore Breda Thoresen begannen die zahlreichen Verfilmungen norwegischer Romane, teils als Einteiler, teils als Serien. Die erste Produktion war Alexander Kiellands Skipper Worse (1968), weitere große Projekte waren Cora Sandels Alberte og friheten (unter dem Titel Alberte, 1972), Hamsuns Benoni und Rosa (1975), Sigurd Evensmos Grenseland (1979), Nini Roll Ankers Den som henger i en tråd (1980), Olav Duuns Medmenneske (1981) und Sigrid Undsets Jenny (1983).

Durch diese Romanverfilmungen veränderte sich der Charakter des Fjernsynsteatret, indem die Aufnahmetechnik und die Ästhetik der fertigen Produkte bereits dem Entwicklungsstand des zeitgenössischen Films entsprach. Das Theater war immer weniger ein Theater, sondern (spätestens seit 1980) eine Filmproduktionsgesellschaft. Dies war auch bei den eigentlichen Bühnenstücken zu bemerken, deren Inszenierung kinematische Effekte zeigte. So entstanden „spannende Verfilmungen von Klassikern“ wie Ibsens Fruen fra havet (1979), Jens Bjørneboes Semmelweis (1983), Euripides’ Medea (1983), Brechts Der gute Mensch von Sezuan (1984) und Shakespeares König Lear (1985).

Obwohl die Verfilmungen beim Publikum gut ankammen, produzierte das Fjernsynsteatret Serien nur mit einer begrenzten Anzahl von Episoden. Lange Serien waren aus dem kommerziellen Fernsehen weltweit bekannt und auch deren schädliche Auswirkung auf das Produkt und sein Publikum. „Endlos fortlaufende Serien führten bei den Zuschauern zu einer Sucht. Klischees und Wiederholungen waren unvermeidlich […]. Und solche Serien würden neuen Produktionen, neuen Stücken und neuen Ideen im Weg stehen.“

Fernsehdrama

Eine der Aufgaben des Fernsehtheaters bestand darin, norwegische Autoren zum Verfassen von Originalwerken für das Fernsehen zu veranlassen. Da das Theater für viele Dramatiker der Maßstab aller Dinge war, betonte Thoresen das „Theater“ im Namen seines Unternehmens, als er Seminare organisierte, um den Autoren die Besonderheiten, Möglichkeiten und Grenzen des Fernsehfilms nahezubringen. Autoren wurden auch als Berater engagiert.

Im Herbst 1969 erläuterte Thoresen dem Rundfunkrat seine Sicht der Rolle des Künstlers, der nicht mehr jener Außenseiter sei, der unsterbliche Meisterwerke schaffe. „Kunst ist eine Suche nach neuen Interpretationen der Realität. Die Kunst steht für die kritische Haltung, die kontroverse Sichtweise“, meinte Thoresen (zitiert bei). Als Vorbild für das Fernsehdrama sah er die BBC, wo eine neue Generation von Autoren aus der Arbeiterklasse das „proletarische Medium“ nutzte, um Alltagsgeschichten aus ihrem eigenen Erfahrungshintergrund zu schreiben.

Das Fjernsynsteatret produzierte diese zeitgebundene Dramatik „in weitaus größerem Maße als andere institutionelle Theater“. Es wurde zu einer wichtigen Schule für mehrere Generationen von Dramatikern. Einer der herausragendsten war Sverre Udnæs, der sich als Regisseur von Stücken von O’Neill, Tschechow, Tennessee Williams und Pinter profiliert hatte und 1972 Alberte inszenierte. Seine eigenen Dramen „lassen sich als Kritik an der Kernfamilie zusammenfassen, in der jedes einzelne Mitglied isoliert ist und in einer übersättigten und materialistischen Kultur nicht in der Lage ist, mit den anderen zu kommunizieren. Man führt ein bequemes, aber geistloses Leben.“

Vom Fjernsynsteatret wurde erwartet, dass es klare Fiktionen schuf, eine „Unwirklichkeit“, die umso deutlicher machte, dass das übrige Programmangebot uns die Realität zeigte. Für Thoresen war diese Erwartung einengend und eine seiner Antworten bestand darin, mehr Dokumentarismus in das Fernsehdrama einzuführen. Er holte den englischen Regisseur Peter Watkins, der in seinen umstrittenen Produktionen für die BBC die Grenzen zwischen Fiktion und Realität fließend gemacht hatte, zum Fjernsynsteatret, für das er 1974 ein (ebenfalls umstrittenes) Porträt von Edvard Munch drehte.

Qualität

Parteigänger der kommunistischen AKP gab es im NRK wenige (und im Fjernsynsteatret waren sie noch seltener), aber die „20 bis 30 Extremisten“ forderten immer wieder, dass die „Journalisten und Programmgestalter bei jeder Gelegenheit marxistische Standpunkte vertreten sollten“. Die internen Auseinandersetzungen im NRK führten 1972 zum Rücktritt des NRK-Leiters Hans Jacob Ustvedt und drei Jahre später zu einer vom Storting veranlassten Untersuchung. Nach Meinung der Medienhistoriker Hans Fredrik Dahl und Henrik Bastiansen waren die AKP-Aktivisten im NRK und die Programmpolitik des Fjernsynsteatret zwei entscheidende Faktoren für die Aufhebung des Medienmonopols im Jahr 1981.

Das Vorhaben der Arbeiterbewegung, die proletarische Solidarität zu einem nationalen Gemeinschaftsgefühl auszubauen, war gescheitert. Weder die „Arbeiterkultur“ noch das „Klassenbewusstsein“ erwiesen sich als tief verwurzelt. Stattdessen wurde der Massenkonsum die neue gesellschaftliche Grundlage. „Der Wohlstand wirkte passivierend, er wurde zu einem Selbstzweck, einem Wert, der nicht bedroht werden durfte.“

Das Fernsehtheater trug dieser Entwicklung durchaus Rechnung, indem es sich „allmählich und deutlich von den anspruchsvollsten Stücken abwandte“. Trotzdem „blieb der Eindruck eines Elfenbeinturms bestehen, von dem aus die linksgerichtete Kulturelite auf das Volk herabblickte. […] Das machte das Fernsehtheater in der folgenden Entwicklung besonders verwundbar.“

Im Jahr 1980 wurde Magne Bleness neuer Intendant des Fjernsynsteatret. Im September des folgenden Jahres wurde die Arbeiterpartei-Regierung, „getragen von einer Welle der Unzufriedenheit mit dem sozialistischen Regulierungs- und Missionswahn“, abgewählt. Im Dezember 1981 wurde von der neuen Høyre-Regierung das Rundfunk- und Fernsehmonopol aufgehoben, zwar nicht prinzipiell, aber durch die Vergabe einzelner privater Sendelizenzen. Die Konservativen waren der Ansicht, dass durch einen einzigen staatlichen Sender keine umfassende Meinungsfreiheit gewährleistet sei. Zunächst gab es nur lokales Privatfernsehen, erst seit 1988 bzw. 1991 strahlen mit TVNorge, TV3 und TV 2 drei Privatsender landesweit aus.

1984 sendete das Fjernsynsteatret die Satiresendung Nikkerne, die beißende Kritik an den neuen Ministern äußerte. Bjartmar Gjerde, seinerzeit Kämpfer gegen das Absurde Theater und nun oberster Leiter des NRK, wies die Programmverantwortlichen zurecht und entschuldigte sich beim Finanzminister.

Während der 1980er Jahre wurde immer wieder über den Umbau des Fjernsynsteatret zu einer weniger anspruchsvollen Filmproduktionsgesellschaft diskutiert. Mit dem Wegfall des Monopols wurden die Leistungen des Fernsehens an den Zuschauerzahlen gemessen, und Quantität hatte Vorrang vor der Qualität. „Aus dieser Perspektive war die Umstellung von bildenden Inhalten für ein erwachsenes Publikum hin zu Unterhaltung, von der man annahm, dass sie jüngere Generationen anspricht, eine Logik, an die viele glaubten.“

Das Fernsehtheater setzte seine Inszenierungen klassischer Dramen fort und produzierte zudem neu verfasste norwegische Stücke von immer wieder neuen Dramatikern. Dazu zeigte das Theater aus dem Ausland gekaufte Produktionen sowie Nischenfilme. Es gab bis zu drei Vorstellungen pro Woche. Vieles davon war von hohem künstlerischen und technischen Niveau. Doch die Kontroversen um die Inhalte wurden immer seltener, und die Zuschauerzahlen waren sehr unbeständig. Jeder Einbruch in den Einschaltquoten brachte das Fjernsynsteatret der Schließung näher.

Die letzte Produktion des Fjernsynsteatret war Landstrykere nach Knut Hamsuns Roman, eine Koproduktion mit Norsk Film A/S unter der Regie von Ola Solum. Sie wurde zu Weihnachten 1990 ausgestrahlt.

NRK Drama

NRK Drama ersetzt seit 1991 das ehemalige Fjernsynsteatret. Es produziert oder beauftragt Fernsehfilme aller Genres und für alle Zielgruppen. Das Repertoire ist bewusst niederschwellig und zielt auf ein möglichst breites Publikum.

Der Programmschwerpunkt liegt auf Serien wie der Nachkriegschronik Vestavind, der Wohlfühl-Serie Himmelblå, der Comedy-Serie Borettslaget sowie Kampen om Tungtvannet über die Saboteure während der deutschen Besatzung. Als erfolgreiche und kultige Low-Budget-Produktionen gelten Lille lørdag mit ihrem schrägen Humor und die experimentierfreudige Jugendserie SKAM.

NRK Drama produziert zum großen Teil nicht selbst. Die Abteilung hat kein eigenes Schauspielerensemble und hatte auch nur in den Anfangsjahren fest engagierte Regisseure. Der erste eigene Spielfilm, Søndagsengler (Regie Berit Nesheim) entstand erst 1996. Beispiele für Produktionen mit externen Filmfirmen sind Koselig med peis (2011), Exit (2019–2023) und Atlantic Crossing (2020).

Intendanten

(Quelle.)

Fjernsynsteatret

NRK Drama

Literatur

Commons: Fjernsynsteatret – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gengangere, 13. Dezember 1962 In: Sceneweb. Abgerufen am 3. September 2026 (norwegisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Morthen Barth: Fra arkivet: Kampen om fjernsynsteateret (1). In: Rushprint.no. Veröffentlicht am 12. Januar 2012, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch).
  3. ↑ Marianne Dyrnes: Radioteatret. In: Store norske leksikon. (Digitale Version, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch)).
  4. ↑ Gunn Enli, Trond Smith-Meyer, Trine Syvertsen: NRK. In: Store norske leksikon. (Digitale Version, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch)).
  5. ↑ NRK Fjernsynsteatret. In: Sceneweb. Abgerufen am 3. September 2026 (norwegisch).
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Svend Erik Løken Larsen, Marianne Dyrnes Vallat: Fjernsynsteatret. In: Store norske leksikon. (Digitale Version, abgerufen am 3. September 2026 (norwegisch)).
  7. ↑ Hjem, kjære hjem. In: Sceneweb. Abgerufen am 9. September 2026 (norwegisch).
  8. ↑ Jeg skjenker deg Virilius. In: Sceneweb. Abgerufen am 9. September 2026 (norwegisch).
  9. ↑ Den fjerde nattevakt. In: Sceneweb. Abgerufen am 9. September 2026 (norwegisch).
  10. ↑ Den forvandlede brudgom, 9. Oktober 1966 In: Sceneweb. Abgerufen am 3. September 2026 (norwegisch).
  11. 1 2 Dramatikk til forargelse og glede. In: NRK.no. Veröffentlicht am 13. Juli 2008, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch).
  12. ↑ Anders Holseth: Slik vekket NRK publikums vrede på 1960-tallet. In: NRK Beta. Veröffentlicht am 17. Oktober 2015, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch).
  13. 1 2 3 4 5 6 7 8 Morthen Barth: Fra arkivet: Kampen om fjernsynsteateret (2). In: Rushprint.no. Veröffentlicht am 12. Januar 2012, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch).
  14. ↑ Hans Fredrik Dahl, Henrik Grue Bastiansen, Bente Rannveig Hansen: Over til Oslo. NRK som monopol 1945–1981. Cappelen, Oslo 1999, ISBN 82-02-17644-1.
  15. ↑ Annika Pham: Marianne Furevold-Boland on her vision for NRK Drama and 2023 slate. In: Nordisk Film & TV Fond. Veröffentlicht am 12. Januar 2023, abgerufen am 5. September 2026 (norwegisch).